Themen aus der Gesellschaft - psychologisch und kommunikativ analysiert
00:00:03: In der Debatte um das Böllerverbot kann man alle Elemente des modernen Kulturkampfes unterbringen.
00:00:08: Städte gegen ländlichen Raum, angebliche Traditionen gegen postmoderne Kapitalismuskritik, Haustiere gegen wahr.
00:00:15: doch schon immer so und Männer kommen natürlich auch drin vor.
00:00:19: Wir schauen natürlich genau hin, wenn mal wieder ein eigentlich simples Problem zur gesellschaftlichen Gladiatoren spielen aufgeblasen wird.
00:00:27: Heute in der Nahbetrachtung mit Diplompsychologin Maria-Christina Nimmerfro.
00:00:32: Und Medien- und Kommunikationstrainer Tom Buschardt.
00:00:44: So und zu Beginn dieser Folge der Nahbetrachtung zum Thema Böller verbote ja oder nein, müssen wir natürlich unsere eigene Position zunächst einmal etwas eingrenzen.
00:00:53: MC hat ja reichlich Söhne, wurde und wird bei euch zu Hause viel geballert.
00:01:00: Ja, wird und mittlerweile sind die so erwachsen, dass sie das schon alleine für sich hinkriegen.
00:01:07: Ich komme aus einer Familie, wo vielleicht auch aus Spaßamkeitsgründen das kein Thema war.
00:01:12: Da war immer die Losung, wir schauen Feuer weg und ich habe das sehr, sehr gerne gesehen.
00:01:16: Also es hat mir Spaß gemacht.
00:01:18: Dann habe ich mich lange Jahre nicht damit beschäftigt, auch so ein bisschen.
00:01:22: vor dem Schwang mit, naja, also Geld ausgeben und lieber spenden und in dieser Debatte und muss man den Kindern das vormachen und sollte man das überhaupt machen.
00:01:31: Da habe ich also einige Jahre in diesem Widerspruch glücklicherweise zubringen dürfen, wäre ein paar Jahre geschummelt, sind auf einen Urlaub gefahren.
00:01:38: Und irgendwann war ich dann mit den Kindern alleine, war also alleinerziehend und es kamen drohte Silvester und die wollten mit mir feiern und ich hatte, was war jetzt mit denen?
00:01:47: Also die haben genauso Spaß daran, ich hatte selber noch nie ein Feuerwerk.
00:01:50: Zündet, hatte mich da mal so ein bisschen vor dem zurückgehalten.
00:01:53: Ich habe gesagt, okay.
00:01:54: Die wollen, dass ich möchte denen schönes Silvester bieten und keine Grundsatzdebatte über Brot, Böller und als welche andere führen.
00:02:01: Dann sind wir gemeinsam am neunzwanzigsten Dezember in den nächsten Supermarkt marschiert, haben das gemeinsam ausgesucht.
00:02:08: Und da ich sehr gerne Feuerwehr gucke, muss ich sagen, ich habe das dann abends auch mit denen gerne gemacht.
00:02:13: Wir sind dann wirklich zusammen losgezogen.
00:02:14: Trotzdem beleuchten wir hier natürlich auch die Argumente für ein Böllerverbot, weil auch ich muss mich an dieser Stelle outen.
00:02:21: Ich habe eigentlich immer nur so gelinglich geböllert.
00:02:24: werde ich nicht böllern, aber gelinglich, und als die Kinder natürlich klein waren, ich habe auch zwei Söhne, da war das natürlich gewissermaßen väterliche Pflicht, dass man den Kindern dann auch ermöglicht, mal eine Rakete zu zünden unter Aufsicht usw.
00:02:38: Und ich habe mal in einer, das fand ich ganz faszinierend, in einer Gegend gewohnt in Köln, da würde man sagen, das ist der natürliche Lebensraum des Lastenfahrrades, also ich denke unsere Zuhörer und Zuhörer wissen jetzt genau, welche Klientel dort wohnt.
00:02:50: Und da gab es um neunzehn Uhr an Silvester Feuerwerk.
00:02:53: Das war eine Wohnanlage mit einem sehr großen Innenhof, voller Spielplätze, alles sehr kinderfreundlich.
00:02:58: Und da traf man sich um neunzehn Uhr, weil da wurde es dunkel.
00:03:01: Und da hatten die ganz kleinen Kinder, die wurden dann beaufsichtigt und dann haben die größeren dann Feuerwerk gemacht.
00:03:06: Und dann konnten die Kleinen, die um Mitternacht schon längst im Bett sind und schlafen und nichts mitbekommen von dem ganzen Getöse da draußen, die konnten dann um neunzehn Uhr schon mal Feuerwerk feiern.
00:03:15: Und es gab sogar einige Eltern, die ihren Kindern erzählt haben, es sei schon Mitternacht und sie hätten es geschafft, so lange aufzuleiten.
00:03:21: Das habe ich mit meinen natürlich nicht.
00:03:22: gemacht, aber es wurde natürlich unter Aufsicht vorsichtig entsprechend geböllert mit legalen Böllern, also nichts aus dem Ausland, auf dem Schwarzmarkt importiert.
00:03:35: Und meine Söhne haben sich da inzwischen anders entwickelt.
00:03:37: Der eine ist absoluter Gegner des Silvestervorwerks und der andere sieht da etwas.
00:03:43: etwas locker.
00:03:44: Also dann wissen Sie jetzt ungefähr zu Beginn dieser Folge, aus welcher Richtung wir hier kommen und woher nicht.
00:03:50: Und Böller-Verbot ist natürlich so ein Thema.
00:03:53: MC, wo man sagt, ist mir egal, gibt es nicht.
00:03:57: Das ist ein Thema, wo jeder eine Meinung zu hat.
00:03:59: Mittlerweile schon.
00:04:00: Also ich erinnere mich an positive Zeiten, wo man sagen kann, naja, ist nicht meins, aber ich gucke gerne zu oder für mich nur ein kleines.
00:04:08: Leider sind wir in einem Zeitalter angekommen, wo das so eine grundsätzliche Debatte wird.
00:04:14: Wir haben das ja auch Fragen des Kulturkampfes genannt.
