Themen aus der Gesellschaft - psychologisch und kommunikativ analysiert
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00:00:02: Neben dem Wetter sind die Preise für Sprit- und Lebensmittel die absoluten Topthemen im Smalltalk, vor allen Dingen dann wenn man den Ärgermodus so richtig aktivieren möchte.
00:00:11: Wenig ist verbindender als der gemeinsame Frust.
00:00:14: Interessant ist nur dass die gemeinsame Freude über sinkende Preise meistens nicht stattfindet und das in vielen Bereichen Preise gar nicht so entscheidend sind weil das Geld ausgeben doch nicht zu rationalist!
00:00:27: Und wie die Psyche unsere Preisvernehmung austrickst, das rechnen wir in dieser Folge mal auch kommunikativ und psychologisch nach mit Diplompsychologin Maria-Kristina MC.
00:00:37: Nimmerfro.
00:00:51: Schokolade, Kaffee, Schnitzel im Restaurant – alles Mögliche wird teurer.
00:00:55: Aber vor allen Dingen beim Benzin, beim Diesel, beim Sprit geht's es sofort besonders hoch her.
00:01:01: MC!
00:01:02: Warum ist das aus psychologischer Gesicht so schlimm?
00:01:06: Also der ganz simple Grund ist, dass die Preise unglaublich präsent sind.
00:01:10: Also andere Preise sieht man eben nicht an jeder Ecke selbst wenn man kein Auto fährt oder selber nicht tangt.
00:01:17: Man hat praktisch keine Chance im öffentlichen Raum den Spritpreisen zu entgehen weil sie ja überall an jede Ecke stehen und damit auch für viele eine Referenzgröße darstellen.
00:01:27: also das ist der ganze simple Grund als wenn Brotpreise oder Schnitzelpreise ähnlich prominent überall stehen würden wäre da die Aufregung immer gleich hoch.
00:01:35: aber jetzt ist es ja nicht so, dass das Schnitzel im Restaurant günstiger wird sondern auch da steigen natürlich die Preise und bei den Stammrestaurants kennt man natürlich auch so die Referenzpreise logischerweise.
00:01:46: Also in unserem Stammenbrauhaus wüsste ich jetzt auch was da sozusagen mein Abendmal gewissermaßen kosten wird.
00:01:53: Die Frage ist natürlich jetzt dadurch, dass die Spritpreise überall an jeder Ecke zu sehen sind, suggeriert es uns dann letztlich auch, dass es Mehl- und die Eier auch teurer werden?
00:02:04: Also natürlich hängt das alles irgendwie zusammen.
00:02:06: Wir haben Inflation, wir haben aber natürlich eine sehr starken Fokus eben auch auf Sprit, Benzin und Diesel.
00:02:13: Und das Besondere daran ist ja dass Eigentlich sehr kleine Preise auf den Preis-Schildern stehen.
00:02:19: Da steht ja Euro, Cent hinten dran also nicht der komplette Preis eines Wochenende Einkaufs oder der komplete Preis einer Tankfüllung und wir sind so preisensibel in dem Bereich das ein zwei drei bis zu fünf oder zehn Cent natürlich sofort einen großen Unterschied ausmachen und zwar im Wesentlichen in der Wahrnehmung.
00:02:39: Diejenigen die sagen der Sprit kostet jetzt so viel Rechnen das aber nicht auf Ihren Kilometer oder auf Ihrem Wochenverbrauch um, sondern das ist etwas wo uns die absolute Zahl schon so erschreckt und emotionalisiert.
00:02:53: Unabhängig davon ob man in der Woche tausend Kilometer fährt oder wieder durchschnittliche Pendler, thirty-fünf Kilometer am Tag
00:03:00: also für alle Autofahren dann jetzt hier unter der Decke hängen bei dem was MC gerade gesagt hat wir halten mal fest MC is hier mit einer Bank hat ein Hundert unterwegs Und ich bin hier der Autofahrer am Tisch und kann dir sagen, wir reden nicht über zehn Cent.
00:03:14: Sondern wir reden hier über vierzig, fünfzig, sechszig Cent.
00:03:17: oder aber im Jahresvergleich reden wir auch über eine Preissteigung von fünfzig Prozent die sozusagen beim Diesel zum Beispiel oben drauf gekommen sind.
00:03:26: also das ist ja jetzt nichts wo wir sagen dass es ein rein psychologischer preis.
00:03:30: nein da sind natürlich Preise die individuell eine ganze Menge ausmachen.
00:03:36: Es ist ein bisschen billig zu sagen, weil ich bestimmte Sachen nicht konsumiere.
00:03:40: Darf ich mich über diese Preise nicht äußern?
00:03:42: Das wäre glaube ich ein bisschen vorsichtig oder bisschen so weit gefasst.
00:03:46: auf der anderen Seite.
00:03:46: Ist es so dass wir als Erwachsene die am Konsumleben aktiv teilnehmen ja in ihrem Verkehr teilnehmen die berufstätig sind.
00:03:54: Wir haben unglaublich viele preise die wir jeden tag haben und das kann das Kantineessen sein.
00:03:58: Das ist eben wie gesagt die Mobilität.
00:04:01: Das is vielleicht eine Urlaubsplanung oder vielleicht auch ne Bedienung eines kredites Das sind Lebensmitteleinkäufe vielleicht auch für eine Familie, aber auch dass man selber irgendwie braucht mal Kleidung oder Ausgaben für Sport.
00:04:12: Das heißt wir haben über den berühmten Daumen im Monat mehrere hundert Einzelposten wo wir Geld ausgeben die wir alle irgendwie im Kopf behalten müssen.
00:04:21: also die wenigsten Menschen führen hier ein Haushaltsbuch und gucken da wirklich jeden Tag dreimal rein und gucken welche Ausgabend Posten gestiegen sind.
00:04:30: bei dem meisten Menschen ist es so wenn er das mentale Kontoführungen hat im Hinterkopf und das funktioniert bei den meisten Menschen auch sehr gut.
00:04:38: Ein Top für Mobilität, ein Top für Freizeiten, ein top für Bildung oder einen top für was mit Freunden unternehmen – was auch immer!
00:04:45: Da hat man Referenzgrößen dafür und wenn das berührt ist dann ist Holland in Not ja?
00:04:51: Also man sagt Mensch der Wocheneinkauf ist teurer geworden oder wir sind sonst immer am Wochenende ins Kino gegangen das kostet viel mehr.
00:04:57: oder Fitnessstudie ist teuerer geworden oder das Kantinenessen.
00:05:01: Das ist das was wir bemerken.
00:05:03: Wir bemerken aber... Anders als beim Sprit oder bei Benzin selten diese sehr kleinen Summen, die sich auf den Liter beziehen.
00:05:14: Ich habe das mal versucht auszurechnen der durchschnittliche Pendlerentfernung in Deutschland beträgt siebzehn Kilometer.
00:05:20: Wenn ich das jetzt ganz großzügig rechne sage ich fünfzig Kilometer am Tag.
00:05:24: und jetzt kann man natürlich ausrechnen wie viel Euro sind das dann tatsächlich in der Woche oder im Monat im Vergleich zu Kaffee Urlaub, Kantine Essen Freizeit Ja,
00:05:34: du merkst aber dann auf einmal schon den Unterschied.
00:05:37: Dass Du auf einmal wieder eine dreistellige Tankrechnung hast wenn Du den Wagen mal wieder voll gemacht hast.
00:05:43: Ich habe das weil Du gerade hier den Bereich mentale Preisempfindlichkeit anspringen.
00:05:49: Ich hab das tatsächlich mal ausprobiert.
00:05:50: ich habe hier in der Nähe vom Büro sind zwei Tankstellen.
00:05:53: man kann von der Aral direkt rüber schauen zur Starm und dann weiß man die Star ist in der Regel so ein bis zwei Cent pro Liter billiger.
00:06:01: Das heißt also im Prinzip bei der etwas günstigeren Tanke ist dann in der Stoßzeit stehen da fünf, sechs Fahrzeuge an der Zapfsäule und warten dran genommen zu werden.
00:06:13: Und auf der anderen Seite ist alles leer!
00:06:15: Dann habe ich das mal so Spaß, dass Haber tatsächlich gemacht hat mich dahinten angestellt war dann sozusagen das sechste Fahrzeug in der Schlange und habe festgestellt, dass er eine Tankvorgang mich zwanzig Minuten gekostet hat.
