Themen aus der Gesellschaft - psychologisch und kommunikativ analysiert
00:00:01: Die Autorisierung von Zitat-Gebern ist ein Dauerthema zwischen Otongebern, wie Menschen aus der Politik und aus der Wirtschaft.
00:00:09: Und natürlich auch Journalistinnen und Journalisten!
00:00:24: Ja, und wohin das führt?
00:00:25: Darum geht es heute in der Folge der Nahbetrachtung.
00:00:28: Das wiederum – Sie haben's wahrscheinlich an der anderen männlichen Stimme schon gehört – ist wieder eine Kooperationsfolge mit Politik- und Kommunikation.
00:00:35: Aber im Monat machen wir das zusammen mit dem Schiffredakteur von Politik & Kommunikion Konrad Göke und er ist hier nicht Gast in der Nahbetrachtung, sondern er ist gleichberechtigter Haus.
00:00:46: Und dieses Thema was wir heute hier machen geht zum Beispiel auch auf seine Initiative zurück.
00:00:51: unter Mikrofonen sind natürlich mit Konrad Gökke auch Diplompsychologin Maria Cristina Nimmerfrog
00:00:56: und Medien- und Kommunikationstrainer Tom Buschardt.
00:01:09: gerade bei großen Textinterviews scheint die Autorisierungspraxis immer weiter zuzunehmen.
00:01:15: Woher kommt das überhaupt?
00:01:16: Der Wunsch der Interviewgeber sich nachher noch mal korrigieren zu wollen, Tom!
00:01:20: Ja ich habe das mal zusammengefasst und zwar ist die Praxis Interviews in Deutschland autorisieren zu lassen eine vergleichsweise junge Erfindung in der Demokratie und im Umgang mit den Medien.
00:01:30: ihren Durchbruch hatte sie in den neunzehntfünfziger Jahren in Deutschland mit den sogenannten Spiegelgesprächen.
00:01:36: Das heißt also die politischen Gäste stimmten den harten Befragungen eines Als links bezeichnet der Mediums nur dann zu, wenn sie das abgetippte Interview vorher noch einmal gegenlesen und korrigieren durften.
00:01:48: Und aus diesem Deal wurde natürlich eine Routine zunächst beim Spiegel in vielen Redaktionen.
00:01:54: Das hat sich dann über die folgenden Jahrzehnte immer weiter ausgebreitet.
00:01:58: Er ist als Sicherheitsnetz gegen Fehl-Zitate und es ist natürlich auch viel interessanter, beispielsweise einen konservativen Politiker in einem linken Medium interview zu bekommen als ein konservativ im konservative Medium.
00:02:08: das war natürlich auch ein Gedanke der damit gespielt hat.
00:02:10: und später wurde die Autorisierung allerdings auch und das ist ein Thema in dieser Nahbetrachtung von Politik PR und Prominenten dazu genutzt um Formulierung zu glätten ihnen die Schärfe zu nehmen oder Passagen komplett zu streichen.
00:02:24: Da sind auch wir Medien- und Kommunikationstrainer nicht ganz unschuldig
00:02:27: dran.".
00:02:28: Juristisch ist das in Deutschland bis heute keine Pflicht, sondern eine freiwillige Absprache.
00:02:33: Das heißt also der Pressekodex stellt klar dass das gesprochene Wort genügt wenn es korrekt wiedergegeben wird.
00:02:39: aber allerdings gilt trotzdem wer auf die Autorisierung verzichtet riskiert natürlich bestimmte Gesprächspartner gar nicht erst zu bekommen.
00:02:46: und genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich der deutsche Interviewjournalismus bis heute.
00:02:51: Und beim Spiegel war es so Konrad ich habe das so im Voluntariat so gelernt Dass wenn am Ende stand, danke für das Gespräch.
00:02:59: Dass man dann wusste es ist ein autorisiertes Interview.
00:03:02: und wenn dieser letzte Satz Danke für das Gespräch nicht dort stand Dann wusste man Es ist kein offiziell geführtes Spiegelgespräch sondern ganz normales interview.
00:03:09: hast du das in deinem Wohlen Tag auch noch so gelernt?
00:03:13: Das habe ich bisschen anders ein bisschen grundsätzlicher gelernt.
00:03:16: dass hieß bei Springer auf der Axelspringer Akademie einfach nur jedes interview wird autorisiert.
00:03:21: Bei Springer wird grundsätzlicher autorisiert.
00:03:24: Es ist bemerkenswert, dass du das sagst mit Danke für das Gespräch.
00:03:28: Weil ich mir relativ sicher bin, dass genau dieser Satz häufig wahrscheinlich nicht gesagt worden ist, sondern am Ende dann noch hinten dran geflochten wird.
00:03:37: Insofern ist es relativ ironisch, dass ausgerechnet der Satz dann für die Autorisierung steht.
00:03:43: Aber nochmal um das zu wiederholen, wir haben alles autorisiert und immer.
00:03:48: Ja also es ist natürlich hier noch ein kleiner Hinweis Springer ist natürlich nicht der verlagene Spiegel erscheint ja.
00:03:54: Also deshalb ist es völlig normal dass Konrad Göke das etwas anders beigebracht bekommen hat wie's wahrscheinlich im Spiege gelehrt wird.
00:04:02: aber ich habe das mal auf Kundenseite mitbekommen.
00:04:05: da lief das Interview eigentlich mit dem Spiegel sehr gut.
00:04:08: Und dann sagte dann die Pressesprecherin, Mensch das war jetzt ein richtig gutes Gespräch und war auch etwas erleichtert dass es gut gelaufen ist.
00:04:15: Dann sagte sie die Kollege vom Spiegelner ja das schauen wir uns mal an wie's mit der Autorisierung so läuft?
00:04:20: Ich glaube da sind wir schon beim Thema Conrad.
00:04:24: Wie hast du sozusagen dieses Thema für diesen Podcast gefunden?
00:04:29: Da ist mit Sicherheit auch einen Haufen Ärger dabei gewesen bei dir.
00:04:33: Ärger hat immer wiedergegeben eigentlich steckt bei mir auch die Geschichte dahinter, dass ich mich selber dabei ertappt habe wie ich immer seltener Politiker Interviews in Schriftform lese.
00:04:45: und irgendwann hab ich in mich reingeheucht.
00:04:48: Und ich selber gefragt warum ist das so?
00:04:50: Dann hatte ich eben die Antwort selber parat, dass sich häufig erlebt habe Interview selten aus der Autorisierung wieder so rausgekommen, wie es reingegangen ist.
00:05:00: Das ist ja auch klar.
00:05:01: aber manchmal ist es so substanziell geändert worden dass ich dachte das ist nicht das Gespräch, das wir geführt haben und das darf eigentlich bei der Autorisierung nicht der Fall sein.
00:05:10: und wenn ich das dann übertrage auf schriftliche oder verschriftlichte Interviews da muss man ja auch präzise sein, dass es kein schriftlich geführtes Interview ist aber am Ende ein Interview das dann erst mal abgedruckt wird Dass ich dann einfach keinen Vertrauen mehr habe, dass das wirklich ein Gespräch ist.
00:05:30: Das am Ende offen geführt worden ist weil das ausgezirkelt ist.
00:05:34: Häufig gibt es ja vorab auch Absprachen.
00:05:36: was bringt denn der Herr Minister oder die Frau Ministerin eigentlich mit?
00:05:39: Was erzählt sie uns denn Interessantes?
00:05:41: und dann Ja gut!
00:05:42: Dann lassen Sie uns mal im Juli sprechen da können wir das dann rausbringen Und das fühlt sich einfach nicht echt an und ein weiterer Wermutstropfen dabei ist natürlich auch, dass jede journalistische Fragetechnik völlig ins Leere läuft.
00:05:55: Weil dieser Moment ich erwische jemanden auf dem falschen Fuß oder ich frage einen Butterpreis ab und Olaf Scholz weiß nicht was Butter kostet oder was Benzin kostet glaube ich war das in dem.
00:06:08: Ein Klassiker in einer Sendung mit Paul Ronshammer war das.
00:06:11: Genau, und das kennen wir ja aus der Interviewführung dass dann die Pressgesprächerin oder der Pressgesprecher sagt Die Zahl reichen wir nach Und so was gibt es bei Live-Interviews nicht, bei verschriftlichen Interviews schon.
00:06:25: Das fühlt sich für mich einfach nicht so echt, da warte ich doch lieber auf das Interview vor dem Mikrofon.
00:06:29: Aber ganz ehrlich, das ist auch so dieser Klassiker wo man hinterher in der redaktionellen Fassung durchaus reinschreiben kann.
00:06:35: an dieser Stelle unterbricht die Pressesprecherin und weiß darauf hin dass man diese Zahl nachreichen wird.
00:06:40: Das wäre ja dann kein Fall mehr den man in der Autorisierung tatsächlich freigeben lassen müsste.
00:06:47: Es stimmt allerdings Ist das ja ein Genrebruch?
00:06:51: Also wenn ein Interview oder das Schamante bei einem Interview ist, dass ich auch optisch sehe.
00:06:55: Ich seh nicht irgendwie so eine Textwüste sondern ich sehe Frage, Antwort, Frage und Antwort.
00:07:00: Das ist Snackable!
00:07:01: Ich kriege einen Räderanteil dem anderen hinterhergereicht und freue mich als Leser wirklich auch darauf so etwas zu lesen weil ich dann weiß da muss ich jetzt nicht so viel investieren und mich nicht so stark konzentrieren weil ich das so schön unterlesen kann.
00:07:15: und wenn man dann anfängt irgendwelche szenischen Kursivgesetzten Absätze dazwischen zu kloppen, dann kann das ganz charmant sein wenn auch die Flughöhe des Gesprächspartners das irgendwie hergibt und auch tatsächlich eine interessante Hintergrundgeschichte dahinter steckt.
00:07:30: Und häufig genug ist die Autorisierung ja mittlerweile zur Hauptgeschichte eines Interviews geworden auch wenn sie das eigentlich nicht sollte.
00:07:38: Aber das ist aus meiner Sicht eigentlich nicht das, was man will wenn man ein Interview ausmacht.
00:07:43: Ja aber auf der anderen Seite ist natürlich so.
00:07:44: die Frage ist ob die großen Textinterviews angesichts der leichten Verfügbarkeit von audiovisuellen Inhalten tatsächlich nicht an Bedeutung einfach verlieren werden?