00:04:16: Ich war auch sehr überrascht, da mal in soziale Medien zu gucken, damit kann man ja also zur Not an einen Krieg anfangen.
00:04:23: Also das ist schon der absolute Wahnsinn, was da abgeht.
00:04:26: Das hat eine völlig neue Qualität und das ist für mich deswegen interessant, weil sich die Sach- und Rechtslage ja kein Stück geändert hat.
00:04:33: Also wir haben seit die Regeln und die immer gleichen Regelungen seit Jahr und Tag, Verkauf ab dem neunzwanzigsten, am dreienreißigsten, ab zwanzig Uhr bis zwei Uhr morgens.
00:04:43: was sich verändert hat, ist aber die Menschen, die damit umgehen.
00:04:46: Wir haben Angriffe auf Polizisten und Polizisten auf Rettungswagen.
00:04:49: Wir haben das weiterhin hohe Verletzungsrisiko.
00:04:53: Wir haben eben was vorhin angesprochen, die Importe.
00:04:56: Das heißt, ohne dass die Rechtslage sich verändert hat oder böse oder gute Politiker irgendwas gemacht hätten, haben die Menschen Also ich spitze es jetzt mal zu, die Zahme-Böller-Kultur ein Stück weit kaputt gemacht.
00:05:13: Also ich bin auch sicher, dass ein Böllerverbot eines Tages kommen wird.
00:05:16: Also ich halte ein Böllerverbot durchaus jetzt nicht zwingend für wünschenswert, aber ich halte es für nachvollziehbar, gerade wenn man sieht, welche Straßenschlachten uns da in deutschen Innenstädten gewissermaßen erwarten.
00:05:29: Und dazu passt natürlich auch, wir kommen ja nicht um ein paar Zahlen drum herum, dass natürlich Augenkliniken insbesondere zum Jahre natürlich dann auch die Augenverletzungen mal etwas gesonder zählen.
00:05:40: Und da sind zum Beispiel zum Jahreswechsel Vierundzwanzig, Vierundzwanzig.
00:05:45: Aktuelle Zahlen liegen ja uns zum Zeitpunkt noch nicht vor, als wir diese Podcast-Folge hier kurz vor Silvester aufzeichnen.
00:05:52: Neunhundertfünf Augenverletzungen, dann sagt man jetzt, naja gut mein Gott, dreiundachtzig Millionen Bundesbürger, neunhundert Verletzer ist jetzt nicht so viel.
00:06:00: Doch das ist sehr viel, weil es sind so... Sechzig Prozent Unbeteiligte, die es trifft und damit natürlich auch viele Kinder und Jugendliche.
00:06:08: Und diese neunhundertfünf Augenverletzungen beim letzten Silvester sind tatsächlich ein trauriger Höchststand seit Beginn der Erfassung.
00:06:17: Also
00:06:17: da hat sich das Verhalten der Menschen tatsächlich zum Negativen verändert, dass man eben früher, ich habe meine Kinder in Frankfurt großgezogen, konnte man auf jeden Platz gehen auch mit kleinen Kindern.
00:06:32: um Feuerwerk zu gucken.
00:06:33: Da muss man jetzt wirklich nicht besonders aufpassen.
00:06:36: Das würde man heute nicht mehr machen und da bin ich auch ein bisschen pist gegenüber Deutschen und die sich da entsprechend schlecht verhalten, die Menschen gefährden.
00:06:47: Ey, muss echt nicht sein.
00:06:49: Ja, in Köln habe ich das auch mitbekommen.
00:06:52: Da war es allerdings dann noch so, als meine Jungs klein waren, dass andere, man würde jetzt sagen, die Rabauken, dass die gesagt haben, nee, da sind Kinder und die haben dann ihren Spöke so anders gemacht.
00:07:03: Heute habe ich den Ahnung, wird da gar nicht mehr so drauf geachtet.
00:07:05: Also ich selber lebe auf dem Dorf, also eher in der ländlichen Speckgürtel von Köln, da ist das... Also da hat man natürlich nicht die sozialen Konflikte wie in großen Innenstädten.
00:07:18: Und da haben wir keine marodierenden Jugendbanden, die sich gegenseitig aus der Hand mit Silvesterraketen beschießen.
00:07:27: Ich glaube, dass da der kulturelle Aspekt manchmal so ein bisschen gering geschätzt wird.
00:07:33: Wir sind in der Zeit aufgewachsen, wo... das einfach dazugehörte.
00:07:38: Es gab an Silvester Feuerwerk, egal ob man das selber mitgebracht hat, man hat sich ins Fenster gestellt und konnte rausgucken und hier nach dem wo man wohnte gab es dann halt mehr weniger oder Mittel.
00:07:51: In vielen Ländern gibt es keinen Feuerwerk aus Naturschutzgründen oder aus vielen anderen Gründen.
00:07:57: Gibt es in Deutschland ja auch.
00:07:58: In Gegenden, wo beispielsweise Rätächer sind, kannst du kein Silvester-Feuerwerk machen?
00:08:02: Ich hatte meine gewagte Idee.
00:08:04: Zur Jahrtausendwende war ich zufällig gerade im Urlaub in den USA und wir kamen auf die wahnsinnig coole Idee, doch auf das Hoteldach zu gehen und da das sicherlich tolle Feuerwerk zu gucken.
00:08:14: Ich glaube, es war Los Angeles, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
00:08:18: Da war nix.
00:08:20: Weil die, wie ich dann gelernt habe, Böllern, die am vierten Juli.
00:08:22: Das hat mir jetzt nicht so wahnsinnig viel geholfen.
00:08:24: Das war tatsächlich so ein bisschen so Standard mit unserem Sekt und die deutsche Truppe so.
00:08:28: So offensichtlich ist es aber auch in kein Naturgesetz, dass man an dem Abend da das Wahnsinn das Feuerwehr hat abbrennt.
00:08:34: Also ich bin da so ein bisschen hin und her gerissen, weil ich denke, Mensch, das gehört, gehört dazu.
00:08:39: Dann kenne ich aber auch von Kindheit an die Diskussion mit den Kosten und den Spenden, die man eigentlich mit dem Geld kann mal viel schönere Sachen machen.