00:06:26: Und dann habe ich bei der anderen Tanke das nächste Mal getankt und hab festgestellt, da bin ich mit vier Minuten oder so was rausgegangen.
00:06:32: So jetzt rechnen wir einfach mal zwanzig Minuten, rechen wir mal rund mit fünf minus fünf Minuten sind wir bei fünfzehn Minuten.
00:06:37: Und wenn man so zwischen forty und fünfzig Liter Tank bei einem sechzig Liter tank, dann sind das auf eine Tankfüllung gesehen die dann achtzig neunzig oder neuerdings jetzt auch mal über hundert Euro kostet.
00:06:48: Ist das ein Preis?
00:06:49: Unterschied von achtzig Cent bis einem Euro!
00:06:51: So dazu habe ich aber in der anderen Tanke fünfzehn Minuten länger in der Schlange gestanden.
00:06:55: Das heißt also wenn ich das jetzt hochrechne hab ich einen Euro gespart für fünfzehminuten bedeutet außer einen Stundenlohn von vier Euro.
00:07:02: Die Frage ist, möchte ich für vier Euro die Stunde arbeiten gehen oder würde ich das tun?
00:07:07: Bitte jetzt nicht falsch verstehen.
00:07:08: Ich weiß einen günstigeren Benzinpreis durchaus zu schätzen als Autofahrer aber das ist natürlich der Punkt wo ich mir sage dass rechne ich mich dann gewissermaßen schön weil der Tankvorgang ist ja nicht so etwas wie ein Restaurantbesuch oder Ausflug den man macht sondern es ist einfach eine lässige Pflicht die man möglichst effektiv hinter sich bringen muss.
00:07:27: Und also für Achtzig Cent oder für einen Euro Ersparnis eine Viertelstunde in der Schlange stehen, finde ich jetzt nicht so attraktiv.
00:07:34: Betrüge ich mich da selbst?
00:07:36: Oder habe ich dann eine arrogante Haltung?
00:07:37: Was hat die Psychologin am Tisch?
00:07:39: Die Psychologen am Tisch sagt... Wer gibt dir in der Zeit Geld dafür, dass du arbeitest?
00:07:45: Also das ist dann interessant wenn ich sage okay die fünfzehn Minuten die spare.
00:07:50: Die kann nicht auch monetarisieren.
00:07:51: oder Ich kann mich um meine gesundheit kümmern um meine bildung oder sonst irgendwas.
00:07:55: Wenn ich die aber Zu hause auf dem sofa liegen verbringe muss ich sagen na ja wo es jetzt sehr der der gehen wird.
00:08:02: also wenn ich wenn ich die Möglichkeit habe ich verbring mein Leben in der schlange.
00:08:06: also Jetzt geben wir mal vom vier tankvorgängen aus dass man meine stunde voll haben.
00:08:11: Ich verbringe mein Leben eine Stunde lang in der Schlange oder habe ich verzichte auf vier Euro und liegt dafür eine Stunde auf dem Sofa.
00:08:16: Und kann aber ein gutes Buch lesen?
00:08:18: Dann werde ich lieber auf dem Sofa liegen und gutes Buch lesen in der Zeit, weil es bringt mir mehr als in der Tanke in der Schlange zu stehen.
00:08:24: Ja jetzt kommen wir dann wieder... Das ist glaube ich auch der spannende Punkt in der Preiswahrnehmung.
00:08:29: Wenn ich das jetzt hochrechnet, du hast ja vorhin gesagt über's Jahr gerechnet usw.
00:08:34: Und dann sage ich okay Altersversorgung ist momentan ein ganz großes Thema.
00:08:39: Du würdest jeden Monat diese vier Euro schon seit Jahrzehnten in deine Altersversaugung einsparen?
00:08:44: Dann weißt du auch was ich daraus dann im Ergebnis ergeben würde.
00:08:48: Also worauf ich hinaus möchte ist, ich möchte niemandem erklären wie er seine Zeit verbringt.
00:08:53: Das ist nur wirklich nicht meine Aufgabe.
00:08:55: das was ich aber spannend finde ist an diesen Verhaltensentscheidungen die man trifft stelle ich mich in die Schlange fahre ich dann nicht mit dem Auto hin und so weiter ja immer nicht messbare Kriterien mit ein einschließen.
00:09:10: Also zum Beispiel eben das Buchlesen auf dem Sofa ist kein messbares Kriterium, weil du was weiß ich nicht bestimmte Vorteile daraus nicht haben dich nicht messen kann.
00:09:19: Ich habe hier einen Erholungseffekt oder ich freue mich dass ich an Hause komme oder solche Sachen.
00:09:24: aber das sind alles Sachen die vermischt werden mit einer Preisentscheidung sich ja durchaus messen können.
00:09:31: und Das ist psychologisch das spannende weil im Ergebnis wird ein Verhaltensentscheiden getroffen ich stelle mich in die Schlange oder ich lasse es sein und das finde ich natürlich dann wieder gerade interessant.
00:09:40: Und wenn wir über rationale Entscheidungen im Preisverhalten sprechen, dann fände ich es total wichtig sich das mal klar zu machen.
00:09:48: also gewinne ich tatsächlich was dadurch?
00:09:50: Oder wie sind die Mechanismen, die ich da entscheide?
00:09:54: Wir haben eine ganze Menge Entscheidungen, die man im Alltag sehen kann wo man denkt hm das kann ja doch nicht wirklich rational gewesen sein weil eben zum Beispiel auf überteuerte Kaffee to go gekauft ist und man sagt also der kurzfristige Erfrischungseffekt.
00:10:08: Und dann ein sehr hoher Preis, wir wissen da gibt es auch eine breite Preisspanne.
00:10:12: oder Essen to go oft auch sehr teuer oder eben bestimmte Sachen im Freizeitbereich wenn man sagt na da habe ich zwei Stunden Konzert und gebe dafür mehrere hundert Euro ausgibt ja da auch entsprechende Angebote.
00:10:24: Ist das Ist es das Wert an der Stelle
00:10:27: oder ist es eine
00:10:28: individuelle Entscheidung, ist mir das wert?
00:10:30: Ja genau.
00:10:30: Das ist der Punkt.
00:10:31: wenn ich mir ein Top-Konzert von einem Topkünstler im Stadion oder in einer großen Veranstaltungshalle anhöre dann weiß ich natürlich dass ich da unter achtzighundert Euro die Karte unter Umständen hin komme.
00:10:44: Das juckt mich dann weniger als für vier Euro eine Stunde in der Schlange zu stehen.
00:10:51: Das ist eben die Frage, was es mir an der Stelle wehrt.
00:10:53: Wir müssen auch glaube ich an dieser Stelle mal klarmachen wir sind beide Erwachsenen und Berufstätig und arbeiten in Bereichen, in denen wir über den Medianeinkommen liegen.
00:11:02: Wir reden jetzt nicht über Menschen für diese vier Euro, die schon mehrfach erwähnt worden sind wirklich eine Existenzfrage darstellen.
00:11:09: Nein das wollen wir hier ja auch mit einer gewissen Aroganz oder das soll letztlich nicht arrogant rüberkommen?
00:11:14: Also wir reden jetzt hier über Menschen, die berufstätigt sind, die Möglichkeiten haben... oder kleiner sind ihre Finanzentscheidungen, ihre Einkaufsentscheiderung selbstständig zu treffen.
00:11:25: Nicht in einem puren Luxus aber auch nicht in einer Existenzbedrohung wo man jeden Tag gucken muss dass man über den Tag kommt.
00:11:31: also das sind so die größten Ordnung die für mich natürlich auch spannend sind aus psychologischer Sicht weil da eine Freiheit da ist weil ich da eben Wertungen wie eben zum Beispiel habe ich einen persönlichen Gewinn dadurch hab ich wohlbefinden möchte ich nicht in der Schlange stehen geht mir das fürchterlich auf die Nerven eben da auch ne ganz große Rolle spielt.
00:11:49: und meine These ist an der Stelle, dass auf der einen Seite Menschen sehr gerne sagen ich entscheide sehr preisbewusst.
00:11:55: Ich weiß nicht kaufbebewusst beim Discounter.
00:11:57: Ich verzichte auf Essen gehen oder solche Sachen Und ich vertrete die These nicht so ganz rational sind dann manche Kaufentscheidung doch nicht.