00:07:53: Also die kommen ja aus der Zeit wo tatsächlich die Sendezeit oder auch die audiovisuelle Zeit einfach viel kürzer war sowohl dessen was die Interviewgeber selber produzieren konnten, als auch das was die Medien hergegeben haben.
00:08:07: und kannst jetzt quasi alles relativ schnell auch als Video produzieren oder eben als Audio irgendwo reintun.
00:08:14: Was dann aber auch eine sehr größere Reichweite erscheint das Gefühl, dass das Genre insgesamt dadurch, dass es eben reduziert wird auf die eine reine Textform einfach an Bedeutung auch verliert.
00:08:27: Jetzt gucke ich mal aus der psychologischen Sicht.
00:08:28: also wenn ich in der Forschungsinterviews führe bin ich quasi verpflichtet auch alles was ich sonst noch so wahrnehme mit aufzunehmen.
00:08:39: Also ob jemand sehr zögerlich antwortet oder sich ein bisschen rumwendet oder ganz spontan ist oder zwischendurch ein bisschen kichert oder eine Bemerkung macht ironisch unterlegt wird.
00:08:50: Und ich glaube, dass diese Verkürzung rein auf die Textform heutigen See höher und Informationsgewohnheiten eigentlich nicht mehr so richtig entspricht.
00:09:00: Dabei könnte man ja ein geschriebenes Interview deutlich schneller konsumieren als eine Audio oder Video.
00:09:06: Ja, also wir sehen ja was die Leute sich angucken oder lesen und da sieht es ehrlich gesagt für die langen Texttriemen nicht so gut aus weil dann auch wieder verkleinert werden.
00:09:17: Ich habe gerade gesagt hier sind Snackable das heißt die Zitate werden ja auch daraus genommen und auf einem Meme gesetzt und per Social Media verbreitet etc.. Denkes Prinzip, dass ein langes Interview noch kleiner gemacht wird und dann auf den verschiedenen Erreichungsformen weiterverarbeitet wird.
00:09:37: Und dann wieder zu Reaktionen führt.
00:09:39: Ich glaube daher kommt auch die Sorge von allen Interviewgebern durch sehr prägnante Zitate angreifbar abzuwerden an jeder Stelle weil ja irgendwie der berühmte Halbsatz und das aus dem Kontext gerissene Beispiel plötzlich zu einer Wahnsinns-Bedeutung gelangt.
00:09:56: Machen wir doch mal eine Dreierrunde!
00:09:59: als Interviewgeberin.
00:10:01: Sie hat ja in der Zeit, wo sie für die Hochschule damals geforscht hat.
00:10:06: im Rahmen Letzten Generationen war sie eine sehr gefragte Interviewpartnerin auf allen Medienkanälen.
00:10:13: Dann ich als Interview-Vermittler, also als jemand der als Coach sozusagen an einer Schnittstelle sitzt und dann gewissermaßen Konrad Göke als Interviewausbader, der es mit Leuten wie mir unter Umständen aus meiner Zunft zu tun bekommt die dann gerne auch im Vorfeld mal ausloten möchten was jetzt Thema oder auch Fragestellungen im Interview sein sollte Besser nicht.
00:10:35: MC, deine Eindrücke als Interviewgeberin im Umgang mit dabei eine durchaus namhafte Titel dabei ne?
00:10:41: Bildt hat dich interviewt.
00:10:44: pro sieben FFZ Sat-Eins Frühstücksfernsehen warst du mehrfalls ja fast einmal zusammen.
00:10:50: Wie waren da die Absprachen?
00:10:52: also ich war tatsächlich Im Rahmen meiner meiner wissenschaftlichen Tätigkeit für verschiedene Themen Ursprünglich recht oft gefragt aus zu finanzpsychologischen Themen, weil ich dazu auch relativ viel gelehrt habe.
00:11:05: Ich mache deswegen die Kurve, weil da das einfach noch relativ selten vorkam und ich tatsächlich total überrascht war, als ich mal ein großes Interview zur Finanzpsychologie- und Konsumverhalten gegeben habe.
00:11:15: Und nachher riefen ja nochmal an und wollten jedes Zitat auch so, wie.
00:11:18: ich dachte mir, hey!
00:11:19: Ich rede jede Woche vor Hunderten von Studierenden.
00:11:21: Ich kann das mir, muss keiner das nachher noch einmal vorlesen oder vortragen?
00:11:26: Das war natürlich ein glatter Irrtubaldi zusammen.
00:11:27: Zusammenhänge schon so komplex waren und ich mich vielleicht auch nicht immer so präzise ausgedrückt habe, dass wir im Rahmen der Autorisierung tatsächlich auch noch sachliche Probleme klären mussten.
00:11:37: Ich hab das erfahren, also vielfältige Zitate von den Süddeutschen oder eigentlich allen Verlagen mit denen Interviews gegeben.
00:11:47: Ich habe nicht mit denen zusammengearbeitet, aber ich habe Interviews gegeben und hatte schon den Eindruck das war zum Teil auch eine umfangreiche inhaltliche Zusammenarbeit.
00:11:54: Was sehr komplexe Sachen waren immer eine extreme Fairness was das angeht und auch sehr vernünftige Wiedergabe von sehr langen Printinterviews die dann auch sehr sinnvoll zusammengefasst worden sind.
00:12:08: Da hat man ja oft kein Wortprotokoll zumindest nicht bei Leuten wie mir.
00:12:13: also ich hab da sehr faire zusammenarbeit mit sehr vielen verschiedenen medien von bulvar über viele andere auch regional regionale blätter erlebt zum teil auch sehr starke autorisierungspraxis die ich jetzt persönlich als interviewgeberin gar nicht so dringend ständig nachgefragt hätte.
00:12:37: Ja, also aus meinem Nähkistien.
00:12:39: Ich sage meinen Coaches immer bereiten Sie sich nicht auf die Fragen von Journalisten vor, sondern auf die Themen, die angesprochen werden damit die Fragen möglichst auch spontan beantwortet werden können weil wenn an dem Tag jemand etwas digital unterwegs ist und man hat ihn auf eine bestimmte Frage die Journalistinnen und Journalisten gerne auch teilweise ungefragt vorher schon mal einreichen Und die wird dann im persönlichen Gespräch etwas anders formuliert Dann kann es sein dass jemand mit einem tunnelblick und nicht allzu viel medien erfahrung also in der praxis interface zu geben durchaus dann gar nicht mehr sieht dass er auf diese frage die gleiche antwort geben kann die wir vorher besprochen haben.
00:13:16: das ist das eine und das andere ist das habe ich allerdings als dienstleister mal gemacht für ein nennwissmal betriebszeitschrift ja sagen wir mal betriebzeit schrift.
00:13:29: Und da kamen die Kollegen wieder und hatte ein furchtbares Interview mit einem furchtsparroganten Gesprächspartner geführt.
00:13:36: Das musste aber dann unter PR-Gesichtspunkten, musste das Interview entsprechend geglättet werden.
00:13:41: Die war sowas von auf der Zinne.
00:13:43: Dann habe ich diesen Interview so Kleinigkeiten reingeschrieben in so Nebensätzen.
00:13:47: Das war journalistisch nicht ganz sauber, es war halt ein PR-Interview.
00:13:51: Ich finde, da gelten etwas andere Maßstäbe.
00:13:53: Dann hab' ich so reinggeschrieben, lächelt, nippte an seinem Espresso!
00:13:58: Winkt nach der Kellnerin, so solche Sachen.
00:14:01: Und dann haben wir das jemandem gegeben aus der Redaktion die gar nichts von diesem Interview wusste und von der Geschichte.
00:14:07: Ich habe dann gefragt hier bewerten sie das mal welchen Eindruck macht dieser Interviewpartner auf sich?
00:14:12: Das war ein total sympathischer Typ, ja das war so ein Schriftsteller.
00:14:16: Total sympathisch und den würde ich gerne kennenlernen usw.
00:14:19: Dann habe ich gesagt okay ist jetzt unter PR-Gesichtspunkten.
00:14:23: ist das jetzt in Ordnung, aber ich glaube die besagte Kollegin hat immer noch leichtes Sod brennen wenn sie an dieses Interview denkt.
00:14:30: Konrad damit sind wir bei dir dein Nähekistchen mach mal auf!
00:14:35: Ich würde mal grundsätzlicher sagen, ich werde ganz gerne anschließen an was MC gesagt hat weil was ich bisher gesagt habe zum Thema Autorisierung und welche Facetten von Autorisierung mehr Bauchschmerzen machen bezieht sich natürlich auch Politikerinterviewen Interviews, die stattfinden unter der Maßgabe dass ich ein anderes Ziel habe unter Umständen als der Politiker oder die Politikerin.
00:14:56: Ich möchte irgendwie was erfahren das dem Politiker soll irgendwas rausrutschen eine Indiskretion irgendetwas bewerten beurteilen was vielleicht in dem Zusammenhang nicht bewertet werden sollte.
00:15:08: Aber wenn ich mit Fachleuten spreche, ist die Autorisierung wirklich mein größter Freund.
00:15:12: Weil da haben wir absolut dasselbe Ziel.
00:15:15: Wir wollen sowohl informieren als auch unterhalten – das wird oft vergessen.
00:15:19: also der Journalist ist ja jetzt nicht nur der unbestechliche Beobachter, der jetzt irgendwie Antikorruptionsarbeit und Macht-und den Mächtigen auf die Finger schaut.
00:15:28: natürlich sind wir mit unseren Produkten.
00:15:31: Wir finden statt in der Freizeit der Menschen.
00:15:33: Das ist es in der Breite Ja, das Setting indem unsere Texte, unsere Produkte den Leuten zum Konsum geben und die Leute uns eben lesen und hören lassen usw.
00:15:44: Und da will ich auf keinen Fall Blödsinn schreiben.
00:15:47: Deswegen freue ich mich dann darüber, die Autorisierung noch mal zu nutzen zu können um das vorzulegen.
00:15:54: habe ich das richtig verstanden?
00:15:55: es gibt ja häufig auch aus einer Gesprächssituation Leute, die zum Beispiel wahnsinnig schnell reden Da breche ich mir die Finger, wenn ich versuche da irgendwie auf der Geschwindigkeit zu bleiben.
00:16:06: Und wenn ich dann einen Satz aufschreibe und es wurden viel gesagt, kann's halt schon mal passieren dass die eine oder andere Sache auch durcheinander gerät.
00:16:14: Was auch finde ich ein sehr wichtiger Punkt ist, da gehts jetzt vor allem um weniger Medien erfahrene Fachleute als MC das jetzt ist.