00:08:46: Ich muss sagen, ich finde auch Feuerwehr schön.
00:08:48: Ich meine deswegen aber auch gerne städtisch organisiert.
00:08:52: Also wenn da jetzt jemand seinen Erspartes für Feuerwerk ausgeben möchte, dann soll das tun.
00:08:58: Also es ist mir ja egal, wovon ein Fremder sozusagen im legalen Bereich seinen Konsum hat.
00:09:03: Auf der anderen Seite, wenn wir jetzt wirklich mal reine Vernunftkriterien anlegen, also Feinstaubbelastung, Umweltbelastung, Lärmbelastung, Tierschutz und so weiter.
00:09:11: Da muss man sagen, gibt es eigentlich keinen vernünftigen Grund, außer jetzt sieht aber schön aus oder fühlt sich cool an.
00:09:18: wobei das auch schon wieder ein grenzwertiger Grund ist, merke ich gerade, gibt es ja keinen vernünftigen Grund, ein Feuerwerk durchzuführen.
00:09:24: So, jetzt haben wir aber tatsächlich die alte Tradition, das austreiben böser Geister und so weiter, aber ich bleibe dabei, wenn ich mir die Ausschreitungen in den Innenstädten anschaue, die dann über die Medien und Social Media natürlich entsprechend verbreitet werden, wenn ich mir das anschaue, dann sage ich mir, das hat nichts mehr mit austreiben böser Geister zu tun, da kommen erstmal die bösen Geister alle rein in die Städte.
00:09:45: Ja, was ich auch so furchtbar finde, ist dieses Ausdehnen.
00:09:48: Früher war völlig klar, es geht am Silvesterabend los und spätestens um zwei Uhr ist Feierabend und man geht nach Hause.
00:09:54: Dass sich das jetzt auf Tage vorher und Tage nachher auswaltet und man sich ständig zu Tode erschreckt, weil irgendwo gerade ein Böller hochgeht eine Woche vor und eine Woche später.
00:10:04: Das ist wirklich das Verhalten der Menschen.
00:10:05: Ich finde es wirklich schade, dass offensichtlich eine relativ kleine Gruppe...
00:10:09: Glaubst du auch, dass ein Böllerverbot kommen wird eines Tages?
00:10:12: Ich gehe davon aus.
00:10:13: Wir werden in Europa... Wir sitzen mitten in Europa, das wird nicht ohnegehen.
00:10:18: Die Niederländer haben es jetzt, glaube ich, für nächstes Jahr beschlossen, wenn ich das Richtchen im Hinterkopf habe.
00:10:23: Ja, aber da kann man schon sagen, da freuen sich dann die Geschäfte an der deutschen Grenze.
00:10:30: Die Hotels werden sich freuen, dass wir dann entsprechende Besucher haben.
00:10:34: Und die Leute, die sagen, wir finden das toll, die wollen dann da auch hin.
00:10:37: Auf der anderen Seite verstehe ich aber auf die Zahl der Haustierer hat in Deutschland sehr stark zugenommen.
00:10:41: Es gibt immer mehr Hunde und Katzenbesitzer und die haben wirklich Last damit.
00:10:45: Das wird gar keine Frage.
00:10:47: Das ist für die Tiere ganz, ganz furchtbar.
00:10:50: Und so gibt es natürlich dann auch Spannungen innerhalb der Anwohnerschaft.
00:10:53: Dann sagen hier, warum böllert ihr?
00:10:55: Wir haben doch hier Hunde und Katzen.
00:10:58: Die Drehend finde ich durch.
00:11:01: Der Aushandlungsprozess funktioniert nicht mehr.
00:11:02: Ich bin ein sehr großer Fan von gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen, wo man dann eben sagt, zeitliche Begrenzung, wir halten uns alle dran, haben vielleicht auch noch alle Spaß oder bringen nochmal ein Sekt extra vorbei, alles fein.
00:11:14: Und wenn das aus den Fugen gerät, dann klappt es nicht mehr.
00:11:18: Und wenn das dann auch noch hochgeschaukelt wird zu einer... Kulturfrage, links, rechts, geradeaus.
00:11:24: Dann zerreißt es etwas, was eigentlich mal nett und gemeinsam war.
00:11:29: Früher war das so, dass man auf die Straße ging, um zum Böllern oder zum Gucken.
00:11:34: Man begrüßte Fremde mit einem frohen neuen Jahr.
00:11:37: Und ein
00:11:38: Glas Sekt in der Hand.
00:11:39: Genau, und Deutsche und Fremde sind ja immer so ein besonderes Thema, aber da war das wunderbar.
00:11:44: Die Leute haben auf die Kinder geguckt, man hat sich ein Frohes Neues gewünscht.
00:11:48: Die Stimmung auf der Straße, selbst in Großstadtvierteln, die sich sonst plattgesammelm Hinter nicht angucken, völlig fein.
00:11:57: Ja, es hat schon auch was Verbindendes.
00:11:59: Also, wenn man es jetzt konstruktiv sieht, definitiv hat es auch was Verbindendes.
00:12:03: Genau, natürlich sieht es am nächsten Tag aus, wie sauerne mich die Straßen, die denken, oh Gott, meinen Steuergelder müssen jetzt... hier das Zeug wegfahren.
00:12:10: Ja gut, aber das haben die Städte doch inzwischen, glaube ich, so gelöst, dass bestimmte Straßen dann auch gar nicht mehr gereinigt werden.
00:12:16: Da müssen die Ammoner selber ran.
00:12:18: Oder so, aber insgesamt ist es natürlich wahnsinnig
00:12:20: schwer.
00:12:20: Also bei uns wird von Hand gesammelt, so wie ich das
00:12:22: mitgemacht
00:12:23: habe, oder?
00:12:23: Den
00:12:23: Innenstadtbezirken kommt natürlich dann die Straßenreinigung.
00:12:27: Das ist eine Riesensauerei.
00:12:28: Also da machen wir uns alles nichts vor.
00:12:30: Also das, was an Steuern vielleicht eingenommen wird durch den Verkauf, pusten wir auf der anderen Seite durch die Reinigungskosten wieder raus.