00:12:05: also ich merke schon mit meiner ursprünglich mal für sehr gut gehaltenen Idee das sich mich für vier Euro die Stunde Nicht eine Stunde in die Schlange stelle muss ich nochmal darüber nachdenken weil hier von MC dann doch ein paar andere Sichtweisen reinkommen.
00:12:16: aber daran merken sie auch dass wir diesem Podcast der Narbetrachtung, die Sie im Sekundesübersau schreiben an podcast.narbetrachten.de landet sowohl bei MC als auch bei mir im Postfach, dass wir uns hier nicht komplett skripten sollen und dass wir einfach überlegen welche Themen besprechen wir durchaus unterschiedliche Auffassung und unterschiedliche Sichtweisen haben.
00:12:34: Wir haben ja bei den Spritpreisen angefangen, die Frage war ja ne Warum emotionalisiert das so stark?
00:12:38: Natürlich nicht nur wegen der Präsenz der Preise sondern auch weil die meisten Menschen Autofahren, weil die meist Menschen ihre Benzinrechnung auf
00:12:46: Selbstbezahlungen... Nee ich glaube nicht!
00:12:48: Ich glaube nicht.
00:12:48: Sondern es liegt einfach daran dass du hilflos bist Weil wenn jetzt zum Beispiel in meinem Stammrestaurant das Schnitzel überteuert ist dann kann ich sagen okay ich bestelle was anderes oder ich koche zu Hause oder ich gehe ein anderes Restaurant oder holen wir was an der Bude, aber ich kann ja nicht einfach sagen okay dann wenn der Diesel zu teuer ist, tange ich halt E-Zen.
00:13:06: Das geht halt nicht!
00:13:07: Oder dass ich sage dann kippe ich halt Frittenöl in mein Auto.
00:13:11: Das kann ich ja nicht machen.
00:13:12: das heißt also ich bin ja sozusagen den Kartellen der Spritkonzerne ausgeliefert.
00:13:19: Das stimmt natürlich, dass ich da in bestimmten Bereichen aus bestimmten Nummern komme.
00:13:22: Ich komme nicht raus zumindest nicht kurzfristig.
00:13:24: ja.
00:13:24: also langfristig kann ich mir alles möge überlegen aber dann sind natürlich völlig andere Mechanismen sei es umziehen oder einen anderen Antriebsart zu wählen oder ganz viele andere Optionen dazu wählen und das ist diese Hilflosigkeit.
00:13:40: in psychologischer Sicht ist eine Freiheitseinschränkung.
00:13:43: ich kann nicht anders und das is das was noch mehr Frust erzeugt als eben die Auswahl.
00:13:48: Aber also die Auswahl, mein Beispiel war ja vorhin teurer Kaffee to go.
00:13:52: Zu sagen gut den kauf ich jetzt heute nicht
00:13:54: oder trauen wir heute
00:13:56: gerade weil ich da besonders Lust drauf habe.
00:13:58: Das wäre so ein Punkt wo ich bei dir gerne mal einhaken würde.
00:14:01: Weil das macht der psychologisch durchaus einen Unterschied ob man sich etwas dann nicht mehr leisten kann und muss verzichten oder ob man dich nur darüber ärgert dass es teurer wird.
00:14:08: Ich gebe jetzt einmal zum Beispiel früher als ich noch kleiner Junge war der gab's bei uns Margarine das wurde Stellenweise von den älteren im haushalt auch fett benannt.
00:14:19: Ja es gab fett und es gab gute butter, ja das war noch so eine so eine formulierung aus der werbung der sechziger-sebzigerjahre.
00:14:25: Es gab gut Butter zu besonderen Anlässen und ansonsten gab's halt margarine Und wenn man glück hatte gabs ne marken margarin.
00:14:32: So jetzt ist natürlich die frage Heute kaufe ich das, was ich gerne essen möchte.
00:14:38: Mal Margarine mal Butter.
00:14:40: aber wenn man sich jetzt darüber ärgert dass Butter teurer wird ist es dann sozusagen ein Fake-Gefühl?
00:14:45: oder ist das eine Fake Wahrnehmung auf die Preise weil man sagt du kannst dir immer noch leisten?
00:14:51: Es hat auf jeden Fall erst mal keine tatsächliche Repräsentanz.
00:14:55: Also Ärger ist schonmal erstmal echt, man darf es über alles ärgern, dass kein Parkplatz mehr gibt oder bestimmte Lebensmittel, die ich gerne konsumiere, teurer wäre.
00:15:03: Ärger ist völlig erlaubt und das was aber stattfindet, deswegen ist das mit den älteren Personen durchaus ein sehr wichtiger Vergleich.
00:15:12: Wir haben gerade in Deutschland im Verhältnis zum Einkommen relativ geringe Lebensmittelpreise im Vergleich zu vielen anderen Ländern.
00:15:19: Frankreich zum Beispiel ist sehr hoch.
00:15:21: Das heißt und die sind auch im Vergleich zum Einkommen über die Jahrzehnte gesunken, ja?
00:15:27: Also LebensmittelPreise im Fall früher.
00:15:30: dann zur Seite der guten Butter musste man vom Monatseinkommen, was dem Haushalt zur Verfügung stand.
00:15:36: Viel mehr Geld für Lebensmittel ausgeben.
00:15:38: Das heißt man musste viel stärker rangieren im Sinne von Was kann ich ausm Strebergarten holen?
00:15:43: Wo verzichte ich vielleicht auf Gemüse oder Obst, was nicht saisonal ist weil sich das viel stärkere ausgewirkt hat.
00:15:49: so heute haben wir eine andere Angebotsstruktur und auch eine andere Preisstruktur gerade durch ein sehr harten Wettbewerb im Bereich des Lebensmitleidenshandels.
00:16:00: Und natürlich ist der Ärger völlig in Ordnung, zu sagen hier ich habe das Gefühl.
00:16:06: Das gleiche Produkt kostet jetzt eine Woche später dreißigvierzig Cent mehr und das trifft mich jetzt, weil ich hätte das noch gehabt.
00:16:13: Aber dann ist halt der Unterschied.
00:16:14: wenn ich jetzt einen Hüftsteh kaufe und es ist dreißzig Cent mehr, dann sagt man sich okay was juckt's mich?
00:16:19: Aber wenn du jetzt beispielsweise ein Produkt kaufst, was normalerweise einen Euro kostet und es ist auf einmal dreißig Cent teurer dann sind's halt auch dreizig Prozent.
00:16:26: Ja
00:16:26: aber das ist ja irrational!
00:16:28: Dreißig cent sind immer dreißige Cent egal ob sie von einem Produkt von eine Euro draufgeschlagen werden oder ein Produkt von zehn Euro.
00:16:37: Und das ist etwas was tatsächlich nicht rationale Preisentscheidungen rechtfertigt.
00:16:41: Wenn wir etwas höherpreisiges kaufen und dann kommt einer und sagt Das sind jetzt zwei Euro teurer Dann wird man eher sagen na komm das macht doch oft Preis nix aus.
00:16:50: Eine Waschmaschine kaufe und die kostet irgendwo drei Euro mehr, dann wird die Kaufentscheidung möglicherweise nicht umgeswitscht.
00:16:58: wenn ich aber einen kleinen Preis habe und irgendwas für drei Euro teurer ist sofort holland in Not.
00:17:04: Aber so ist es doch?
00:17:04: Nein,
00:17:04: aber das sind doch die gleichen drei Euro.
00:17:06: Ich kauf doch weniger Waschmachinen als beispielsweise Frischkäse oder Butter.
00:17:10: Ja, aber worauf ich hinaus möchte ist dass bei großen Summen die Urlaubbuchungen der Tag im Freizeit Tag und das auch völlig unabhängig, ob das eine Freizeitverhalten ist oder irgendwie eine notwendige Investition.
00:17:24: Wir setzen den Preisunterschied immer in Relation zum gesamten Preis.
00:17:28: Das wird total irrational weil wenn ich dir fünf Euro auf ein Tisch lege sind es immer fünf Euro egal ob die fünf Euro gespart sind bei einem Einkauf von zwanzig Euro.
00:17:39: Aber das hast du zum Beispiel auch beim Autokauf.
00:17:41: Du hast zwei Modelle unterschiedlicher Hersteller, die liegen vierhundert Euro auseinander.
00:17:46: Du weißt aber auch dass Auto wirst du fünf Jahre, zehn Jahre wahrscheinlich fahren.
00:17:50: wenn es privat kauft und nicht über die Firma liest Dann entscheidest du dich am Ende natürlich auch anhand der Gesamtsumme eher für die Marke oder den Verkäufer, wo du ein etwas besseres Gefühl hast.