00:16:21: Viele Leute sind tatsächlich, wenn sie sich gut auskennen mit einem Thema, auch sehr tief im Thema drinnen, sehr schmeißen mit Fachbegriffen, die kein Mensch versteht.
00:16:29: Und wenn ich da als Journalist der Übersetzer sein kann und das Ganze erklären kann, einordnen kann und dass er in fünf Minuten Redebeitrag vielleicht auch drei Sätze bekomme.
00:16:41: Dann ist für mich das allergrößte Kompliment und das habe ich tatsächlich auch schon bekommen.
00:16:45: Das ist viel schöner, als ich es gesagt habe.
00:16:47: Und dafür würde ich sagen, ist eine Autorisierung dann auf jeden Fall noch gut.
00:16:51: Aber es ist nicht auch so, dass Politikerinnen und Politiker gezielt sich Zitate überlegen und in die Berichterstattung reingeben, weil sie eben damit jetzt bitte mal ein paar Wochen irgendwie auf der Antenne oder in den Medien oder in sozialen Medien sein wollen.
00:17:08: Also dieses Klassische Mal einen raushauen, was ja mittlerweile in allen Parteien für einige Politikerinnen und Politiker tatsächlich sehr stark zum Alltag zu gehören scheint.
00:17:18: Und dafür kann ich natürlich auch so ein Interview nutzen.
00:17:21: Und habt ihr als Journalistin Und John Listen, ich mache mir das Gefühl hier der instrumentalisiert zu werden.
00:17:28: Hier will einer nur einen raushauen und mein Interview oder meine Story ist quasi nur der Rahmen dass er oder sie das jetzt kann?
00:17:34: Ja da kommen dann Leute wie ich ins Spiel.
00:17:37: Ich habe mal jemandem für eine Rede.
00:17:40: Da ging es drum Dass man da auch mit dem Aufsichtsrad durchaus anderer Meinung war Und da ging es um jemand, der hatte wirklich mangelnde Qualifikation.
00:17:48: Wurde aber in den Aufsichtsrat gewählt und sollte gewählt werden.
00:17:51: Und nach einem Jahr ist er dann noch wieder rauskomplimentiert worden.
00:17:56: Da hat jemand in seiner Rede diesen wunderbaren Satz gesagt wir sind doch hier kein Ausbildungsbetrieb für Aufsichtsträte!
00:18:03: Das ging ein bisschen viral und das hat auch Spaß gemacht So was zu platzieren, insofern darf ich darüber sprechen.
00:18:10: Aber ich werde natürlich jetzt nicht verraten bei welcher Politikern und Politiker ich dann auch mal solche Sätze reingegeben habe die dann anschließend auch zu Schlagzeilen gebracht haben.
00:18:18: aber Ich kann ein eigenes Beispiel nehmen und zwar hab' ich mal einem ARD-Sender einen Interview gegeben.
00:18:24: da ging's um die Kommunikation von Volkswagen.
00:18:26: Da lief es dann gerade mal nicht so gut bei denen in der Kommunikion.
00:18:30: Und dann habe ich mir gedacht, okay das ist jetzt so ein ARD-Nieschenprogramm.
00:18:33: Wie kriege ich jetzt möglichst Reichweite auf Social Media?
00:18:36: Und da hat mir dann diesen Satz aufgeschrieben an der Kommunikation von Volkswagen werden sich noch Generationen von Medientrainern abarbeiten können.
00:18:42: So wenn wir mal ehrlich sind, der Satz ist inhaltlich falsch weil es werden sich nicht Generationen meines Berufsstandes daran abarbeiten.
00:18:48: aber es war eine Zuspitzung und es war ne sehr grüffige Formulierung.
00:18:52: Ich hab dann hinterher festgestellt dass er besagte ARD sein würde.
00:18:56: Ich meine es wäre der hessische Rundfunk dass die das dann hinterher als Soundfile rausgenommen haben, weil sie das auch irgendwie sehr, sehr ... Pregnant?
00:19:05: Ja.
00:19:05: Pregnant MC sagt prägnant ich sage catchy also sehr pregnant fanden und das hat mir natürlich da noch eine entsprechende Reichweite verschafft.
00:19:14: und am Ende des Tages habe ich dann auch ein paar Angebote für Medientrainings abgeben können wo ich dann merkte oh das hat tatsächlich auch monetär einen Vorteil gebracht.
00:19:23: Aber es ist natürlich schon so, dass man vor ich würde mal sagen acht neun Jahren im Coaching hat man versucht die Dinge möglichst zu glätten in den Interviews.
00:19:34: Also das sind dann so.
00:19:34: ja wir nehmen die gegen uns erhobene Vorwürfe sehr ernst und nichts ist uns wichtiger als das Bedürfnis der Bevölkerung usw.
00:19:41: Das sind so Sätze, die kann man heute gar nicht mehr hören.
00:19:43: Die laufen uns sozusagen aus den Ohren heraus.
00:19:48: Drei, vier Jahre fing es an, dass man bewusster auch von Auftraggeberseite gewollt hat.
00:19:54: Machen sonst etwas kantiger?
00:19:55: Wir wollen auffallen!
00:19:57: Wir wollen prägnanter sein und ich sehe gerade hier über unsere Kontrolleitungen.
00:20:02: Konrad in Berlin hat heftig genickt an dieser Stelle.
00:20:04: Das Wort gehört hier.
00:20:06: Es gibt ja verschiedene Wege wie ein starker Satz seinen Weg in die Überschrift findet.
00:20:13: Der schönste Weg ist natürlich und der ehrlichste, wenn er im Interview auch so gefallen ist und so gesagt wurde dann war ein guter Medientrainer am Werk oder jemand ist einfach ein Profi wie Markus Söder.
00:20:23: es gibt ja dieses charmante Porträt von ihm der SH, wo ein Journalist der häufig mit ihm zu tun hatte beobachtet hat dass Markus Søder einen Satz den er mitgebracht hat und gerne in der Überschaft sehen würde so oft gesagt hat bis er gesehen hat das der Journalist sich den Satz aufgeschrieben hat.
00:20:40: Und dann wusste er jetzt, es ist gut.
00:20:41: Jetzt muss ich nicht mehr sagen Checkmark also check.
00:20:45: Ich habe das Ziel erfüllt.
00:20:47: Anderer Weg ist natürlich dass ein Journalist den Satz sagt Das ist dann dieses ich hab's mal schöner auf einen Punkt gebracht als du das hinbekommen hast.
00:20:56: und Dann hofft man eben Dass die dass Die Presseabteilung das dann auch mitmacht und Den Satz dann nicht wieder gilt.
00:21:04: in der Regel wenn sie ein Job gut macht sollte sie ihn möglichst Rinnen lassen.
00:21:08: Und der andere Weg ist natürlich die Presseabteilung trägt den Satz dann selber nach und da hängt es dann wirklich davon, ob mit welchem Berufsethos man als Journalist dann rangeht.
00:21:18: Ob man das durchgehen lässt und einfach sagt okay so schön hast du das nicht gesagt.
00:21:22: aber ich hätte schon gerne in der Zeile drin und ich würde mal behaupten dass viele diesen Weg gehen weil am Ende... Ich habe's ja schonmal gesagt Wir haben dann doch dasselbe Interesse am Ende, das dieses Stück am Ende wahrgenommen wird.
00:21:35: Dass es viral geht und die Leute es wahrnehmen und genau diese Reichweite.
00:21:41: Genau diese Reichweite ist am Ende unser gemeinsames Ziel und da würde ich natürlich niemals einer Pressestelle in den Armen fallen, wenn sie dann doch noch auf eine besonders schöne Formulierung gekommen sind.
00:21:51: Das müssen wir natürlich nochmal gucken wie denn die Wirkung ist.
00:21:54: also so ein Textinterview hat ja auch viele komplexe Passagen wo mal ein politisches Vorhaben ausführlich dargestellt wird oder die eigene Haltung zu einem vielleicht in der eigenen Partei umstrittenden Thema.
00:22:05: Und wenn man dann natürlich immer sagt gucke jetzt aber nur auf die Zitate und alles drum herum das übliche politische Gerede über den berühmten Infrastrukturausbau und die Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung.
00:22:20: Und dann kommt irgendwann mal zwischendurch, kommen so zwei oder drei markige Sachen.
00:22:23: Ich glaube, dann entwertet man auch so eine Gesprächssituation.
00:22:27: Weil alle freuen sich darüber und sagen Mensch das geht jetzt auch noch viral.
00:22:31: Und wenn man die hohe Kunst ist es mittlerweile auch noch in diese Szene schafft, die sich damit auch noch kritisch auseinandersetzt und vielleicht noch einer Veränderung vornimmt, dann wird das aber nochmal verstärkt.
00:22:45: Und ich glaube dass dann die ursprüngliche Idee des Textinterviews zu sagen wir setzen uns ja mit einer Person oder sogar mit zwei Personen zusammen mal in die Tiefe auf eigene Themen, dass das damit nicht mehr hergestellt wird.
00:22:57: Also jetzt kann man wieder das lange hohe Lied der Aufmerksamkeit Spanne führen.
00:23:02: aber ich glaube gerade das was man dann am Nachher haben möchte nämlich eine andere Art von Aufmerksamkeit und eventuell bleiben eben auch noch griffige Zitate hängen so ein bisschen am Ziel wir wollten uns wirklich zusammensetzen über einen bedeutsames politisches Thema vielleicht oft einfach nicht erreicht wird?
00:23:20: Ich kriege es wahrscheinlich jetzt nicht wortwörtlich so zusammen, aber die Berliner Mauer war noch nicht gefallen.
00:23:26: Da hat der russische Präsident Michael Gorbatschow bei einem Besuchen der DDR, wo schon die ersten großen Demonstrationen gegen die DDR-Regierungen liefen, einen Satz gesagt, sinngemäß wer als Regierender die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig erkennt darf sich nicht wundern wenn er schon bald nicht mehr besteht.
00:23:44: Und das wurde dann vom russischen Insdeutsche übersetzt.
00:23:47: und dann haben da zwei deutsche Journalisten, die sich immer noch streiten wer es jetzt nun letztlich gewesen ist.
00:23:53: Haben dieses Zitat etwas verkürzt und sind dann zu Michael Gorbatschow gegangen und sagten hier genossel Gorbadschow können wir das so veröffentlichen?
00:23:59: Und hat Gorbalschow sich das angeschaut in der redigierten Fassung, hat genickt und gesagt ja dürfte machen?