00:12:36: Du hast eben den Verkaufszeitraum angesprochen.
00:12:39: Ich behaupte, der Verkaufszeitraum spielt für das eigentliche Silvester überhaupt keine Rolle.
00:12:45: Der spielt nur eine Rolle, ob ich die Feuerwerkskörper schon vorweinharten kaufen kann oder nicht, weil dann fangen die Leute halt auch schon vorher an, die eine oder andere Rakete zu zündeln.
00:12:53: Ich meine, wir wissen genau an dem Tag, wo der Verkauf in den Geschäften frei startet.
00:13:00: Da müssen wir auch nochmal kurz drüber sprechen.
00:13:02: Da gibt es ja auch unterschiedliche Zeiträume.
00:13:04: Genau an diesem Abend hören wir die ersten Raketen und die ersten Böller.
00:13:08: Das ist einfach so.
00:13:09: So, und als Gewerbetreibender kann ich natürlich mit meiner Handelshof oder Metrokarte kann ich natürlich auch lange vor Weihnachten im Großhandel mich schon ausreichend mit Feuerwerk eindecken.
00:13:20: Also wenn jemand will, dass er an Feuerwerk kommt, wird er immer einen Weg finden, auch jenseits vom offiziellen Verkaufsstadt entfernt.
00:13:28: Genau, und das Einzige, wo man noch was machen kann, ist tatsächlich beim Abbrennen, weil das hört und sieht man.
00:13:33: Dann können Bußgelder verhängt werden und man läuft den Leuten hinterher.
00:13:37: Damit können wir auch seine Zeit, seine Zeit als Ordnungskräfte verbringen.
00:13:42: Wir werden nur diese Kontrolle, die ich da einfach nicht hinkriege.
00:13:44: Also mir gefällt es so nicht, wie es aktuell ist.
00:13:46: Also in dem Fall wäre ich mal wirklich ein Fan der guten Zeit der alten Böllerkultur.
00:13:52: Gut alte Zeiten kommen nicht zurück.
00:13:53: Das haben wir jetzt schon.
00:13:55: Ich habe noch ein Gegenargument gegen Zentral.
00:13:58: gegen zentrale Feuerwerk, ob mit LED oder ohneseits, völlig dahingestellt.
00:14:02: Ich erzeuge ja dann wieder einen Wahnsitzverkehr, weil jeder, der sich das angucken möchte, muss ja dann wieder zum Rhein nach Köln, in Berlin, in die Innenstadt oder an die zentralen
00:14:11: Orte.
00:14:12: Spanburger Tor, ja klar.
00:14:13: Wo
00:14:13: das stattfindet, dann wird wieder hin und her gefahren.
00:14:18: Ja, aber so eine
00:14:19: digitale Drohnschau ist natürlich dann auch eine digitale Drohnschau.
00:14:23: Das ist kein Geruch, das ist kein Knall.
00:14:26: Oh, nein,
00:14:27: können die bestimmt
00:14:28: auch.
00:14:28: Ja, aber trotzdem, ja.
00:14:29: Also, ich meine, welchen Sinn würde es machen, wenn man sagt, mit Blick auf den Tierschutz verzichten wir jetzt auf Böller und Raketen und lassen dann die Drohnen künstlich Geräusche machen?
00:14:38: Also, das ergibt ja keinen Sinn.
00:14:39: Also,
00:14:39: da setze ich ein bisschen auf technische Innovation, dass man sagt, Mensch, da setzen sich Leute hin, die sagen, wir wollen hier ein ganz besonderes Event machen, was man besonders weitzieht oder was besonders tolle Sachen machen.
00:14:51: Da, glaube ich, das kriegen wir noch ganz gut hin.
00:14:54: Ich hätte aber echt Sorge.
00:14:56: dass dann Millionen Leute sich Silvester auf den Weg machen müssen, wenn sie überhaupt ein bisschen Silvester-Feeling
00:15:01: haben wollen.
00:15:02: Das ist natürlich ein Punkt.
00:15:03: Und ich habe mal so eine Drohnen-Show gesehen.
00:15:06: Das war ganz nett.
00:15:07: Ja, das war, da waren auch spektakuläre Effekte dabei.
00:15:10: Aber wenn ich das jetzt mit dem Silvester-Feuerwerk vergleiche, auch wenn ich sage, ja, es wird ein Böller-Verbot kommen und ja, ich Böller dieses Jahr nicht.
00:15:17: Und es gibt viele gute Argumente gegen Böller.
00:15:20: Aber wenn ich jetzt sage, ausgerechnet in der Silvester nach eine Laser- oder Drohnen-Show, Das passt irgendwie nicht für mich vielleicht bin ich dafür auch schon zu alt weil ich halt mit mit böllern und dem geruch von schwäfel gewissermaßen aufgewachsen.
00:15:32: das was das was gibt ja auch noch so ein bürgerlichen aspekt.
00:15:36: jeder konnte böllern ja da hat er vielleicht nur eine kleine packung raketen gekauft also dieses dieses dieses maßlose gab es ja für auch nicht.
00:15:43: also da hatte jeder so ein kleines budget und dann hat man.
00:15:47: gegenseitig so geguckt wird, noch so ein bisschen die Schönerin, dass man da heute das Gefühl hat, der würde ein mittleres Monat einkommen auf der Straße liegen.
00:15:55: Das ist ja auch eine relativ neue Entwicklung.
00:15:57: Und dass der bürgerliche Aspekt, also wir reden ja einfach so, so neu Deutsch über Teilhabe an... an Böllern konnte jeder Teil haben.
00:16:05: Er konnte zu Fuß in den nächsten Supermarkt laufen, sich den Kram nach Hause holen, aufbewahren und sich um Mitternacht mit den Nachbarinnen und Nachbarn auf die Straße stellen.
00:16:13: Da war man gleich.
00:16:15: Das ging jetzt nicht wertschöner oder größer, sondern man hat, war da eine Gemeinschaft an der Stelle.
00:16:22: Und das wird so ein bisschen aufgehoben, weil wer kann irgendwo hinfahren, wer kann sich vielleicht noch ein Hotel mieten, um diese Supershow zu sehen, wer macht es zu Hause am Fernsehen.