00:18:01: Und nicht weil du sagst ja, vierhundert Euro ist eine riesen Summe allein wenn du das jetzt in der Relation setzt von einem Auto was zwischen was weiß ich dreißig tausend und neunzigtausend Euro kostet Dann sagst du dir, naja komm auf die vierhundert Euro kommt's nicht mehr an.
00:18:13: Und die Relation
00:18:14: ist aber falsch!
00:18:15: Weil die Vierhundert-Euro, die ich dir jetzt auf den Tisch lege sind... Du
00:18:17: legst mir Vier-Hundert-Eurer auf ein Tisch?
00:18:19: Ich muss doch gucken ob ich so viel Bein habe.
00:18:20: wahrscheinlich hab' ich zuviel Wahrheit nicht einstecken Aber es sind die exakt selben Vier hundert Euro.
00:18:26: Ähm und das...
00:18:27: Aber sie sind psychologisch andere Vier Hundert Euro?
00:18:29: Genau!
00:18:30: Das ist nämlich die Ursprungsabhängigkeit.
00:18:32: Die Ursprungabhängigkeit führt eben dazu dass die einen Vier hundred Euro so n bisschen im Nirvana verschwinden.
00:18:39: Wahnsinnig teures Auto.
00:18:40: Eine Entscheidung, die man wie du gesagt hast sehr selten trifft bei einem Familienurlaub.
00:18:45: Fiehunderte Euro bist du wahnsinnig da machen wir noch was ganz anderes und dann können wir doch hier ganz anders agieren obwohl es exakt dieselbe Größe ist weil vierhundert Euro sind vierhundert Euro
00:18:54: in unserer
00:18:55: Welt ein Gegenwert haben.
00:18:56: also du kannst aber den Menschen die nehmen in ihren Eichhofskorb schauen nachdem sie an der Kasse vorbei sind und merken auf einmal da habe ich doch früher ein Drittel oder vierzig Prozent mehr waren im wagen Korb gehabt.
00:19:11: Den kannst du doch nicht sagen, das ist nur ein rein psychologischer Effekt.
00:19:14: Im Infekt sind es ja nur zwei Euro hier, dreißig Cent dort.
00:19:17: Ne umgekehrt genau die zwei Euro oder der einen Euro oder insgesamt gerechnet vielleicht die acht neun Euro je nachdem in welchen Größen Otto mein einkauft Die sind absolut echt.
00:19:27: und es ist völlig in Ordnung dann zu sagen, da können wir von der Hersteller-Marke auf die Handelsmarke umsteigen oder verzichten wir bestimmte auf bestimmte Produkte zwischen unserer Müsli nämlich selber.
00:19:37: Oder was auch immer es dafür Alternativen gibt?
00:19:40: Das sind ja rationale Entscheidungen.
00:19:43: für mich sind natürlich immer spannend, die nicht ganz so rationalen Entscheidungen.
00:19:47: Da meine ich jetzt nicht Impuls und spontan Käufe das quasi normales Zeug, was jeder so ein bisschen mitnimmt sondern eben zum Beispiel die sehr starke Fokussierung auf sehr kleine Summen.
00:19:59: Dass man sagt, wir müssen zum Beispiel eben von Herstellermarken auf Handelsmarken umsteigen.
00:20:04: Aber z.B.
00:20:05: nicht im ganzen Haushalt mal geguckt werden, da brauchen wir fünf Streaming-Abo's.
00:20:09: Zum Beispiel was mit spontanem Einfest kann auch alles Mögliche andere sein.
00:20:12: Ja schon
00:20:12: richtig!
00:20:14: Aber für so Teenager mal zu erklären dass das Streamingabo jetzt eingespart wird?
00:20:18: Ich glaube du hast doch richtig Spaß in der Bude.
00:20:21: Das würde ich vielleicht nicht versuchen.
00:20:23: aber worauf ich hinaus möchte ist, dass wir psychologisch gesehen und immer auf sehr kleine Summen konnten... konzentrieren, weil wir uns die viel leichter vorstellen können.
00:20:32: Oder ist es nicht so dass wenn man sich auf die Summen konzentrierst, dass man sagt naja gut wenn ich beim Frischkäse sechzig Cent spare bringt das ja sowieso nichts auf den Gesamtwaren einkaufen?
00:20:39: Ich glaube der Frisch Käse ist schon ein starkes Moment genauso wie die Butter die du angesprochen hast denn dazu kommt ja noch einen weiteren Effekt kann jeder Hörer ihre Hörerin an sich testen?
00:20:50: Wie viele Preise Kann ich wirklich aus dem Kopf vom im Bereich Lebensmittel?
00:20:55: Also jetzt nicht das Fitnessstudio-Abo, das sieht man jeden Monat auf dem Kontoauszug.
00:20:59: Sondern welche Lebensmittelpreise kann ich wirklich auf fünf Cent genau ausm Kopf sagen?
00:21:05: In der Regel wenn mich da jemanden besonders Spaß daran hat sind es nicht besonders viele!
00:21:09: Man hat Referenzpreise die sich in so einer Art Korridor bewegen.
00:21:13: dann möchte man eben keine Ships für fünf Euro kaufen und fünfzig Cent erscheint einem sehr wenig.
00:21:18: aber die wenigsten könnten sagen was kosten bestimmte Produkte ganz genau, obwohl man die regelmäßig kauft.
00:21:26: Und dadurch verschiebt sich natürlich auch so ein Stück weit die Wahrnehmung und dadurch können wir auch leichter beduckt werden im Lebensmitteleinzelhandeln.
00:21:33: Beduckt werden wieder so oder so insbesondere bei den Läden wo diese elektronischen Preisschilder sind, wo mehrmals am Tag die Preise so wie früher bei den Tankstellen dann auch die Preisse für Lebensmittel entsprechend verändert werden.
00:21:47: also wann gehen sozusagen die brufstätigen einkaufen wann gehen die Rentnerinnen und Rentner einkaufen usw.
00:21:52: Und da hat man dann auch teilweise mehrmals am tag unterschiedliche preise fürs selbe produkt.
00:21:58: ja also vorsicht wenn sie in solchen supermärkten unterwegs sind Probieren Sie es ruhig mal aus, dass sie zu anderen Zeiten einfach mal einen Blick drauf haben.
00:22:07: Endlich wie bei den Tankstellenpreisen.
00:22:08: Was kosten eigentlich so die Standardlebensmittel?
00:22:11: Da kann es durchaus sein, dass dann auch mal ein Liter Milch zehn oder zwanzig Cent teurer oder günstiger ist.
00:22:17: und dann hat man natürlich auch oft nicht das tatsächliche Equivalent im Hinterkopf sondern hat nur Vergleichsprodukte.
00:22:24: also zum Beispiel über Fertigprodukten sieht man okay Marker bei Tiefgülpizza anders als Marke B. Man hat aber nicht im Hinterkopf, dass das selber belegen
00:22:35: z.B.,
00:22:35: wie günstiger wäre.
00:22:37: Das ist was du vorhin im Negativen mit dem Zeitauffand gesagt hast.
00:22:42: Das Warten an der Tanke ist ja auch Zeit.
00:22:44: Umgekehrt könnte ich Zeit investieren um zum Beispiel im Lebensmittelbereich zu sagen, ich kaufe nicht den Linsen-Eintopf in die Dose sondern ich lege die Linsens selber ein und koche mir noch etwas anderes dazu.
00:22:57: Ja, da habe ich keine Zeit zu oder weil ich muss ja demnächst in der Tankstelle in der Schlange warten.
00:23:02: Sonst könnte ich die Zeit so Hause für einen Linsen eintopfen lassen.
00:23:05: Was was ich wichtig finde an dieser Stelle ist eben sich das klarzumachen also nicht nur zu sagen es geht hier um teuer oder billig sondern was wir für Zusatz nutzen wie eben zum Beispiel wohl befindende Zeit gesundheitliche Aspekte und solche Sachen spielen in meine Kaufentscheidung noch mit rein Und je klarer mir dass ist desto eher bin ich auch in der Lage zu sparen.
00:23:28: Jetzt haben wir bei den Lebensmitteln, ich habe mal nachgeschaut.
00:23:31: Da sind seit im letzten Jahr knapp sechs Jahren Lebensmittel in Deutschland um ein Drittel teurer geworden.