00:24:05: und so entstand das Zitat, wer zu spät kommt dem bestraft das Leben.
00:24:08: Und später hat Gorbatschow dieses Zitat auch tatsächlich in seine Autobiografie einweben lassen.
00:24:14: aber es ist letztlich eine redigierte Fassung.
00:24:16: und ich glaube viele von ihnen wussten vielleicht gar nicht dass Gorbetschow der Urheber ist weil er inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden.
00:24:24: Aber so entstehen manchmal auch richtige Juwähle und wir werden in diesem Podcast nicht zu einer Entscheidung kommen, schwarz oder weiß, Autorisierung ja oder nein.
00:24:33: Sondern wir beleuchten hier sozusagen die Chancen und Risiken.
00:24:36: Und auf ein Risiko möchte ich jetzt ganz massiv hinweisen und zwar haben wir uns einen kurzen O-Ton besorgt aus dem Programm des ZDF Und zwar geht es zurück auf ein Interview, was Friedrich Merz vor einigen Wochen dem Spiegel gegeben hat und da wurde dieses Zitat rausgenommen.
00:24:52: Kein Kanzler hat Jesu viel aushalten müssen wie ich!
00:24:56: Das ist tatsächlich in diesem Interview gefallen.
00:24:58: Ich kann nur jedem raten das Interview mal komplett zu lesen.
00:25:01: dann wirkt dieses Zitat weniger wuchtig.
00:25:03: aber es ist natürlich eine wunderbare Zuspitzung für ne Schlagzeile.
00:25:07: Und da endet sozusagen die Moderatorin leider mit einem sehr unschönen und unkommentierten Hinweis.
00:25:15: Kein Kanzler vor ihm habe so etwas ertragen müssen, hat Friedrich Merz diese Woche in einem Interview gesagt.
00:25:26: Genau das ist der Moment, wo ich mir dann gesagt habe jetzt kommen die ganzen Schwurbleu wieder auf den Plan.
00:25:32: Wie kann das Kanzleramt so etwas freigeben?
00:25:35: Dadurch entsteht ja wieder der Eindruck dass das kanzleramt gibt interviews in deutschland frei und hat damit Zugriff auf die deutschen Medien.
00:25:44: Das, was hier natürlich von der Moderatorin gemeint war ist die Autorisierungspraxis über die wir jetzt seit etwas mehr als zwanzig Minuten schon sprechen.
00:25:51: also wir drei hier und sie als Nahbetrachtungsfans wissen das jetzt auch entsprechend einzuordnen dass es hier um eine Autorisierung Praxis gibt und nicht um eine staatliche Freigabe.
00:26:02: Konrad siehst du das ähnlich dramatisch wie ich?
00:26:06: Ja weil einfach großes Bildungsdefizit da besteht.
00:26:12: Viele Leute sehen das genauso, die sagen wenn sie Autorisierung oder Freigabe oder so ähnliches hören denken Sie an Zensur und es ist eben keine Zensurs.
00:26:20: Wir haben ja jetzt in Teilen auch schon ein hohe Lied darauf gesungen wo Autorisierung wirklich sehr nützlich und nützlich für alle Seiten inklusive der Leserschafts.
00:26:30: und deswegen das ausgerechnet, aus dem Mund von Journalisten zu hören.
00:26:34: Etwas zu befeuern eine Praxis die sie selber so gut kennen obwohl man natürlich sagen muss wenn es aus dem Fernsehen kommt von Leuten die sich mit Autorisierung jetzt nicht ganz so häufig auseinandersetzen müssen dann kann man natürlich sage Feuer frei also euer Problem ist es ja dann am Ende nicht Wenn ihr das dann wieder Leuten erklären müsst was das für eine Problematik ist Am ende gibt mit der Autorisierung.
00:26:56: aber auch in dem Zusammenhang ist das natürlich etwas, was man wenn ich jetzt mal in den Fall selber reingehe.
00:27:05: Warum haben die das durchgewinkt?
00:27:08: Das war ein Satz gewesen der glaube ich so sehr nicht auf ihrem Radar war weil es um was ganz anderes in diesem Gespräch ging.
00:27:14: Das ist ja hinterher dann auch noch vereinzeltsch glaube im Machtwechsel Podcast rausgearbeitet worden, weil Friedrich Merz das entsprechend nochmal wiederholt hat dass es eigentlich darum ging der SPD zu sagen, Freunde jetzt langsam ist mein Geduldsfaden am Ende.
00:27:28: Und eigentlich sollte dieses Interview eine Gelegenheit sein, eine Sprechgelegenheit für den Bundeskanzler zu sagen wir werden jetzt andere Seiten aufziehen und wenn man dann so sehr da drin ist in dieser Denker auch okay das ist hier die entscheidende Stelle des Interviewes.
00:27:47: vertraut, weil man will es natürlich den Journalisten jetzt nicht diktieren oder ihnen irgendwie sagen hier Augenbraue nach oben das ist die wichtige Stelle des Interviews muss man natürlich so sprechen aber am Ende dann auch so autorisieren dass ein Journalist gar nicht anders kann als die entsprechende Stelle zur Überschrift zu heben und auch in den Teaser reinzuschreiben.
00:28:08: Weil man sagt okay hier sagt er spricht der Kanzler zum ersten mal zum Thema XY oder macht ihr eine Ansage in Richtung SPD Und da hat man diesen Satz offensichtlich einfach liegen lassen, weil man ihn gar nicht für so wichtig gehalten hat.
00:28:20: Weil man komplett sein Social Media Verhetzungspotenzial verkannt hat und sowas lässt man natürlich dann als Journalist nicht liegen.
00:28:28: Den hast du da liegen den Satz?
00:28:30: Dann was diese Lamoyans dieses weinerische da drin und im Kontext selber.
00:28:37: natürlich relativiert sich das ein bisschen.
00:28:40: aber wir wissen ja seit den Anfangszeichen von Twitter Wenn man mehr Reaktionen hat als Klicks auf den Link, dass die meisten Leute eben den Artikel gar nicht lesen und sie lesen dann auch die entsprechende Stelle oder den entsprechenden Passus im Interview nicht.
00:28:53: Und deswegen muss man da durchscannen und einfach wirklich gucken was könnte man hier nehmen?
00:29:00: Welchen Satz könnte man herausreißen und ihm eine Karriere angedeihen lassen, die uns am Ende irgendwie schädlich ist das natürlich bei so einer Langstrecke wie einem Hauptinterview in einem großen Magazin die Quadratur des Kreises ist.
00:29:12: Also ich glaube ganz unbeschadet kommt man am Ende da dann auch nicht raus, aber in diesem speziellen Fall sich dann auch irgendwie aufs hohe Ross zu setzen.
00:29:22: Mir wäre das niemals passiert, finde ich dann auch ein bisschen drüber.
00:29:25: Also ich wüsste jetzt keinen Langstreckeinterview wo mein jetzt nicht irgendein Satz rausbrechen kann außer die Presseabteilung hat wirklich eine super Arbeit gemacht.
00:29:35: und dass in den zweiten Nebensatz verpackt und das Subjekt ist ganz hinten im Satz oder so da gibt es ja ganz fiese grammatische Tricks wie man das irgendwie hinbekommt ne Botschafter abzusetzen.
00:29:44: Aber wie gesagt, ich glaube der Fokus war ganz voran das.
00:29:46: Die Botschaft die man senden wollte war ganz woanders und da war dann der Radar einfach verengt?
00:29:51: Ich muss eine Sache an dem was du gerade gesagt hast kritisieren.
00:29:55: oder eine Sache würde ich gerne ergänzen und zwar möchte ich kritisiert kritisierend dass du den Begriff Bildungslücke verwandt hast weil unsere Zuhörer und auch die Zuschauer im Fernsehen die müssen das nicht zwinget wissen wie so ne Autorisierung abzulaufen hat oder was das entsprechend bedeutet.
00:30:11: Das heißt also, wenn jemand das nicht kennt ist es nicht schlimm.
00:30:14: ich finde es eher ein Versäumnis der Moderatoren nicht darauf hingewiesen zu haben wie so eine Autorisierung Praxis abläuft um es entsprechend einzuordnen.
00:30:23: Natürlich hat das für so einen Medienbabel eine viel größere Bedeutung dass das Kanzleramt einen solchen Satz durchgewunken hat und ich finde das hast du gerade sehr schön und sehr anschaulich entsprechend erklärt.
00:30:33: aber was ich noch ergänzen möchte ist dass zwar die Zitate freigegeben wird werden, aber die Hochzeit über die Überschrift, über das Zitat was es sozusagen ganz nach oben schafft.
00:30:44: Das liegt ausschließlich in der Hochhalt der Redaktion.
00:30:47: Was heißt in der Regel?
00:30:48: Das habe ich im Fünftereichberufsjahr nie erlebt dass da jemand von außen mitspricht was jetzt so zu sagen die Schlagzeile ist.
00:30:55: natürlich gibt's Menschen die dann da so rein quatschen so nach dem Motto ja es wäre doch jetzt schön wenn dieser Satz weil das ist noch ein sehr wichtiger Satz und so weiter Ja also da wird man dann eher als Journalist bockig.
00:31:07: Das
00:31:08: zeugt ja ihr Reaktanz als...
00:31:10: Ja, hier.
00:31:10: Unsere Psychologie.
00:31:11: Erklär
00:31:12: mal!
00:31:12: Der Reaktant ist die Reaktion auf Freiheitseinschränke.
00:31:15: Wenn man einer sagt, machen sie das bitte unbedingt, je nachdem wie höflich man sich ausdrückt, ist er dann auch oft die erste Reaktionen, die auch völlig menschlich sind und nichts mit Kindern zu tun hat zu sagen.
00:31:24: Dann mache ich es erst recht nicht.
00:31:26: Und dann gibt's im Gespräch mit Journalisten noch den Klassiker und den lassen wir uns aus Berlin von Konrad Goelke entsprechend nochmal erläutern – und zwar unter eins, unter zwei, unter drei.
00:31:37: Ich würde bevor ich dazu komme, vielleicht nochmal andere Arten der Übergriffigkeit die ich erlebt habe.
00:31:42: Ah gerne!
00:31:43: Hau raus!
00:31:43: Weil tatsächlich Überschrift hab' ich jetzt auch noch nicht erlebt.
00:31:47: Was ich aber erlebt hab', war Leute hätten gerne bei der Fotorauswahl mitgesprochen und dann habe ich auch gesagt also da kann immer last-minute irgendwas passieren.
00:31:55: Also bringt dir gar nix ne?