00:16:30: Das finde ich schade, wenn das dann gar nicht mehr ist.
00:16:33: Also meine These für Silvester, der ist im Jahr vor dem Jahr vor dem Jahr.
00:16:40: ist natürlich so was meine Nachbarschaft betrifft.
00:16:43: Ich würde mal sagen, wenn da wir sagen immer geböllert, aber eigentlich muss man sagen, die meisten Feuerwerkskörper sind ja Raketen, die in den Himmel geschossen werden oder die von diesen Batterien nach oben geschossen werden.
00:16:55: Also meine These ist die älteren, also die Erwachsenen werden wahrscheinlich achtzig Prozent Raketen nutzen und Diejenigen im Teenageralter, die werden halt böllern und es wird knallen.
00:17:07: Und es werden auch diejenigen böllern knallen, die selber Haustiere haben.
00:17:11: Das muss ich einfach an dieser Stelle ganz offen sagen.
00:17:14: Und ich habe vor einiger Zeit ein Nachbarn, den ich sehr schätze, getroffen.
00:17:19: Der hat ein sehr, sehr hartes Jahr hinter sich.
00:17:22: Und der hat gesagt, ich freue mich auf Silvester, weil ich baller dieses Scheißjahr einfach weg.
00:17:28: Und da muss ich ganz ehrlich sagen...
00:17:29: Das finde ich auch wirklich eine schöne Geschichte.
00:17:31: Ja, also dem Gönn... Eine schöne
00:17:32: Vorstellung.
00:17:32: Also
00:17:33: unabhängig jetzt von Tier- und Naturschutz, dem Gönne ich jeden Kracher und jede Rakete.
00:17:40: Das tue ich auch, ohne dass ich jetzt genau weiß, um wen es geht.
00:17:44: Ich finde das eine ganz tolle Sache, weil dafür ist es ja auch da.
00:17:47: Man feiert das Jahresende, man guckt entweder Optimistoffen, neues Jahr oder man ist froh, dass das alte rum ist.
00:17:54: Ich finde es auch wichtig, dem Ausdruck zu verleihen.
00:17:56: Also das muss irgendwo hin, ja?
00:17:58: Und dann die einen, das berühmte Raklet, deutsche Raklet mittlerweile oder die Brettspiele oder die Wunderkerzen mit den kleinen Kindern oder eben einmal im Jahr Sekt.
00:18:08: Ich mag zum Beispiel persönlich gar nicht so gerne Sekt, aber gehört irgendwie zu Silvester dazu und dann ist das auch völlig fein.
00:18:15: Und ich fand das auch ehrlich gesagt schön mit meinen Kindern auf der Straße zu stehen, die dann auch immer älter wurden und mit denen quasi das erste mal eine Flasche Sekt aufzumantig mag.
00:18:23: Das ist wirklich nicht.
00:18:25: Aber es hat was Besonderes.
00:18:27: Es ist wirklich ein Riesensiff und es stinkt wie Sau.
00:18:33: Man muss vorsichtig sein, wenn man nach Hause
00:18:35: geht.
00:18:35: Man geht zur Sicherheit nicht mit der guten Jacke nach draußen.
00:18:38: Und ab Null und Zwanzig fahren leider in den Großstädten die Rettungswagen.
00:18:42: Man weiß auch, die fahren jetzt nicht spazieren, um je blaulicht zu zeigen.
00:18:45: Das ist so bitter, wie es ist.
00:18:46: Ja, ich denke, die zwanzig Minuten brauchst du nicht.
00:18:48: Das geht schon Punkt.
00:18:50: Silvester, denke ich, spätestens los.
00:18:53: Jetzt müssen wir natürlich überlegen, wir haben es ja gerne übersichtlich und wir haben es gerne schwarz und weiß.
00:18:59: Und jetzt stehen wir ja vor der Frage, Böllerverbot, ja, nein.
00:19:03: So, es gibt aber auch noch etwas dazwischen, wo man vielleicht sagt, wir erkennen an, dass es zwei gegensätzliche Positionen gibt, aber gibt es auch einen Kompromiss, sei es jetzt auf den Weg hinzu zum Böllerverzicht oder einfach ein Kompromiss, auf dem man sich die nächsten Jahre tatsächlich verständigen könnte.
00:19:20: Siehst du da etwas?
00:19:20: Es gibt ja auch leise Feuerwerke.
00:19:23: Dass man vielleicht sagt, wir verbieten Kanonschläge und
00:19:26: alles was
00:19:26: Krach macht.
00:19:27: Genau, ich glaube es gibt in der Kölner Innenstadt, wenn ich das richtig gesehen habe, zum Schutz der Anwohner sind Raketen erlaubt, aber das was so Schläge macht eben nicht.
00:19:38: Ich glaube, wir brauchen eine stärkere Regelhaftigkeit, also mit so ein bisschen Appell, so du, du, ne, benehmt euch jetzt mal anständig, das wird nicht funktionieren.
00:19:46: Vielleicht muss man tatsächlich da stärker durchgreifen, Bußgelder erhöhen und sobald mal die erste Teenager-Truppe in der Nachbar schaffen, wo ordentlich gezahlt hat, vielleicht kommt es dann so ein bisschen in die Reihe.
00:19:56: Wir werden auch Großflächige, was ich gut finde, auch großflächige Verbotszonen haben.
00:20:02: Ich nenne das auch eine Sanktion für ein Viertel.
00:20:04: So, Leute, ihr habt es letztes Jahr nicht hingebracht, jetzt ist es hier mal feier.
00:20:07: Abend seht zu, wie ihr das macht.
00:20:09: Und hier gibt es das jetzt einfach mal nicht.
00:20:11: Also das ist jetzt natürlich eine hohe Anforderung an Sicherheitskräfte, an Feuerwehr.
00:20:16: Aber ich würde... Deutschland tatsächlich noch eine Chance geben, diesen Aushandlungsprozess auch durchzuführen, eben zum Beispiel auch für den Mann, den du gerade beschrieben hast, den wünsche ich für dieses Jahr ein ganz tolles Jahr.