00:23:40: also ich meine du hast zwar eben gesagt dass bei uns die Lebensmittel immer noch günstiger sind als in Ländern wie zum Beispiel in Frankreich.
00:23:45: das heißt aber nicht, dass wir uns ja an dieses Preissniveau schon gewöhnt haben und ein Drittelteurer in fünf Jahren ist natürlich schon entsprechend üppig!
00:23:53: Das ist eine ganze Menge?
00:23:53: Weil die Menschen haben ja deshalb nicht weniger Hunger
00:23:56: Natürlich nicht.
00:23:56: Gerade Lebensmittel, Einkaufsverhalten ist ja hochspannend.
00:24:01: Warum?
00:24:01: Weil wir da natürlich extrem Werbedruck haben... Das ist klar, es gibt also sehr viele starke Magen die in den Markt drängen.
00:24:08: Wir haben einen sehr harten Preiskampf direkt im Lebensmittel-Einzelhandel durch Aufsteller und diverse strategische Maßnahmen.
00:24:17: wir haben immer mal wieder begleitende Berichterstattung Kaffee wird teurer Schokolade wird teuerer usw.
00:24:23: Und das sind ja
00:24:24: Genussmittel.
00:24:25: Deshalb sind sie auch anders besteuert.
00:24:27: aber wie Kaffeesinn
00:24:28: genussmittel?
00:24:29: Es ist
00:24:30: tatsächlich so, Kaffe und Schokolode sind nur mal genussmittelt.
00:24:34: Ja, für MC sind das Grundnahrungsmittel.
00:24:36: Aber es ist tatsächlich ein Genussmittel und deshalb wird's auch anders besteuert.
00:24:39: aber klar wir wollen natürlich darauf nicht verzichten.
00:24:42: Nein also da und gerade im Lebensmittelbereich tut sich eine ganze Menge.
00:24:48: dann eben auch ganz wichtig, auf der einen Seite den Preiskampf zu sehen.
00:24:54: Also sozusagen okay, da nehme ich jetzt aus einer Batterie von verschiedenen Angeboten, nehme ich mir das günstigste, vergleiche dann aber nicht weiß ich nicht gesundheitliche Aspekte selber kochen oder andere Sachen die sicherlich in Zukunft wenn ich auch denke an Zuckerstreuer noch weiter an Bedeutung gewinnen werden.
00:25:10: und dass ist dann für mich wieder das spannende wie tatsächlich die Kaufentscheidungen jenseits des Impulskaufes tatsächlich getroffen wird.
00:25:18: Tese ist eben, dass wir auf der einen Seite zwar preislensitiv sind und dann tatsächlich gucken.
00:25:23: Also hier bestimmte Sachen finden vielleicht weniger Stand aber auf der anderen Seite doch nicht so rational entscheiden.
00:25:29: Mühne was gönnen, was gemeinsam ist die Familie kommt zu Besuch und solche Sachen das dann im Ergebnis doch eher eine Entscheidung gemengelage rauskommt, die nicht unbedingt stark rational geprägt.
00:25:43: Ja, also jetzt hast du ja auch schon von Preisenkungen gesprochen.
00:25:47: Die nehmen wir in Wirklichkeit nicht so wahr.
00:25:49: Also wenn du mir sagen würdest wo ist in letzter Zeit preisgesenkt worden?
00:25:54: Lass mal die Tankstellen außen vor, sondern beispielsweise im Lebensmittel Einzelhandel oder bei den Restaurants da könnte ich dir aus dem Kopf nichts sagen.
00:26:01: Ich hätte zwar die Kernpreise für die Ankerlehmensmittel, die bei uns zu Hause konsumiert werden, die hätte ich zwar im Kopf aber ich könnte dir jetzt nicht sagen ob irgendeinen Lebensmittel nachhaltig jetzt günstiger geworden ist.
00:26:15: Warum nehmen wir das oder andere Dinge?
00:26:16: Warum nehmen die nicht wahr, warum konzentriert unser Gehirn sich nur auf es schon wieder teurer geworden, schon wieder taurer geworden und schon wieder dauerer geworden?
00:26:23: Das ist relativ einfach zu erklären dass sie so genannte Verluste aversion weil finde ich für irgendwas mehr ausgeben muss oder müsste.
00:26:30: also egal ob ich die Kaufentscheidung treffe oder nicht ist das immer ein Verlust weil ich habe weniger Geld als noch zu einem anderen Preis.
00:26:38: Und psychologisch ist es so, dass jede Art von Verlust.
00:26:41: Also sei das Geld was ich direkt weggeben muss oder was droht, weggegeben zu werden müssen... immer ein Verlust darstellt.
00:26:53: Auf der anderen Seite etwas, was eine Preissenkung oder ich bekomme Geld kann ja auch eine Lohn- und Gehaltserhöhung sein sich emotional weniger stark auswirkt also der Verluste der gleichen Summe wenn wir schon viele Überpreise gesprochen.
00:27:07: also nehmen wir mal an Ich habe die Möglichkeit einem Monat eine dreißig Euro Gehaltserhöhung zu bekommen, sind ja auch jetzt immer mal wieder Tarifverhandlungen.
00:27:16: Also ich bekäme jetzt dreizig Euro im Monat mehr, wo man auch schon ein ganzes Menge damit machen kann.
00:27:21: oder ich habe auf der anderen Seite dreißige Euro Mehrkosten durch irgendwelche Sachen die teurer geworden sind.
00:27:27: wird sich das emotional folgendermaßen auswirken Ich werde mich über die Gehalterhöhungen einmal freuen obwohl sie kontinuierlich und übers Jahr sind es auch da hundertsechzig Euro.
00:27:36: aber die vielleicht sogar nur punktuelle Preissteigung wird mich psychologisch viel viel härter.
00:27:41: Ja, weil du auch denkst es wird ja alles viel teurer und mit den dreißig Euro hab ich's ja noch nicht mal ausgeglichen.
00:27:46: Also hat sich mein Leben ja dann nicht verbessert an der Stelle.
00:27:50: Es ist halt nur weniger schlimm!
00:27:52: Ja, selbst wenn man das isoliert betrachten würde und sagen okay es sind jetzt wirklich nur dreißig Euro die jetzt irgendwas gestiegen ist.
00:28:03: Und man nicht wie zum Beispiel bei allgemeinen Preissteigerungen oder einer hohen Inflation das gemeinsam annehmen könnte.
00:28:09: also kann man tatsächlich messen dass der Verlust viel schwerer wiegt oder einen viel länger beschäftigt als der Gewinn.
00:28:16: über die letzten Jahrzehnte gibt's auch eine Reihe von Produkten die viel günstiger geworden sind.
00:28:21: alle Arten Tronikartikeln sind günstiger geworden vom Fernseher über Computer, was günstig geworden ist.
00:28:29: Aber du kaufst nicht einmal in der Woche ein Fernsehr oder ein Computer?
00:28:32: Also nimmst das doch auch nicht so wahr.
00:28:34: und wenn du den letzten Fernsehe vor fünf Jahren oder zehn jahren gekauft hast selbst wenn es jemand nur zur Fußballweltmeisterschaft macht und sich alle vier Jahre neuen Fernsehern kauft wird er doch nicht wissen oh jetzt ist dieser neue Fernseh mit modernerer Technik rechnerisch gefühlt
00:28:53: Ja, aber zum Beispiel zuckerhaltige Süßigkeiten die von Handelsmarken sind extrem günstig weil es einen extrem starken Preiswertbewerb gibt.
00:29:02: Und wenn man da in dem Bereich wirklich für sehr kleines Geld sich größere Mengen auch zu Hause hinlegen könnte, als Schokoladenkonsumentin weiß ich das.
00:29:11: Das heißt wir haben in diesem Bereich oder Kurzreisen also mal vorhin schon unsere Vorfahren erwähnt mit der guten Butter.
00:29:20: Wenn man denen erzählt hätte es gibt heute die Möglichkeit vier oder fünf Mal im Jahr übern Verlänger das Wochenende irgendwo hinzufliegen Die hätten uns dafür völlig beknackt erklärt.
00:29:29: Das
00:29:29: ist schon richtig, ja und auch da habe ich als Kind es Jahre später das irgendwie so auf die Kette gekriegt dass mein Vater zusätzlich gearbeitet hat also ich komme aus dem Handwerkerhaushalt Und dass mein Vater zusätzlich noch gearbeitet hat, damit wir uns dann in den Herbstferien nochmal eine Woche Eifel leisten konnten.