00:31:56: Wenn ich dir das irgendwie vorab schicke... Und am Ende damals als ich bei Bumps war hat Mario & Horn dann immer auch noch mal ein besseres Bild gefunden.
00:32:06: abgesehen davon, dass es sinnlos ist das zu machen.
00:32:09: Ist das eben auch übergriffig?
00:32:11: Also nie im Leben würde sich da jemand irgendwie reingquatschen lassen.
00:32:13: was häufig und gerne gemacht wird oder sagen wir mal häufiger und lieber als man denken würde ist, dass auch in Fragen rein redigiert wird.
00:32:22: Das geht gar nicht.
00:32:23: ich schick die Fragen aus Höflichkeit mit einfach damit die Leute im Kontext sehen können wie ihre Antwort positioniert ist.
00:32:30: Das finde ich fair.
00:32:31: also bei der Autorisierung schickst du die Fragen mit.
00:32:33: Du schick sie fragen nicht vorher fürs Interview.
00:32:35: Nee, genau.
00:32:36: Also die sind in dem Interview dann mit drin und wissen die Leute in welchem Kontext ihr Zitat steht.
00:32:43: aber auch in den Fragen kann.
00:32:44: immer wenn mein Text Print zum Beispiel Überlänge hat, dann kürze ich ja nicht in autorisierten Antworten rum sondern mache ich meine Fragenschlanke.
00:32:51: also insofern gehe ich, wenn ich in den Text reingehe, noch mal in die Fragen rein.
00:32:57: manchmal bin ich auch missverständlich, manchmal bin nicht schnell genug.
00:33:00: Die Fragen kann man bis zum Ende gut machen und abgesehen davon das ist ein Interview Partner überhaupt nichts angeht, wie eine Frage am Ende formuliert ist.
00:33:08: Habe ich das eben häufig erlebt?
00:33:10: Dass dieser Service von mir als kleiner Finger genommen wurde.
00:33:14: Da wurde dann die ganze Hand genommen dass da auch in die Fragen rein redigiert wurde.
00:33:20: Hast du es durchgehen lassen?
00:33:22: Nee!
00:33:24: Das müssen wir jetzt... Ist ja schon eine Frage, ne?
00:33:28: Nein also da habe ich tatsächlich irgendwann ein bisschen Text auf Copy-Paste gehabt, weil das so häufig passiert ist.
00:33:38: Dass ich das dann tatsächlich nicht für jeden nochmal neuschreiben musste warum das eine völlige Unart ist.
00:33:45: Ich glaube dass es häufig auch damit zusammenhängt, dass gerade im Bundestags Abgeordnetenbüro bestimmte Posten nicht nach Qualifikation besetzt werden.
00:33:55: Da ist da manchmal auch ein bisschen der Hemmnis oder eine Hemmung Abgeordnete zum Beispiel aus Bundestagsabmordenden Büros anderer Koleur zu übernehmen.
00:34:06: Also da denkt man sich jemand der vorher für die FDP, für die Grünen gearbeitet hat, der wird für mich nicht ehrlich einen guten Job erledigen.
00:34:13: und dann wird halt lieber jemand, der im Wahlkampf fleißig Plakate geklebt hat in das Büro reingesetzt und man sagt dann so du bearbeitest jetzt Presseanfragen ist dann auch das Ergebnis, was dabei rauskommt.
00:34:28: Da werden die besten Sätze gekillt, besonders persönliche Geschichten geglättet und am Ende passiert eben so etwas.
00:34:36: Das ist meine persönliche Erklärung dafür auf der Basis dänigen Büros, wo mir sowas schon mal passiert ist.
00:34:44: aber es gibt doch einige Fraktionen, die jetzt sehr lange dabei sind, die keine Berührungsängste haben, Mitarbeiter anderer ... Abgeordnetenbüros von anderen Parteien zu übernehmen.
00:34:56: Da passiert sowas in der Regel dann auch nicht.
00:35:00: und was jetzt die Terminologie angeht unter eins, unter zwei, unter drei, unter eins wenn ich ein Gespräch mit jemandem unter eins führe, dann darf ich das was er oder sie sagt zitieren und dann auch den Namen dazu nennen.
00:35:11: bei unter zwei kommen dann Zitate dabei raus, wo man so etwas liest wie aus Parteikreisen oder das Umfeld von März lese ich neuerdings auch häufiger.
00:35:22: Das ist wenn man dann doch eine Information streuen will auch ein Zitat aber dann am Ende nicht klar zuordnen soll wer hat es wirklich gesagt?
00:35:30: Wer will damit on the record gehen sozusagen und unter drei sind Hintergrundgespräche da darf nicht daraus zitiert werden Informationen daraus nicht verwendet werden.
00:35:42: das findet häufig ja auch im Rahmen von Regierungsreisen statt, dass dann Hintergrundkreise stattfinden.
00:35:47: Fraktionen im Bundestag laden auch zu Hintergrund Kreisen ein und da geht es vielleicht sich einige Leute die Frage stellen was bringt das Ganze?
00:35:56: Das hat dann doch den Sinn, dass ein Journalist wenn er irgendwo anders etwas aufschnappt oder eine Anekdote eine Geschichte mitbekommt, dann weiß okay ist das jetzt Wirklich eine breite Bewegung.
00:36:07: Ein gutes Beispiel wäre jetzt vielleicht die aktuelle Geschichte ist Hendrik Wüster, Einwechselkanzler.
00:36:13: für März so etwas aufzuschreiben.
00:36:16: Braut man sich dann eben auch nur wenn man aus anderen Hintergrundgesprächen weiß okay es gibt vielleicht doch ein zwei drei mehr Leute die sich mit diesem Thema beschäftigen als wenn's einem einzige Person irgendwann beim Kaffee erzählt hat.
00:36:27: und dieses Horizontwissen dieses breitere Wissen zu haben um zu wissen Wie soll ich etwas einordnen, was ich jetzt hier oder da aufgeschnappt habe?
00:36:37: Dafür bieten... dafür sind Hintergrundkreise dann da.
00:36:40: Aber das gehört natürlich dann auch eine gewisse Sorgfalt dazu.
00:36:43: und auf der anderen Seite nicht nur die Vertraulichkeit, sondern eben auch... Das ist ja ein Stück weit.
00:36:50: Ich benutze mal ganz bewusst den Begriff Verdachtsberichterstattung wenn ich sage es wird darüber gesprochen dass weil dann ich setze schonmal was?
00:36:56: Es ist eine unglaubliche Macht dahinter.
00:36:58: man sagt man setzt Sachen in die Welt.
00:37:02: Wie sicher muss man denn da sein dass da was dahinter ist?
00:37:07: Na ja man sagt Ja
00:37:10: Weil er erzählt viel, wer der da lang
00:37:12: ist.
00:37:12: Ein Fall ist kein Fall, zwei Fälle sind kein Fall und ab drei habt man eine Geschichte.
00:37:16: Ich würde mal sagen wenn man in einer großen Bewegung berichten will dann braucht man vielleicht schon ein paar mehr oder vielleicht wird es auch schon ein bisschen länger aus verschiedenen Stellen kolpertiert.
00:37:28: Man kann natürlich, wenn man auf einer Presse Reise unterwegs ist oder mit auf einem Staatsbesuch unterwegs ist das hat ja Julius Betschger vom Sternen der die Geschichte aufgeschrieben hat war ja mit Hendrik Wüst unterwegs in Polen und hat ja auch berichtet, wie viele Kollegen mitgefahren sind.
00:37:44: Also wie groß da der Pressepool war.
00:37:46: man kann durchaus davon ausgehen dass Julius Betschke auch mit Kolleginnen und Kollegen gesprochen hat.
00:37:51: habt ihr das auch gehört und festgestellt?
00:37:53: also wie du richtig sagst am Ende muss man mit solchen Informationen verantwortungsvoll umgehen.
00:38:00: es gibt natürlich jetzt die Vorwürfe an dem Boulevard der diese Geschichte aufschnappt und versucht weiter zu drehen und daraus dann eine Serie zu machen.
00:38:07: wir sprachen im letzten Podcast gemeinsam ja auch darüber, wie kann man jetzt die Sau möglichst lange durch das Dorf durchtreiben?
00:38:14: Dass dann das Ganze anfängt eine Traktion zu bekommen, die ohne diese Berichterstattung vielleicht nicht da gewesen wäre.
00:38:21: Aber auf der anderen Seite dass viele in der Union sich hinsetzen und fragen was wäre wenn mit dem unbeliebteste Kanzler viele, viele Jahre vielleicht ausgewechselt wäre durch eine andere.
00:38:36: Das ist kein frivoler Gedankengang würde ich sagen.
00:38:39: Ja ich war zu dem Zeitpunkt als die Frage gestellt wurde wer wird damals Kanzlerkandidat Söder oder Laschet?
00:38:47: Da ist ja schon ein bisschen her.
00:38:49: Zu diesem Zeitpunkt war ich in einer Parlamentsredaktion habe dort eine Redakteurin gekocht und auf einmal unterbricht sie das Training seit einem Moment mal eben.
00:38:56: da muss ich rangehen Und da meldete sich jemand, ein Abgeordneter aus der CDU-Fraktion und hat der Kollegin nur gesagt sie glauben gar nicht was bei uns hier los ist.
00:39:06: Ich schalte mal ich schalke Sie mal drauf und dann hatte er einfach seinen Handy dahingelegt und wir haben ich glaube acht Minuten oder sowas haben wir eins zu eins live mitgehört wie dort in der CDU ZSU Fraktion entsprechend Heftig diskutiert wurde, wer es denn nun werden soll.
00:39:22: Und wenn diese Kollegin dann anschließend... Wir sitzen da zu zweit an davor und wenn sie dann anschließen schreibt der hat das gesagt und dieser hat jenes gesagt Dann ist das natürlich ein Ja, wie soll man sagen?
00:39:35: Ein Live-Mitschnitt.
00:39:36: Es wurde nicht mitgeschnitten aber es ist ja live von uns zwei verfolgt worden.
00:39:40: das heißt gibt's zwei Zeugen dafür und mit diesen Aussagen kann sie natürlich dann anschließend losgehen zu anderen Abgeordneten und kann die gezielt auf diese Zitate ansprechen.
00:39:48: Kann sagen hier ich habe gehört der und er soll das und dass gesagt haben.
00:39:51: können Sie das bestätigen.
00:39:53: Und da sagt der Orohil Zwiln unter drei zitieren Sie mich auf gar keinen Fall.