00:20:28: Aber ich kann das zuhundert Prozent nachvollziehen und ich würde jetzt ungern so eine Silvester-Kultur komplett kippen und sagen, wir geben jetzt hier kampflos auf, weil Feuerwerk Sabot ist links und Böllarn ist rechts.
00:20:42: Also ich glaube, dass sowohl die Technik uns da noch Sachen liefert, dass man sagt, wir haben hier zum Beispiel ab einer bestimmten Lautstärke sind bestimmte Sachen untersagt.
00:20:51: Und wer das in der Hand hält oder wo das auf der Straße liegt, das wird dann noch mal teuer.
00:20:55: Das kennen wir aus dem Straßenverkehr.
00:20:57: Wenn die Leute richtig zahlen müssen, dann
00:20:58: kommen wir an die Idee.
00:20:59: Ja, aber das ist natürlich auch wieder die Durchsetzung solcher Dinge.
00:21:01: Ja, du kannst ja nicht hundert Prozent aller Polizeimamten auf die Straße holen in der Silvesternacht.
00:21:05: Und
00:21:05: Gott, das will dann ja auch welche feiern.
00:21:07: Also ich glaube, dass dieser Aushandlungsprozess, ich würde diesem Aushandlungsprozess noch eine Chance geben.
00:21:12: und ich stelle jetzt mal eine steile These auf, Dosenpfand.
00:21:16: Dosenpfand ist ja angekündigt worden.
00:21:18: Wenn Mehrwegquote nicht erreicht wird, dann kommt das Dosenpfand.
00:21:22: und plötzlich sagten alle, oh, wie blöd, jetzt kommt ja Dosenpfand.
00:21:25: Und ich glaube, ich würde das in Deutschland auch mal so probieren, so eine Karenzzeit, so wie man das auch hat, so bei Bewährung, bei Fußballfans.
00:21:32: Man sagt so, Leute, entweder kriegt es jetzt hin oder es ist Feierabend.
00:21:35: Also ich beteilige mich dann auch gerne mit daran oder spreche auch mit Leuten, die da problematisches Verhalten zeigen.
00:21:43: Und einigen muss man dann wirklich über... über Regelungen und auch über die Ankündigung, dass dann jetzt wirklich mal Schluss ist, muss man denen in irgendeiner Form beikommen.
00:21:52: Vorsicht!
00:21:53: Unsere Debatte gerade dreht sich um das Böllerverbot, um diejenigen, die den einreißigsten Dezember, genauso wie den Nacht zum ersten Mai, dafür nutzen, Straftaten gegen Polizistinnen und Polizisten zu begehen, die sind davon ausdrücklich ausgenommen, das war vorher auch schon verboten.
00:22:11: Also dass das unglaubliche Kräfte bindet, weil da irgendwelche Interessengruppen meinen, sie müssen jetzt mal zeigen, wie sie der deutschen Polizei gegenüber treten.
00:22:20: Das hat damit einfach nichts zu tun.
00:22:22: Definitiv.
00:22:22: Übrigens noch eine kurze historische Einschätzung zum Thema Dosenpfand.
00:22:26: erfunden unter einem CDU-Umweltminister durchgeführt von einem Umweltminister der Grünen.
00:22:32: Also könnte man sagen, da ist gewissermaßen eine seltschaftliche Konsens.
00:22:35: Vielleicht schaffen wir das ja auch beim Böller-Verbot.
00:22:38: Wäre das vielleicht etwas, wo man sagen könnte, Böller-Verbot ja, Raketen-Verbot nein, könnte das der Kompromiss sein?
00:22:45: Weil Böller sieht ja nicht schön aus.
00:22:47: Also ich würde aus politischer Sicht sagen, das Ding kommt jedes Jahr.
00:22:51: Man kann sich darauf einstellen.
00:22:53: Und ich würde tatsächlich die nächsten Jahre unterschied... Regelungen probieren.
00:22:56: Ich bin ja da immer nur Versuch, Mord klug.
00:22:59: Und Menschen, da sich ja nichts zu Hause hinlegen, über fünf Jahre sind ja durchaus da anpassungsfähig.
00:23:05: Vielleicht kann man da auch das beste Konzept einfach mal finden und sagen, okay, unser Ziel ist es in fünf Jahren, die Situation um die Böllerfragen in Deutschland zu befrieden und trotzdem die Leute schön Silvester feiern lassen.
00:23:16: Was könnte ein Weg dahin sein?
00:23:18: und das einfach mal durchzutesten?
00:23:19: Ist in der Politik nicht so fürchterlich belieb, weiß ich, würde ich aber tatsächlich mal machen und auch wirklich ganz genau gucken, was bieten die Verbotszonen, was bieten unterschiedliche Persons Verbotszonen.
00:23:30: Deutschland ist groß genug, kann man sich auch nachher, hat man ja in Jahrzeit sich vernünftig zusammenzusetzen und zu sagen, was hat gut geklappt, wo sagen, das war es nicht.
00:23:37: Schauen wir uns mal kurz den wirtschaftlichen Faktor des Feuerwerks in Deutschland an.
00:23:42: Da ist zwar eine gigantische Zahl von knapp zwei Hundert Millionen Euro im Raum und man spricht natürlich auch davon, dass da hunderte Arbeitsplätze dranhängen.
00:23:51: Richtig, wenn man sich das so anschaut.
00:23:54: Die Firma WECO als letzte große Fertigung in Deutschland hat so um die Zwei Hundert Fünfzig Zwei Hundert Sechzig Arbeitnehmer.
00:24:00: Und hat aber nur noch fünfzehn Prozent des von Weco verkauften Feuerwerks in Eigenfertigung.
00:24:06: Das heißt also, seventy fünf Prozent davon gehen sowieso ins Ausland.
00:24:09: Das meiste Geld davon nach China wird also von dort entsprechend importiert.
00:24:13: Und im deutschen Staat würden jetzt bei rund zwei Hundert Millionen Umsatz bei den Endkundinnen und Kunden würden ungefähr einund dreißig Millionen Euro verloren gehen.
00:24:23: Das ist natürlich auch noch eine sehr große Summe.
00:24:25: Auf der anderen Seite kann man sagen, angesichts des Sondervermögens und so weiter kommt es jetzt auf.