00:29:45: Also ich fand das für mich als Kind war das immer normal.
00:29:47: Wir fahren halt zweimal im Jahr einen Urlaub einmal drei Wochen in die Sonne und dann im Herbst nochmal ne Woche.
00:29:52: aber dass man dazu ein extra Job annehmen musste Das habe ich damals gar nicht so richtig mitbekommen oder dass man Überstunden da zu machen musste.
00:29:59: Da ist jetzt halt auch die Frage.
00:30:02: Ich würde gerne auch dem Bogen nochmal zum gesellschaftlichen spannen.
00:30:05: also wenn jetzt beispielsweise Jemand einigermaßen gut verdient oder hatten seinen Auskommen und hatte einen Ehrenamt.
00:30:14: Und jetzt merkte auf einmal, ich komme mit meinem... Budget nicht mehr so richtig hin und steht jetzt sozusagen vor der Entscheidung mache ich weiter mein Ehrenamt, wo ich maximal eine Aufwandsentschädigung bekomme.
00:30:24: Wenn überhaupt ja oder aber nehme ich einen zusätzlichen Job an?
00:30:27: weil wenn er sich dann einen zusätzlichen Job annimmt dann bleibt er sozusagen keine Zeit mehr fürs Ehrenamt.
00:30:32: also haben wir da auch ein gesellschaftliches Problem das bei den Bogen vielleicht mal in diese Richtung auch etwas.
00:30:37: Der Bogen ist ein bisschen anders und zwar ist es eher die Frauenerwerbsquote oder die Zeit, die fürs Ehrendamt reserviert ist leidet unter verschiedenen Aspekten.
00:30:49: Das eine ist natürlich das Arbeit im Haushalt mit Kindern zur Pflege von Angehörigen jetzt stärker unter beiden Ehepartnern aufgeteilt wird weil in der Regel die Frau berufstätig ist.
00:31:01: Das hat sich in den letzten Jahrzehnten ja ganz entscheidend verändert und damit ist dann auch die Zeit nochmal abends zum Ehrenamt zu gehen oder am Wochenende auch eingeschränkt und das macht sich schon extrem stark.
00:31:15: Also es gibt immer mal wieder die auch den Hinweis, dass diejenigen, die nicht gut verdienen und sagen hier das kann ich mit Nebenjob nicht so richtig machen.
00:31:22: Das bildet sich im Ehrenamt ehrlich gesagt nicht so wirklich ab weil in der Regel finden sich dann die Leute, die das auch noch zusätzlich machen.
00:31:31: also jetzt sind die klassische Ehrenamts-Community zum Teil Menschen die nicht mehr im Berufsleben stehen, also Rentnerinnen und Rentner und die im Berufslieben stehen sind da meistens eigentlich schon überdurchschnittlich viel arbeiten.
00:31:45: Also es ist ein bisschen kurios, dass gerade die vielleicht noch mehr Zeit hätten... sich da nicht so unbedingt finden.
00:31:52: Das hat was auch mit dem Selbstverständnis gegenüber der Arbeit und gegenüber dem Ehrenamt zu tun, also es ist nicht so dass diejenigen, die viel Zeit haben, sich unbedingt viele im Ehrenamten finden mit Ausnahmen der Personen, die nicht mehr berufstätig sind.
00:32:06: Was macht man eigentlich jetzt mit Kindern?
00:32:07: Also wenn man als junge Familie da zusammensitzt und man merkt auf einmal alles wird teurer und wir kommen nicht mehr so richtig hin sollte man Kinder und wenn ja ab welchem Alter sollte man sie wirklich in diese Dinge mit einbeziehen?
00:32:20: oder ist das dann sozusagen die Angst vor dem Stigma, dass der Eindruck entstehen könnte in der Klasse wir sind arm.
00:32:26: Wir können uns was sich die Klassenfahrt nicht mehr leisten oder andere Dinge?
00:32:30: Es ist natürlich ein schwieriges Thema.
00:32:32: Spontane Antwort mit den Kindern Kopfrechnen.
00:32:35: Klingt ein bisschen kurios, liegt aber daran... Wie meinst
00:32:37: du das?
00:32:38: ...Kopfrechern üben.
00:32:39: Also tatsächlich Kopfrechnernabstrakt des Zahlenverständnis weil jetzt kommt die Kurve, die die Fähigkeit mit Geld umzugehen und Größenordnung gut einschätzen zu können korreliert laut Studien sehr hoch mit dem mathematischen Kenntnis und zwar wirklich Grundrechnarten, also nicht irgendwie Stochastik oder so.
00:33:01: Und viele Eltern denken ja auch ich muss meine Kinder jetzt weiß ich nicht besonders knapp halten damit sie lernen mit Geld umzugehen und solche Sachen das ist macht in der Regel gar nicht so viel aus, sondern genauso wie du gesagt hast altersgerecht über diese Größenordnungen informieren.
00:33:19: Natürlich wächst bei Kindern auch mit dem Lebensalter die Fähigkeit mit größeren Summen umzugehen und in der regel genau so wie das bei Erwachsenen ist kommen wir mit kleinen Summen besser zurecht.
00:33:30: Das heißt, es hat jetzt wenig Sinn mit einem Kindergartenkind den Wocheneinkauf zu besprechen unter monetären Gesichtspunkten.
00:33:36: Man hat...
00:33:37: Ja aber das Kind möchte dann doch wahrscheinlich wissen warum es jetzt eine bestimmte Süßigkeit oder so nicht mehr so häufig gibt?
00:33:43: Oder das Lebensmittel oder was weiß ich?
00:33:47: Ja,
00:33:47: oder der Besuch im Freizeitpark.
00:33:49: Nicht zweimal im Jahr sondern für alle zwei Jahre stattfindet oder eben was sich nicht größer Fahrten nicht mehr gemacht werden können oder ähnliches.
00:33:58: und natürlich kann man das mit dem Hinweis da aufsehen sein guck mal dass ist viel teurer geworden und deswegen ist es so wichtig Kinder ein abstraktes Zahlenverständnis haben.
00:34:08: Das meine ich das mit dem Kopfrechnen, dass ist elementar wichtig weil sonst das Gefühl für Geld und für Geldgrößenordnung gar nicht erst entstehen kann.
00:34:16: also der erste Hinweis ist nicht die Kommunikation von Zahlen sondern die Vermittlung von zahlen Größenordnungen.
00:34:23: Also da können alle spielerischen Aspekte und manchen Erwachsenen tut es auch mal ganz gut noch ein bisschen kopfrecht zu üben tatsächlich kann dann ganz super Einstieg sein Und dann natürlich altersgemäß auch zu kommunizieren, wie sich etwas entwickelt.
00:34:40: Ich glaube das größere Problem sind da noch nachher die Klasse schon... Konsumentscheidungen, die berühmten Turmschuldi-Markenjagd bestimmte teure Hobbys und solche Sachen.
00:34:51: Das ist natürlich dann schwierig auch an der Stelle zu erklären.
00:34:55: Da würde ich nicht immer kommen mit dafür haben wir kein Geld weil es gibt ja auch andere Entscheidungen.
00:35:00: also bei meinen Kindern zum Beispiel ein Hochtechnikaffiner Haushalt gewesen.
00:35:04: Ich habe gesagt bei uns gibt's generell keine Spielekonsolen.
00:35:07: Die ganze Hütte steht voll mit Computern in allen Formen und Farben.
00:35:11: Was für eine Rabemutter.
00:35:12: Ja,
00:35:13: ganz furchtbar.
00:35:13: Meine Kinder fahren das auch nicht witzig.
00:35:15: Ich stemme noch nicht mehr Krämpel in den Haushalt.
00:35:18: Also ich hab überhaupt nichts gegen Computerspiele... Eigentlich schon, aber in bestimmten Maße finde ich das für okay.
00:35:24: Für die Augenhandkoordination
00:35:25: ist das hervorragend?
00:35:26: Für
00:35:26: die Auge an Koordinationen ist das super.
00:35:28: oder stelle ich mir nicht noch proprietary Systeme da in die
00:35:30: Hütte?
00:35:30: Ich kann dich verstehen ok Also
00:35:31: dann gab es auch eine inhaltliche Entscheidung.
00:35:35: Ja also bis dahin gerade noch ein Beispiel eingefallen und ich habe das mit den Jungs mal gemacht Da waren sie sehr klein da wo einen Euro noch viel Geld war so in diesem Alter Und dann hab' ich jedem einen Euro in die Hand gedrückt und dann sind wir zum Discounter gegangen.