00:39:56: aber ja der hat das so gesagt oder ich erinnere mich daran dass er das so gesagt hat.
00:40:00: und so kriegt die Geschichte natürlich.
00:40:02: Auch wenn da jetzt nicht eine Autorisierung hintersteht, kriegt die Geschichte natürlich enorm viel Druck auf den Kessel.
00:40:07: Und das ist etwas, das finde ich in dieser Berliner Bubble mit dem ganzen Journalisten und so weiter, finde ich das schon entsprechend spannend und interessant, das entsprechend zu beobachten weil so kriegt man natürlich auch mit wie diese Geschichten tatsächlich dann später in die Medien kommen.
00:40:22: Und da muss man dann machen, diese Geschichten ja auch praktisch Politik.
00:40:25: Also das wird natürlich von allen Beteiligten aufgenommen und wird in den Gremien weiter besprochen.
00:40:32: Das erzeugt eine sehr starke, als Psychologin würde ich sagen, eine sehr stacke Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Akteuren.
00:40:39: Das heißt nicht nur die Politik ist alleiniger Akteur im Sinne von Entscheidungen, die natürlich nur in den gesetzlich dafür vorgesehenen Gremiens getroffen werden sondern durch den Austausch und durch die Berichterstattung findet er sicherlich auch eine Form von Beeinflussung
00:40:54: statt.
00:40:54: Definitiv!
00:40:55: Ja, das ist
00:40:56: ja nicht falsch.
00:40:57: aber man ist natürlich als Journalist jetzt auch nicht der Paartherapeut der Regierungskoalition.
00:41:02: insofern wenn eine Regierung so wackelig ist oder auch innerhalb einer Partei die Nerven so lang liegen dass man dann eine Geschichte platzieren will dann findet man auch denjenigen der es macht.
00:41:14: also da liegt die Verantwortung.
00:41:15: dann denke ich eher bei der Regierung als bei denen die Berichterstattungen darüber machen.
00:41:19: nichtsdestotrotz stellt sich am Ende die Ausgangsfrage, die du aufgeworfen hast MC.
00:41:25: Wann macht eine Schwalbe im Sommer?
00:41:27: Also ich wollte auch nicht, als ich von Wechselbeziehung sprach, wollte ich da keine Intention unterstellen.
00:41:33: Also Wechsel-Beziehungen, da bin ich glaube ich ganz sauber methodisch unterwegs, sagt einfach nur das ist verschiedene Dinge passieren.
00:41:42: die passieren am zeitlichen Ablauf und bedingen sich gegenseitig.
00:41:45: Das heißt nicht wer welche Absicht hatte.
00:41:47: bei Politikerinnen und Politikern und gerade bei dem Beispiel was Trompfohlen hat also jemand der anruft und sagt ich leg sie hier mal drauf oder ich dokumentiere ihn jetzt mal grade was ihr gerade habt ist ja schon eine Intention dahinter.
00:41:58: Also die klassische Journalisten, Frage Cui Bono wie nützt das?
00:42:02: Wenn der mich jetzt anruft und ich die Möglichkeit habe da direkt teilzunehmen dann will er ja was.
00:42:08: Ja aber
00:42:08: es war ne neutrale eins zu eins Quelle weil in dem Moment wo er gesagt hat ich lass ihn mal mithören konnte er nicht wissen wie die Diskussion sich demnächst weiter entwickeln wird.
00:42:18: und auf der anderen Seite hat das dann auch später dazu geführt dass der Fraktionsvorsitzende die Handys eingesammelt hat.
00:42:24: Ja wobei ich da gerne auch nochmal eine Fachperspektive aus psychologischer Sicht hätte, weil aus journalistischer Sicht weiß ich natürlich warum man sich sowas dann gerne anhört und auch gerne darüber berichtet.
00:42:35: Ich habe die besten Zugänge.
00:42:38: Ich heuche...ich bin das Mäuschen im innersten Zirkel der Macht.
00:42:41: aber zum Beispiel bei der Corona Berichterstattung von Paul Ronsheimer hab' ich mich ja auch häufig gefragt was ist eigentlich Abgesehen vom Nutzen, diesem Quibono vielleicht der psychologische Faktor dahinter zu so einer intimen Quelle zu werden die dann eine live Schalte in die Ministerpräsidentenkonferenz macht.
00:43:00: Vielleicht kann MC das mal aufklären?
00:43:02: Das hat natürlich ist die Exklusivität das Besondere daran und das herausgehobene Und da kommt jetzt wieder die Wechselbeziehung ins Spiel.
00:43:10: Ich kann nur dann besonders sein, wenn die Situation in der ich mich befinde auch von anderen an erkannt wird.
00:43:15: Das heißt große Teile der Öffentlichkeit sagen, wir kriegen da jetzt Eins zu Eins Informationen.
00:43:21: Das ist das wird jetzt auch noch gehoben und dadurch steigt natürlich auch wieder die individuelle Bedeutung unabhängig davon ob man nicht einfach nur schneller ist oder tatsächlich besondere Informationen hat.
00:43:34: Ich meine sie tatsächlich aus Quellen Sicht jetzt, also ich als Ministerpräsident zum Beispiel warum lege ich mein Handy da auf dem Tisch und lasse Paul Rohnzheimer oder Tom Buschardt mithören?
00:43:42: Also entweder das ein klassischen Nutzenaspekt zu sagen okay wenn ich jetzt Tom Buschan mithören lasse und ich habe demnächst mal eine Geschichte in die ich verwickelt werde krieg' ich dafür vielleicht einen Bonus kriege ich weiß ich nicht ne Spalte mehr kriege mehr werde ich als erster gefragt, wenn es um Themenbereiche geht die mit mir irgendwie in Verbindung stehen.
00:44:03: Also so eine Reziprozität, die ich daraus erzeuge.
00:44:06: Ich tue ihm was Gutes weil ich weiß der profitiert in der Redaktion davon und ich erwarte ein besonderes Wohlwollen oder eben eine besondere Berücksichtigung.
00:44:15: Und der zweite Aspekt der Psychologisch glaube ich nicht zu unterschätzen ist dieses Ich bin wichtig, ich bin so bedeutsam.
00:44:21: Ich habe Zugang zu Kreisen die andere nicht haben kann.
00:44:25: also es gehört zu meinem Status diese Brücke herzustellen zwischen Journalismus und Politik und ich glaube das ist wirklich wenig damit zu tun hat dass jemand so Transparenz Wunsch hat.
00:44:36: Also zu sagen, ich muss der Bevölkerung irgendwie mitteilen was sie abgeht?
00:44:39: Ich denke die beiden Aspekte persönlich ernotzen und Status im Sinne von ich habe etwas was mich herausgehoben macht spielt eine ganz besondere Bedeutung.
00:44:48: gerade du hast die Gruppe der Ministerpräsidenten angesprochen.
00:44:53: also die Selbstliebe ist jetzt kein seltenes Phänomen.
00:44:56: Ja, also ich möchte nur sagen... Ich habe ja sozusagen zufällig mit gehört.
00:45:01: Also ich war nicht der Zielperson des Besagten, der uns da hat mithören lassen, sondern das waren die Kolleginnen von besagter Parlamentsredaktion.
00:45:10: Ich möchte natürlich auch nicht so weit gehen und sagen, der hat sich dann bei deren Bonus dadurch verschafft.
00:45:14: aber natürlich man hilft sich... Man weiß natürlich auch in dem Moment wo es auch Interessen gesteuert ist dass man als Journalist versucht wird dort instrumentalisiert zu werden.
00:45:25: da muss man natürlich dann entsprechend gegen angehen.
00:45:29: Aber ich habe's auch schon von Kollegen von freien Produktionsfirmen gehört.
00:45:32: Da haben wir So was gedreht und ich war derjenige, der die Fragen stellt.
00:45:37: Und dann sagt er zu mir, du machst ja richtig Interviews.
00:45:38: Da sage ich, dafür bin ich auch hier und werde doch dafür
00:45:40: bezahlt.".
00:45:41: Ja, sagte solche Fragen können wir gar nicht stellen.
00:45:43: Dann sage ich erkläre das bitte.
00:45:45: Das hat dann her, wenn wir als freie Produktionsfirma da so hart reingehen wie Du das hier gerade machst, dann bekommen wir diese Interviewpartner nicht mehr vor die Kamera weil sie sich bei uns nicht mehr sowohl fühlen und dann werden wir unattraktiver für die Sender, wenn Wir unsere eigenen Sachen anbieten.
00:46:00: also dass hat natürlich da auch noch mal eine entsprechende Ja, wie soll ich sagen?
00:46:05: Geschmäckle bekommen.
00:46:06: Und das war tatsächlich jemand, der mir dann hinterher beim Feierabendbier auch nach der vierten fünften Runde dann auch gesagt hat ja wir haben es auch schon einmal gehabt dass jemand sich anschließend das Interview im Video nochmal angeschaut hat und er hat dann drauf bestanden, dass wir zwei Passagen rausnehmen.
00:46:22: Das ist nun wirklich der doppelte dreifache-vierfache-fünffache Sündenfall weil bei Radio und Fernsehen ist es unüblich noch mal autorisiert, weil da gilt wirklich das gesprochene Wort so wie es ist auf der Pressekonferenz und auf einer öffentlichen Veranstaltung sowieso.
00:46:40: Da wird gar nichts mehr autorisiert wenn es korrekt zitiert wurde und wir haben in Deutschland einen Rechtsanspruch darauf korreksitiert zu werden den können wir aber erst nach der Veröffentlichung einlösen.
00:46:49: das heißt also Wenn das Zitat einmal so gesagt ist und es ist korreakt dann kann ich als anschließend auch juristisch nicht mehr entsprechend einfangen.
00:46:57: Und dass ist glaube ich so'n Punkt Konrad über den wollten wir noch sprechen nämlich audio first Interviews.
00:47:03: Leg los!
00:47:04: Genau, also bekannt ist es ja schon aus dem Deutschlandfunk der Interviews da gibt es ja jeden Morgen auch ein ausführliches Interview das dann im Wortlaut auf der Webseite veröffentlicht wird.
00:47:16: Das Problem dabei ist dass das natürlich sehr unerfreulich zu lesen ist weil wir sprechen nicht gedruckt.
00:47:22: es ist ja wäre es nicht umsonst eine Redewendung dass jemand druckfrisch spricht oder
00:47:28: drückreif
00:47:30: ist jetzt ein Case in Point, dass ich das nicht hinbekommen habe.