00:24:29: Kehme es auf ein und dreißig Millionen Euro nicht an, aber und das sage ich auch in allem Respekt vor jedem Menschen, der bei der Firma WQ arbeitet.
00:24:37: Auch diese Menschen haben wiederum Familien zu ernähren und auch da gibt es Menschen, die in der Tradition diese Fertigung machen und die sich für diesen Beruf entschieden haben.
00:24:48: und auch über deren Schicksale sollte man nicht einfach so drüber gehen.
00:24:51: Das ist sozusagen ein Aspekt, den man berücksichtigen sollte.
00:24:55: Es ist aber kein Aspekt, wo ich sage, auf den müssen wir hundert Prozent unserer Argumentationen liegen.
00:25:00: Und dann sind wir auch wahrscheinlich wieder von dieser Blockbildung weg.
00:25:03: Böllern, ja, nein, alles andere dazwischen ist nicht möglich.
00:25:07: Also die wirtschaftliche Bedeutung hatte ich ehrlich gesagt etwas höher eingeschätzt.
00:25:11: Wir kommen die Zahlen eigentlich geringer vor, als ich sie persönlich eingeschätzt habe.
00:25:14: Ich habe aber vorher nicht nachgeguckt.
00:25:16: Insofern ist mein Urteil jetzt wirklich nur eine spontane Meinungsäußerung dazu.
00:25:23: Dreißig Millionen angesichts des Bundeshaushalts.
00:25:26: Nein, an der Mehrwertsteuer.
00:25:27: Ja
00:25:28: eben, aber drei.
00:25:28: Also es sind zweihundert Millionen Euro Umsatz fürs Feuerwerk und davon kassiert der Staat dreißig Millionen Mehrwertsteuer.
00:25:34: Ja und das ist jetzt für angesichts von einer Sondervermögen.
00:25:36: angesprochen, angesichts des Volumen des Bundeshaushalts, können wir da, glaube ich, nur noch mal entspannter sein.
00:25:41: Da
00:25:41: ist das ein China-Böller im Gesamtfeuerwerk Deutschlands gewissermaßen.
00:25:45: Ja, vermutlich schon, also wenn man sich das so anguckt.
00:25:48: Also ich würde die, ja wir nennen das immer Aushandlungsprozesse oder ich würde versuchen, an dem Kompromiss wirklich aktiv zu arbeiten und die Vorteile von Deutschland auch mal aus politischer Hinsicht zu nutzen.
00:26:00: Wir haben sechzehn Bundesländer, wir haben ganz viele Kommunen, wir haben unterschiedliche Strukturen, nirgendwo steht geschrieben.
00:26:06: dass wir bundeseinheitlich entscheiden müssen.
00:26:08: Ich erwarte davon, Gesetzgeber den Kommunen, Bezugsregierungen oder Ländern einfach mehr Handhabe zu geben.
00:26:15: Weil warum muss die Regelung in NRW genauso sein wie im Bayerischen Wald?
00:26:18: Steht nirgendwo, sondern einfach mal da auch ausprobieren, was für die Situation vor Ort am besten passt und dann immer im daraufforgenden Jahr auch mal nachjustieren.
00:26:30: Also das ist mir alles immer so ein bisschen schwarz-weiß, was da gemacht wird.
00:26:35: Ja, glaubst du, dass diese Debatte oder diese leidenschaftlich geführte Debatte auch psychologischen Druck ausübt auf die jeweiligen Argumentierenden?
00:26:46: Ja, auf jeden Fall.
00:26:47: Und ich glaube, dass das einerseits finde ich es ja immer gut, wenn über politische oder gesellschaftliche Fragen auch in den Familien gesprochen und diskutiert wird.
00:26:54: In dem Fall.
00:26:57: finde ich das nicht gut, weil es nämlich dann so ein Gesamtkonzept, wie verbringen wir Silvester?
00:27:01: Das ist ja eine klassische Frage, die Leute ab dem Beginn der Adventszeit auch bewegt.
00:27:07: Dass eine solche Frage dann auch entwertet wird.
00:27:09: zu der Frage, böllerst du oder nicht?
00:27:11: Das finde ich persönlich sehr schade.
00:27:13: Insofern psychologisch deinen Druck aufzubauen über Böllern ist rechts und die anderen sind links.
00:27:19: Das finde ich absolut daneben, weil es nämlich den Druck aufbaut.
00:27:24: Ich muss mich rechtfertigen.
00:27:26: passen meinen Verhalten in irgendeiner Form an, weil ich irgendwie im Ganz fürchterliche gefallen oder nicht gefallen möchte.
00:27:31: Ich mache noch wieder einen Grabenauf in der Familie oder im Kollegenkreis.
00:27:36: Das finde ich einfach nur unangemessen, weil das nämlich dann den Druck erhöht.
00:27:40: Ich will mich konform meiner Gruppe verhalten und gar nicht, ich habe Spaß an dem Tag, sondern ich muss irgendwie gucken, wie ich zwischen den gedachten ideologischen Fronten zurechtkomme.
00:27:51: Das finde ich schade.
00:27:52: Also mir hat wahrscheinlich, wenn ich den geböllert habe, also Sie merken wahrscheinlich, wir benutzen den Böllern hier als Anonym für alles, was zischt und kracht und blitzt.
00:28:03: Und als ich selber geböllert habe, da war es halt so, ich würde mal sagen, gefühlt, habe ich ninety-fünf Prozent meines Budgets, was auch sehr niedrig und sehr, sehr überschaubar war, ninety-fünf Prozent meines Budgets für Raketen ausgegeben oder für diese Batterien, die Raketen in die Luft schießen und vielleicht nur fünf Prozent für Böller, was aber mein Als es dann war, weil man so eine Kombipackung gekauft hat.
00:28:24: Weil mein Geiz hat mir immer gesagt, das knallt und dann ist es weg.
00:28:27: Da habe ich ja nichts von.
00:28:28: Wenn ich aber die Rakete habe, das ist so wie im Kind.
00:28:31: Man hat die Vorfreude.
00:28:32: Man steckt es in diese beschwerte Sektflasche rein.
00:28:35: Dann zischt es nach oben.