00:35:47: Wir waren insgesamt ich glaube fünfzig Minuten.
00:35:50: Ich war nur nie fünfzig Minuten im Discounter in meinem Leben und habe denen die Aufgabe gegeben.
00:35:54: Die haben natürlich dann gelernt, wenn sie ihre zwei Euro zusammentun, dann können Sie sich was Wertigeres kaufen?
00:36:00: Und die Aufgabe war kauf für zwei Euro etwas wo die ganze Familie was von hat.
00:36:04: also das heißt da waren dann Gummibirchen oder sowas waren dann erst mal ausgeschlossen und Dann haben sie nach langem hin und her haben sie sich dann für eine Ananas entschieden.
00:36:13: Also es gab ne Ananas für zwei euro oder knapp drunter oder so was.
00:36:17: Und da konnte dann die ganze Familie von Essen, das ist nicht die ganze Family von Satt geworden und die Gummibirchen haben sie dann hinterher zur Belohnung noch so gekriegt.
00:36:24: Aber das war glaube ich eine ganz interessante Erfahrung, die die gemacht haben dass sie wirklich auch nachdecken mussten wie viel Geld ist das tatsächlich?
00:36:30: Was kriegen wir alles nicht für zwei Euro was ja für Sie viel Geld war, was sie aber gerne hätten wollen.
00:36:36: Das war glaube Ich ein ganz guter Sensibilisierungspunkt und vielleicht ist es auch etwas wo man mit Kindern etwas spielerischer solche Dinge machen können, dass sie da einfach ein besseres Gespür dafür haben und das Sie dann auch einmal auch merken.
00:36:49: Oh für zwei Euro kriegen wir heute ja in den meisten Eisdiener nicht mal mehr eine Kugel-Eis.
00:36:53: Also
00:36:54: die Kugeleis ist ja glaube ich immer so eine Referenzgröße.
00:36:57: Da wissen wir jetzt schon gut zu dem Zeitpunkt wo wir aufnehmen haben wir Anfang April Da ist jetzt noch nicht so die Eis-Saison losgegangen, aber im Juni und Juli wird das mit Sicherheit wieder ein Riesenaufreger sein.
00:37:09: Das sind die Spritpreise dann schon längst wieder vergessen.
00:37:11: da unterhalten wir uns darüber dass es die Kugel-Eiswiedertorre geworden ist.
00:37:14: Ja und das ist auch wichtig so, dass man sich über Preise unterhält weil nur dadurch können sich sogenannte Referenzpreise bilden wenn ich mich überpreise...
00:37:23: Also wie sollen in der Gesellschaft untereinander drüber reden?
00:37:26: Wenn das nicht so in unserem gemeinsamen Jammern nichts mehr geht abläuft.
00:37:31: dann finde Und was ich vor allem auch gut finde, ist zu sagen, das ist eine Alternative.
00:37:36: Was weiß ich?
00:37:37: Dass Eis zu Hause machen oder dass besondere Gelegenheiten in die Eistile gehen oder es eben durch eine besondere Deutung aufwerten und zu sagen Das ist etwas, was wir gemeinsam machen an einem bestimmten Tag.
00:37:49: Also immer die bewusste Entscheidung und die überlegte und auch gesprochene Entscheidung ist in der Regel die bessere Entscheidung.
00:37:58: Also mit meinen besten Freunden unterhalte ich mich maximal über die Benzinpreise oder über Restaurantpreise, aber nicht darüber was ein Liter Milch kostet.
00:38:06: Also auf diese Idee käme ich gar nicht!
00:38:08: Nee
00:38:08: es muss ja nicht Milch sein.
00:38:09: also du hast jetzt auch gerade als Beispiel Eis genannt.
00:38:11: das ist ja etwas was eine gewisse soziale Sichtbarkeit hat.
00:38:15: Ich gehe raus und esse Eis und stehe da mit der Tüter Eis.
00:38:20: Die Milch steht bei mir zu Hause im Kühlschrank.
00:38:22: Aber es ist doch sicher auch keine gute Idee die Partnerin zu einem Eisbächer einzuladen dann ist es aber ganz schön teuer geworden.
00:38:30: Das würde ich
00:38:31: aus Stimmungsgröten nicht empfehlen, sondern mir vorher Gedanken zu machen, wie mache ich dieser gemeinsamen Eisdelenbesuch zu einem besonderen Erlebnis?
00:38:40: Denn wir haben auch über Stimmungen gesprochen!
00:38:43: Wenn ich jedes Mal mit dem berühmten Igel in der Tasche meine Partnerin oder meinen Partner zum Eis essen einlade, dann würde ich vielleicht noch eine andere gemeinsame Beschäftigung empfehle.
00:38:53: Es könnte natürlich auch tatsächlich ein Problem sein, dass man irgendwann einmal auch sagen muss, kann mal heute aber bitte ohne Sahne weil es einfach der Geldbeutel nicht mehr gibt.
00:39:01: Ich meine wir sprechen hier über Preise letztlich auch du hast das eben gesagt dass wir über dem medialen Einkommen liegen mit deinem Einkommen und ich mit meinem Einkommen natürlich auch.
00:39:12: Aber das ist jetzt ein Punkt wo wir sagen müssen Das ist dann vielleicht auch mal ein bitterer Moment wo man sagt eine dritte Kugel Eis ist heute einfach nicht drin und ich denke Und ich denke dass wir dann schon einen sehr hohen mentalen Verlust unserer Lebensqualität haben?
00:39:29: Nein, dem möchte ich heftig widersprechen.
00:39:31: Okay, hau
00:39:32: raus!
00:39:36: und Stimmung extrem punktuell sind.
00:39:37: Unsere Emotionen sind nicht ganz passgenau, sonst würde man ja sagen naja das Eis ist doppelt so groß also freue ich mich doppelt zu viel.
00:39:44: Das funktioniert nicht wie wir wissen und wir überschätzen die Akkurates unserer Emotionen.
00:39:52: Das heißt ich kann auch durch sehr kleine Sachen, durch eine kleine Geste, durch ein kleines Eis, durch ne kleine Freude wahnsinnig viele Emotion hervorrufen weil es einfach nicht linear ansteigt.
00:40:02: Weil da müsst ihr ja jemand der sich ein teures Auto kauft mit einem breiten Grinzen auf dem Gesicht rumlaufen, was er oder sie wie wir nur alle wissen nicht tut.
00:40:10: Das heißt Vorsicht an der Stelle vor diesen Überhöhungen genau wie vor dem großen Drama wenn eben bestimmte Sachen nicht mehr passieren und das ist die Fähigkeit die wir haben müssen zu sagen Was es das was mir wirklich Freude macht denn alleine vor dem Eisbächer sitzen ist in der Regel nicht sondern ich mache das mit anderen zusammen müssen dann unsere Fähigkeiten auch mal greifen zu sagen, was macht das aus?
00:40:35: Was wir da gemeinsam tun und wie kann ich das umsetzen.
00:40:39: Und es ist nicht so materiell an einem ganz originären nur einmal herzustellen einen Moment irgendwie festzumachen.
00:40:47: Das scheint mir psychologisch sehr riskant zu sein.
00:40:50: Ja aber auch das ist wiederum ein Unterschied ob du dann wenn die Kinder mit Freunden unterwegs sind und der eine sitzt da im Erdbeerbächer, mit Sahnen.
00:41:00: Und der andere sitzt da mit zwei Kugeln Zitroneneis, die er sich absparen muss.
00:41:04: Da muss man einmal gucken wie kann ich diese Gemeinschaftsaktivitäten anders gestalten?
00:41:11: Das ist jetzt sehr abstrakt aber ich habe auch ausreichend Kinder und kennen diese Situationen insofern.
00:41:16: Ich hab auch meinen Kindern Jahre gehabt wo man sagt nein Schömberg mit drei Kindern ist in diesem Sommer nicht drin.
00:41:23: was kann ich für Alternativen anbieten?
00:41:25: Ich möchte auch nicht das Spardiktat irgendwie führen, sondern zuerst überlegen was ist mir wirklich wichtig und wie kann ich das unter zum Beispiel auch sehr eingeschränkten Möglichkeiten umsetzen.
00:41:44: was unser Zusammensein eigentlich ausmacht.