00:47:35: und was dann so gedruckt lesen oder ich weiß gar nicht wie man das bei online nennt.
00:47:42: Das ist ja nicht gedruckts aber zumindest in schriftlicher Form dann lesen zu müssen ist auf jeden Fall nicht immer auf freulich.
00:47:48: Aber der Vorteil ist natürlich, dass es nicht autorisiert werden muss.
00:47:51: Man muss hinterher irgendwelche Zirkel drehen mit den Gesprächspartnern, um sich das irgendwie abnehmen zu lassen oder glätten zu lassen.
00:48:00: Aber man kann es natürlich... Es gibt verschiedene Ansätze jetzt die Interviews so zu führen dass man sie zuerst audio- oder im Video veröffentlicht oder führt dann auch veröffentlicht und das Ganze mit dem Ziel, dass man hinterher Rassagen oder das ganze Interview dann entweder druckt, oder eben auch auf die Seite bringt.
00:48:20: Das hat Bild vor ein, zwei Jahren ich glaube vierundzwanzig angekündigt es so machen zu wollen.
00:48:25: da haben sie die Leute ins Studio gebeten Mikrofon vor den Kopf geklemmt und danach gab's dann eben nichts mehr zu machen dass gesprochene Wort gilt und das finde ich in diesem Bereich Wirtschaft und Politik wo ist ja wirklich darauf ankommt wo es vielleicht doch ein Zweikampf auch ist, also wo es ja wirklich auch darum geht dass wir da eine unterschiedliche Interessenslage haben.
00:48:48: Auch am Endprodukt, auch wenn's in beiden Fällen beide wollen das zu unterhält aber beide wollen aus unterschiedlichen Gründen warum es unterhält.
00:48:55: vielleicht finde ich das ist ein Weg aber es ist natürlich sehr schwierig weil ich jetzt auch mitbekommen habe im Kollegen Haus vom Kommagazin Volker Thoms der auch einen Interview geführt hat zuerst im Podcaststudio mit dem Ziel dann hinterher das ganze abzudrucken und dann gemerkt hat Damit das gut lesbar ist, muss man noch mal richtig in den Text rein.
00:49:15: Und wenn man dann aber doch sagt okay ich war jetzt so sehr im Text drin, dass würde ich gerne doch nochmal autorisieren zu lassen haben wir am Ende zwei verschiedene Gespräche die gleichzeitig verfügbar sind und gar nichts mit oder nicht mehr so viel miteinander zu tun haben wie es eigentlich wünschenswert wäre ein ungebürstetes oder glatt gezogenes Gespräch auf dem Podcast Kanal.
00:49:39: Erfindige Leser, die findigen Leseren.
00:49:40: Die beides sich angehört hat und gelesen hat sagt es stimmt doch so gar
00:49:45: nicht gesagt finde die Unterschiede
00:49:47: ja sehr spannend.
00:49:48: ich weiß jetzt nicht wie viele Leute Lust auf sowas haben.
00:49:51: zweites Beispiel war jetzt zum Beispiel auch ein Spiegel.
00:49:53: da gab es ja das Uli Hoeneß Interview wo er heikle politische oder diskutable politische Thesen auch aufgestellt hat.
00:50:00: man müsste die AfD auch mal ran lassen auch mal mit regieren lassen damit sie sich selbst entzaubert.
00:50:05: dass hat der spiegel jetzt.
00:50:08: Das Gespräch hat auch einen Hinweis davorgestellt, dass das jetzt sprachlich geglättet wurde.
00:50:12: Dass es Auszüge aus dem Gespräch sind.
00:50:14: Da geht es nur um die sportlichen Aspekte.
00:50:17: Also das finde ich ganz elegant weil man dann natürlich sagt, wo ist Heikel wäre?
00:50:21: Die politischen Aspechte hört ihr mal besser nach damit er uns nichts vorwerfen könnte.
00:50:26: aber da wo's dann nur um den FC Bayern geht und um Fußballe und um Gianni Infantino bei der FIFA nachlesen.
00:50:33: Aber ich glaube, so ein richtig glücklichen Weg das beides zusammenzubringen und diese unterschiedliche Ausspielungsform dass die in einer guten Co-Existenz online sind und auch verfügbar sind kann nicht noch nicht richtig erkennen, dass das irgendwie jemand gut gelöst hat.
00:50:48: vielleicht wisst ihr da andere Beispiele als ich?
00:50:50: Also ich sehe es auf jeden Fall auf meine Zunft der Kommunikationstrainer zukommen wenn mein journalistisches Herz dazu übergeht und sagt, ja das ist eine gute Methode die Autorisierung abzukürzen.
00:51:06: Die Gesprächspartner mehr zu fordern, dass wir wieder ehrlicher... Ja was heißt ehrlich?
00:51:10: Es ist eigentlich unehrlicher aber das wird etwas direkter interaktiver werden.
00:51:14: Das bedeutet natürlich auf der anderen Seite auch, dass man sich dann auf ein solches Gespräch entsprechend besser vorbereiten muss.
00:51:20: Und an dieser Stelle Ein kurzer, anecdotischer Hinweis.
00:51:26: Übrigens, Frau Gartoms, den du gerade angesprochen hast ... Das wusstest du jetzt noch gar nicht?
00:51:31: Der wird auch später mal bei uns in der Nahbetrachtung Gast sein.
00:51:34: Das rief er mir heute zu!
00:51:36: Ach so,
00:51:36: da hat er dir das doch verraten.
00:51:37: Ich habe einen kleinen Shout-out reingeschaut
00:51:40: mit ihr.
00:51:40: Die Berliner Karte funktionieren offenbar.
00:51:42: Irgendwann in den nächsten Tagen zeichnen wir auf, aber mit einem ganz anderen Thema.
00:51:46: Mehr will ich dabei jetzt noch nicht verratten.
00:51:47: Aber eine Sache möchte ich noch erzählen.
00:51:50: Ein Top-Wirtschaftstitel in Deutschland, auch im Print unterwegs hat einen sehr guten Wirtschaftsjournalisten.
00:52:00: In der Finanzwelt hat man immer vor ihm gezittert aber alle waren heiß drauf mit ihm ein Interview zu machen weil wenn man bei ihm bestanden hatte dann war das irgendwie großartig und dieser Journalist den ich namentlich nicht nennen werde ja hat sich niemals auf irgendeine Autorisierung eingelassen und man wusste das ja.
00:52:18: Man wusste, wenn der kommt, da ist sozusagen vom Handschlag bis zur Verabschiedung auf dem Parkplatz jedes Wort unter Umständen anschließend im besagten Top-Me-Hintitel zu finden.
00:52:29: Und dieser Kollege ist jetzt in Pension gegangen!
00:52:32: Ich weiß dass es bei einigen Agenturen in diesem Bereich durchaus Aufatmen gab.
00:52:38: Ja ich werde jetzt auch nicht sagen werde alles aufatmet aber Grüße gehen raus nach Frankfurt und Hamburg an dieser Stelle.
00:52:44: Aber das sind so Sachen, wo man merkte der Typ war wirklich Urgestein und ich habe ihn nie getroffen.
00:52:51: Und er weiß auch wahrscheinlich gar nicht dass es mich gibt.
00:52:53: aber ich habe ständig über Jahre immer wieder Coaches gehabt die auf seine Interviews haben vorbereiten musste.
00:52:59: und diejenigen die sich sozusagen dann auch wirklich an diesen Rahmen gehalten haben, die sind da auch ganz gut durchgekommen aber auch nicht ohne Schrammen Ja, und so finde ich muss das eigentlich sein.
00:53:10: Dass ich mir sage wenn ein gut ausgebildeter Journalist auf einen gut Ausgebildeten oder gecoachten Gesprächspartner trifft dann entsteht ein hochwertigeres Produkt.
00:53:19: weil Wenn die sich zu einem bestimmten Thema was er sich ETFs oder sowas ja wenn sie sich dazu unterhalten möchten Dann können Sie das ja beim Café tun.
00:53:28: Warum machen sie das öffentlich in einem Medium?
00:53:30: Weil sie gemeinsam ein Produkt erstellen Und je besser der Gesprächspartner vorbereitet ist und je qualifizierter der ist oder Journalistin natürlich auch ja, desto hochwertiger ist das Produkt was da entsteht.
00:53:42: Das heißt also hier profitieren beide Seiten davon dass man sich auf sowas entsprechend vorbereitet.
00:53:47: Ich finde es ein ganz wichtiger Punkt drin wenn ich da kurz einspringen darf.
00:53:52: Absprache is alles und Absprach erlaubt so viel.
00:53:55: Also ich habe auch Interviews mit Journalisten geführt die sich darüber beklagt haben wie sehr sie die Autorisierung nervt Und Auslandskorrespondenten die davon geschwärmt haben ist, dass man das in den USA nicht machen muss.
00:54:09: Aber das finde ich jetzt ein sehr gutes Beispiel dafür.
00:54:12: wenn es bekannt ist und man das vorab eben bespricht mit der Gegenseite dann ist auch in Deutschland alles möglich.
00:54:19: Ja, also ich hatte jetzt gerade jemanden eine Harley angeschmissen bei uns auf dem Parkplatz vor dem Büro.
00:54:24: Deshalb haben wir hier so einen Brummen drin Wir ölen hier bei thirty-four Grad ohne Klimaanlage weil es uns rauschen würde und draußen schmeißt einer mal eben zweitausend Kubik an MC, du wolltest aber auch noch grade was sagen?
00:54:35: Ich glaube dass das tatsächlich noch etwas ist wo die Reise auch hingehen kann und wo's dann auch spannend wird.
00:54:41: Denn der Anfang eines Interviews ist ja nicht nur so ein Frage antwort spielt sondern wirklich ein Gespräch eine neue Frage oder neue Aspekte entwickelt.
00:54:51: Und ich glaube, da haben wir ganz viele Chancen an Spontaneität wieder zu gewinnen.
00:54:54: und wenn man das jetzt weiterdreht die reinen schriftlichen Dokumente verlieren ein bisschen Bedeutung weil schreiben lässt sich mit KI-Tour relativ schnell alle möglichen Textformen.
00:55:08: aber ein lebhaftes Gespräch den man gerne zuhört, weil es inhaltlich spannend ist, weil die Gesprächspartner gut vorbereitet sind gerade auch zu politischen Themen gerade auch zur Zukunft Themen, wenn das ist glaube ich noch mal eine echte Chance dieses, das Interview Genre über die reine Zitatmaschine.