00:28:36: Dann gibt es Vorfreude.
00:28:37: Dann gibt es diesen Blitz.
00:28:39: Man hat natürlich vorher gelesen, das ist Komet, das ist Schweif, das ist Betlehem oder sonst was.
00:28:43: Keine Ahnung, die Feuerwerke wissen, was das bedeutet.
00:28:46: Ich wusste das nicht.
00:28:46: Das heißt für mich, was immer eine Überraschung ist, ist es rot, gelb, blau, gold oder wie auch immer.
00:28:51: knistert es, knallt es noch oben.
00:28:53: Also das war dann schon ein schönes Erlebnis, wo ich dann dachte, da habe ich dann für mein Geld auch wirklich was bekommen.
00:28:58: Auch wenn es dann am nächsten Tag logischerweise also Dreck auf der Straße lag.
00:29:03: Aber da ich dann sowieso immer zu denjenigen gehörte, die dann morgens um zehn zusammen mit den anderen, da die Straße nochmal gefegt haben, dann habe ich das dann natürlich auch... selber wieder weggeräumt oder zumindest Teile davon weggeräumt.
00:29:15: oder andere haben mein Feuerwerk weggeräumt und ich habe deren Feuerwerk weggeräumt, weil die Dinger fliegen ja auch irgendwo entsprechend hin.
00:29:21: So, ich schlage vor.
00:29:23: Zu Beginn, doch zu Beginn haben wir ja unsere persönliche Position genannt.
00:29:28: Ich habe ein paar Erkenntnisse in der Diskussion mit MC dazu gewonnen.
00:29:31: Ich hoffe sie auch.
00:29:32: Und wir haben ja gesagt, aus welcher Ecke kommen wir, was Böllern und Raketen betrifft.
00:29:37: Und jetzt möchte ich sozusagen auch schließen mit, wie handhaben wir es dieses Jahr?
00:29:41: Also, Buschardt Senior, nämlich ich, werde nicht böllern und zischen und es knistern und knallen lassen.
00:29:48: Einfach, weiß ich nicht, passt dieses Jahr nicht so für mich.
00:29:52: Nächstes Jahr denke ich da neu drüber nach.
00:29:53: Ich bin also jetzt noch kein Feuerwerksgegner.
00:29:56: Für Sohn I, kann ich sagen, der wird mit Blick auf Natur und Tierschutz definitiv gar nichts machen in dieser Richtung.
00:30:04: Und bei Sohn II, kann ich sagen, der muss sich als Student in der Gastronomie an Silvester eine Sonderschicht verdienen.
00:30:11: Der ist also auch aus allem raus.
00:30:12: Also ich kann sagen für drei Bushards dreimal Nein was zwischen Böllern und Knistern betrifft.
00:30:19: Wie sieht es in Lagern nimmerfroh aus?
00:30:22: Gehen wir alle durch.
00:30:23: Etwas diverser.
00:30:24: Also wenn sich meine Silvesterpläne so bewahrheiten, wie ich das vor habe, dann wird das eine recht ruhige Veranstaltung.
00:30:32: Werden auch im Hinblick auf ein turbulentes Jahr, was ja einige unserer Hörerinnen und Hörer auch miterleben durften, in den vielen Folgen, die wir gemacht haben.
00:30:41: Das heißt, ich selber werde nichts einkaufen, außer es verirrt sich noch ein Kind zu mir und hat Lust, mit seiner Mutter zusammenzufallen.
00:30:49: Die sind jetzt in dem Alter, wo Silvester mit Mama nicht mehr ganz oben auf der Hätliste steht, aber sollte noch eins kommen.
00:30:56: Und noch nicht alt genug, dass man wieder zu Mama geht, ne?
00:30:59: Genau.
00:30:59: Und den werde ich, wenn er dann doch kommt, den werde ich auch fragen, soll mir vorher was einkaufen und eine gute Altersradition.
00:31:07: Würde ich das dann auch für ihn finanzieren und mit ihm gemeinsam machen, weil ich finde dann zu sagen, hier, du kommst zu mir, aber nur, wenn du es auf gar keinen Fall raketen
00:31:16: kannst.
00:31:16: Zwei Nimmerfrohs auf wahrscheinlich gesetzt oder
00:31:19: vielleicht?
00:31:19: Genau, zwei Nimmerfrohs auf wahrscheinlich.
00:31:20: Und die anderen zwei?
00:31:22: Bei meinem Jüngsten, wenn es irgendwie die Möglichkeit gibt, Raketen zu nutzen, wird er das tun.
00:31:27: Er ist ja die klassische Zielgruppe.
00:31:29: Und bei dem Ältesten, den müsste ich tatsächlich fragen, wie er das aktuell so handhabt.
00:31:35: Da bin ich nicht auf dem Neuesten stand, wen er da gerade schützen möchte oder wen er feiern möchte.
00:31:40: Also dann haben wir sozusagen im Lager Buschert dreimal null.
00:31:43: Im Lager Nimmerfroh haben wir einmal vielleicht einmal garantiert und einmal noch komplett offen.
00:31:49: Ja, wir wünschen Ihnen auf jeden Fall, falls Sie diese Folge vor Silvester hören, wünschen wir Ihnen einen guten Rutsch, einen guten Start ins neue Jahr, natürlich auch für all diejenigen, die diese Folge nach Silvester hören, um sich vielleicht nochmal zum Thema Böllerverbot inspirieren zu lassen.
00:32:03: Das war diese Folge.
00:32:04: Schreiben Sie uns gerne an podcast at nabetrachtung.de.
00:32:08: Sie können natürlich auch diese Folge sehr gerne in dem Kanal, wo Sie sie gehört haben, liken.
00:32:13: Denken Sie daran, den Kanal zu abonnieren.
00:32:15: Das war's an dieser Stelle.
00:32:17: Also egal, ob mit oder ohne Raketen.
00:32:19: Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall ein erfolgreiches Jahr.
00:32:24: Das war diese Folge der Nahbetrachtung zum Thema Böllerverbot oder kein Böllerverbot mit Diplompsychologin Maria Cristina Nimmerfro.
00:32:32: Und Medien- und Kommunikationstrainer Tom Buschardt.