00:41:47: Und das Zusammensayn kann nicht dadurch gekennzeichnet sein, in die teuerste Eisdiele der Stadt zu gehen.
00:41:52: Das ist irgendwo der ... Der Move ist da irgendwo an einer anderen Stelle, der anders geweckt werden muss.
00:41:58: Also da ... Kann ich nur dazu appellieren, dass nicht an diesen Sachen festzumachen sondern zu sagen und das ist wirklich auch die kognitive Fähigkeiten, die Eltern bringen müssen.
00:42:08: oder wenn Eltern nur rumlaufen und sagen, das geht nicht weil sich nicht wegen Gesundheit, wegen Geld, wegen Verfügbarkeit und wer weiß, was noch so alles schief geht.
00:42:16: Das Erziehung darf auch nicht nur so einschränkend sein.
00:42:19: also man muss das ist die die Fähigkeit der Erwachsene haben müssen zu sagen wie kann ich unter diesen Bedingungen positiv nach vorne gehen oder dass auch anderen vermitteln?
00:42:30: Ich möchte gegen Ende dieser Folge der Nahbetrachtung noch ein kleines Fässchen aufmachen.
00:42:34: Und zwar die Haushaltslage in der Städte und Gemeinden, ich habe damals ein bisschen gestöbert und laut Blitzumfrage des Deutschen Städtetages unter hundert Großstädten kam raus, dass siebenunddreißig Prozent der Städte keinen ausgeglichenen Haushalt mehr vorlegen können.
00:42:50: Und weitere sieben und vierzig Prozent schaffen den Ausgleich nur dadurch, indem Sie Rückgelagen auflösen.
00:42:55: Also das heißt im Endeffekt fünfundachtzig Prozent sind in einer klaren Schieflage?
00:43:01: Das ist natürlich eine Sache.
00:43:02: Da kannst du doch nicht erzählen, das sind punktuelle Dinge, sondern da haben wir doch eher das Gefühl, dass wir generell sozusagen auf dem wirtschaftlich absteigenden Ast sind, wenn dann demnächst noch nicht mehr Geld für Fahrradwege oder Schwimmbäder und kulturelle Einrichtungen übrig ist.
00:43:20: Also die Finanzlage der Städte und Kommunen ist mit Kassastrophal noch vornehmungsschrieben?
00:43:26: Das Problem an der Sache ist, dass wir auch eine Informationsschieflage haben.
00:43:30: Die meisten Bürgerinnen und Bürgern ist das gar nicht klar, sondern die sind einfach nur sauer weil eben die Schule nicht saniert wird oder das Schwimmbad im Sommerfrüher Schildesfreiheit im Sommer Früher zumacht und solche Sachen, weil eben das eine hochkomplexe... Haushaltspolitik hoch komplexes und oft, das sage ich auch ganz kritisch von Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern.
00:43:52: Auch nicht gut kommuniziert wird, auch von der Verwaltung nicht.
00:43:55: Das heißt völlig richtig ist, kommunikronische unterfinanziert Herr Zergrussner Berlin und alle Klagen vielleicht auch da in unsere Höhren und Höhre die ihre Kommunal-Politikerin und Kommunalk Politiker vor Ort führen und sagen wir werden nicht genug ausgestattet, wir werden Kann ich aus meiner Sicht sagen, stimmt alles.
00:44:14: Ich kann mir sofort sagen, ich habe auf jeden Fall recht ... Weil die letzten, die Hunde beißen, die müssen nämlich nie Entscheidungen treffen.
00:44:21: Freibad im Sommer früher zu oder Hallenbad wird auch saniert.
00:44:25: Preise hoch?
00:44:26: Ja, oder Stadtbücherei wird geschlossen und irgendwelche anderen Sachen.
00:44:31: Wir haben in der Kommune das so, wir haben Pflicht- und freiwillige Aufgaben.
00:44:35: Pflichtaufgaben ist z.B.
00:44:36: alles was mit Bürgerämtern und Passwesen zu tun hat.
00:44:39: Da kann eine Kommune nicht sagen, auch Bürgern uns zu teuer, sollen wir mal in den Nachbarort gehen.
00:44:43: Das klappt nicht und wo gekürzt werden kann sind halt nur die freiwilligen Ausgaben.
00:44:48: und das ist genau das was viele Bürgerinnen und Bürger einfach auch erleben.
00:44:51: also das ganz klar ein ganz riesiges Problem und die Kommunalpolitiker sind an der Stelle wirklich an keiner Stelle zu beneiden und Schuld ist eben eine extreme Schieflage.
00:45:04: aus Bund oder Land kommen neue Aufgaben und die Kommunen sagen, wir wissen schon gar nicht mehr wie wir das normalerweise irgendwie hinkriegen sollen.
00:45:12: Und jetzt kommt das Problem auch in der Kommunikation.
00:45:14: Wir reden da in der Regel über mindestens Hunderttausende wendig Millionen Probleme in der kommunikation.
00:45:21: Damit haben wir angefangen mit sehr kleinen preis unterschieden fünf Cent zehn Cent zwanzig Cent Die in dem Fall sich natürlich stark auswerken weil wir Spritpreise gesprochen haben.
00:45:32: Alles was wir in der Kommune machen, der berühmte Radweg die Schule das Hallenbad geht sofort in die Hunderttausende und in die Millionen.
00:45:39: Und von der Wahrnehmung ist es so dass da eine Diskontinuität besteht.
00:45:45: praktisch gesagt für den Bürger der sich mit solchen Summen mal beschäftigt hören sich die Zahnertausend für die Schwimmersanierung genauso an wie zwei Millionen weil es einfach wahnsinnig viel Geld ist
00:45:56: Auch weil der Bürger in der Regel keinen Schwimmbad saniert.
00:45:59: Das kommt in meinem Leben relativ selten vor, dass ich einen Schwimmber zu sanieren habe.
00:46:03: Also kenne ich auch die Preise nicht dafür?
00:46:05: Nee
00:46:05: genau und deswegen hört sich das alles so gleich an.
00:46:07: man kann sich dann noch nicht so einfühlen wenn mein Nachbar sagt Boah meine Autoreparatur kostet da tausend Euro.
00:46:12: zweitausend euro hat jeder sofort mitgefühl kann sich was drunter vorstellen.
00:46:17: bei den anderen Größenordnungen die natürlich viel viel voluminöser sind Verschwindet diese Wahrnehmung.
00:46:28: Das ist einer der Nachteile und deswegen kann man darüber auch in der Kommunikation selten vernünftig sprechen, weil – wie du gesagt hast – es fehlen die Referenzgrößen.
00:46:38: Man kennt sich damit nicht aus!
00:46:39: Also wir sind da mit den Spritpreisen eingestiegen.
00:46:42: Wir steigen auch mit den Sprittpreisen aus und natürlich gibt's den einen oder anderen, der dann vielleicht zu Ostern eine gewisse Hähme sagt höhhö ich habe ja kein Auto mich betrifft das nicht doch es betriffte uns alle Weil auch die Bio-Lebensmittel, die dann vielleicht an der einen oder anderen Stelle gerne konsumiert werden.
00:46:56: Auch die werden mit fossilen Brennstoffen transportiert und wir haben auch LKWs, die haben eine Reichweite von dreitausend Kilometern Und das ist auch ein erheblicher Wettbewerbsnachteil für deutsche Spediteure.
00:47:09: Wenn jemand beispielsweise in Polen sich den Tank voll macht und fährt dann erstmal durch nach Spanien Da kommt er nämlich mit einer Tankfüllung wunderbar hin Und der ist dann in Deutschland nicht in dem Nachteil, dass er hier für teuer Geld tanken muss.
00:47:23: Der total rationale Kunde existiert also nicht und das macht im Grunde genommen gar nichts.
00:47:29: So habe ich es von MC gelernt die sicherlich sich breit erklärt, demnächst mit meinem Auto in die Schlange zu stellen und an der Tanke mein Auto zu befüllen.
00:47:37: Das wäre aber auch nicht gesund, sich den ganzen Tag nur noch mit Kaufentscheidungen zu beschäftigen!
00:47:44: Da wo es sich lohnt, treffen wir in den meisten Fällen völlig wirtschaftliche Entscheidungen.
00:47:48: Sei es das Eis oder das Auto oder die Urlaubs- und Freizeitentscheidung.
00:47:54: Und mit wohlmeinenden ökonomischen Grüßen verabschieden sich Kommunikations- und Medientrainer
00:48:03: Thumbuscher.