00:55:25: Wenn ich das jetzt mal abfällig sagen darf tatsächlich wieder gut zu positionieren und dass es dann auch wirklich ne Gesprächskoreografische Anforderung von denjenigen, die gemeinsam das Gespräch führen mit was für Vorbereitung auch immer.
00:55:39: Man sagt man trifft sich ohne dass man vor miteinander gesprochen hat oder man steckt ab wo die Reise hingehen soll.
00:55:44: Das gibt sicherlich sehr unterschiedliche die da zum Erfolg führen können.
00:55:49: Aber das Spannende ist, glaube ich dann zuzuhören und mit in so ein Gespräch einzutauchen und sich mitnehmen zu
00:55:54: lassen.".
00:55:54: Ja!
00:55:55: Und die Autorisierung ist tatsächlich etwas was im deutschen Sprachraum weit verbreitet ist.
00:56:00: wenn man jetzt in den angelsächsischen Raum schaut also bei dem Berichten oder bei den Amerikanern.
00:56:05: Da ist das weitestgehend völlig fremd diese Technik.
00:56:08: Das heißt also da haben wir auch nicht unter eins, unter zwei, unter drei sondern da haben Und dieses Off the Record ist eigentlich noch ein strengeres Unterdrei, was man da hat.
00:56:20: Und theoretisch wenn einen Brite anruft und sagt Hallo wir sind's von der New York Times oder sowas dann ist ab da sozusagen zitierfähig.
00:56:27: das muss man wissen.
00:56:29: Konrad du hattest aber auch noch glaube ich dazu etwas vorbereitet?
00:56:31: Wenn ich das richtig im Kopf habe.
00:56:34: Naja also wie gesagt mit Auslandskorrespondenten auch darüber gesprochen Wie fühlen sie sich damit?
00:56:39: Das war immer sehr positiv.
00:56:44: dann die Schwachstelle gesehen oder ich glaube viele haben Angst auf Seiten der Gesprächspartner vor dem Kontrollverlust.
00:56:50: Also, sie wollen gerne frei reden leichter also auch ein bisschen von vom Fleck weg ein bisschen reden weil Sie wissen okay bestimmte Sachen kann ich wieder einfangen hinterher und das nicht mehr zu haben dass es eben das Argument dagegen führt am Ende dann auch zu schlechteren Gesprächen weil dann nämlich genauso kleine Exkurse wenn du in einem Gespräch bist Manchmal sagt's okay, ich erzähle jetzt noch mal kurz was für dich zum Hintergrund.
00:57:17: Das kann man natürlich in solchen Gesprächen auch machen.
00:57:19: wie gesagt am Ende ist es alles eine Aushandlungssache.
00:57:21: die Frage ist macht das dann jemand auch?
00:57:24: weil wenn du dann immer darauf vertrauen musst dass dass da auch richtig eingeordnet, richtig behandelt wird.
00:57:30: Kann ich mir schon vorstellen das dann manchmal doch die Zunge ein bisschen weniger locker sitzt als in einem anderen Szenario was natürlich auch für dich als Interviewer blöd ist weil du natürlich immer wenn du jemanden triffst zu einem Gespräch ja nicht nur im Produkt das Interview produzierst sondern am Ende dieses Gespräche auch immer dazu nutzt hier und da Ausflüge zu machen nach links und rechts und sich denn bildt ein bisschen weiter auszumahlen Und zu gucken, wie verhält es sich mit den Sachen?
00:57:58: Wie ist die Stimmung und wenn etwas in so einem kontrollierten Setting dann immer stattfindet.
00:58:03: Das ist jetzt nicht der Schaden der Leserschaft aber zumindest für Interview und Interviewee ist das.
00:58:08: Dann kann das am Ende dann ein bisschen langweiliger sein unter diesen Umständen im Gespräch zu führen was allerdings Nicht stimmt Es war ja.
00:58:17: viele dann sagen Ja rennt der Journalist weg und macht ja alles mit dem, was ich gesagt habe.
00:58:23: Das ist überhaupt gar nicht so.
00:58:25: Tatsächlich ist die Disziplinierung von diesem Vertrauen das stattfindet zwischen Journalisten, Politiker, Journalisten und Politikerinnen viel höher als bei der Autorisierung.
00:58:34: Wir haben in Deutschland Fälle gehabt auch zum Beispiel dass Alexander Gauland diesen Spruch gebracht hat.
00:58:40: Niemand möchte der Nachbar von Jérôme Boateng sein gegenüber der FAZ.
00:58:43: Herr Verzett-Journalisten aufgeschrieben, die Tonaufnahme gab es wohl nicht.
00:58:48: Aber dadurch dass sie es unabhängig voneinander in den Blog reingeschrieben haben, haben Sie das gedruckt?
00:58:54: Haben am Ende gesagt Gauland wollte nicht autorisieren und ich glaube, Sie hätten das wahrscheinlich nicht riskiert, um das dann doch zu drucken und am Ende vielleicht sogar ein Prozess zu riskieren aus dem Sie wahrscheinlich dann siegreich hier vorgegangen wären wenn sie gedacht hätten, den brauche ich noch mal.
00:59:11: Und das ist nämlich genau dieses Vertrauensverhältnis, dass dann sehr disziplinierend wirkt weil wenn du mit jemandem sprichst der vielleicht noch seinen Weg geht und vielleicht irgendwann im Kanzleramt oder sonst woanders endet, den verbrennst du dir nicht dadurch, dass du sein Vertrauen so enthäuscht.
00:59:25: und außerdem wird ja auch geredet Wenn du bei der Gegenseite unten durch bist und in der Fraktion gewarnt wird, red bloß nicht mit dem Der haut dich in die Pfanne Dann kriegst du kein Interview mehr.
00:59:37: Und insofern ist das, denke ich, ein Weg den man auf jeden Fall gehen kann?
00:59:41: Dass es jetzt nicht besser oder schlechter als was wir machen im Politiker- oder im Politikumfeld würde ich vielleicht sogar sagen Es ist der bessere Weg.
00:59:49: Ich habe gegen Ende unserer Folgen noch einen Tipp für all diejenigen, die jetzt die Nahbetrachtung hören und irgendwann einmal vielleicht vor der Frage stehen Ja!
00:59:58: Jetzt muss ich ein Interview geben.
01:00:00: darf ich mein Zitat autorisieren oder nicht?
01:00:02: und wie mache ich das dann?
01:00:04: Also mein Tipp ist, dass Sie es immer über Bande spieren.
01:00:07: Meine These ist wie folgt wenn jemand der ein Interview gibt selber beim Journalisten nachfragt Wie ist das ja mit der Autorisierung?
01:00:15: Ich möchte meine Zitate vorher freigeben sage ich ist es ein Zeichen von Schwäche.
01:00:20: Wenn das aber eine Pressesprecherin oder eine Agentur oder ein externer Berater oder Beraterin macht dann ist es sozusagen die Dienstbeflüssenheit aus der zweiten Reihe weil halt PR-Genturen, Pressesprecherinnen und Pressesprechern usw.
01:00:33: solche Dinge halt machen und das kennen Journalisten und es nervt.
01:00:36: und ja Autorisierung müssen wir machen.
01:00:38: wie dann wieder ein Arbeitsschritt mehr?
01:00:40: Ja aber dann bleibt sozusagen der Coachy oder interviewer hast du eben gesagt Konrad?
01:00:46: Ich weiß nicht
01:00:48: ob das stimmt Aber
01:00:49: also dem Interviewgebende Machen was den Interviewgebenden Mensch Machen wir mal genderneutral Bleibt dann sozusagen von diesem Verdacht frei, dass er vielleicht seine eigene Worte nicht traut oder im Umgang mit Medien noch nicht so erfahren ist.
01:01:03: Oder nicht so souverän wirkte wo er nach außen vielleicht auf Social Media ein ganz anderes Bild von sich gibt.
01:01:10: Jetzt sagt gerade was von den beiden.
01:01:14: Ich wollte am Ende doch ich wollte am ende du darfst natürlich auch am Ende noch etwas.
01:01:19: Okay, dann an dieser Stelle erstmal vielen Dank an alle.
01:01:23: An unseren gleichberechtigten Host Konrad Göke von Politik und Kommunikation.
01:01:30: dort ist er Chef.
01:01:31: Danke!
01:01:31: Bitte?
01:01:32: Hat Spaß gemacht, danke!
01:01:33: Ja sehr gerne und der Kampf um die Autorisierung von Interviews ist natürlich noch nicht zu Ende und vielleicht wird er sogar noch heftiger geführt, je wichtiger ein Interviewgeber für die Geschichte ist.
01:01:44: An dieser Stelle hätte ich gerne auch von MC gewusst, wirst du denn künftig wenn du Interviews gibst auf Autorisierung bestehen?
01:01:50: oder muss Konrad oder ich dann für dich vorführen?
01:01:52: Und fragen wie machen wir das mit der Autorisierung?
01:01:54: Also
01:01:55: A höre ich natürlich auf deine Tipps und B muss gestehen dadurch dass ich ja wirklich in meinem Beruf sehr vielfältigen Kontexten sehr viel rede.
01:02:04: Ich habe schon den Eindruck, dass ich mich vernünftig ausdrücke.
01:02:07: Und Tom wird sicherlich zu einer anderen Gelegenheit mit mir schimpfen und sagen, das stimmt an vielen Stellen gar nicht.
01:02:12: Aber ich denke mir manchmal menschlich bin Herr meiner Worte und meine Konzeption.
01:02:17: Und finde es auch wichtig, dass man in dem Moment auch ehrlich und wahrhaftig ist.
01:02:23: Das kann dann auch eben vielleicht irgendwas sein, wo man nachher sagt, naja, das hätte jetzt vielleicht mir doch ein bisschen anders formuliert?
01:02:29: Das würde ich als Learning mitnehmen!
01:02:32: Insofern freue ich mich darüber wenn... zu einer Autorisierung von meinen Äußerungen kommt, weil man dann nochmal in den Austausch gehen kann und eventuell noch mal gucken kann ob man an der einen oder anderen Stelle tatsächlich sachlich korrekt war.
01:02:44: Das ist eine gute Möglichkeit.
01:02:47: ich würde es aber wahrscheinlich nicht aktiv einfordern.
01:02:49: jetzt muss man natürlich auch ehrlicherweise sagen die in der A-Riege der Berliner Politikerinnen und Politiker die hier häufig zitiert worden sind davon bin ich kein Teil.
01:02:58: also ich bin nicht so wichtig.
01:03:00: Ja lass was mal stehen Nö.
01:03:06: Gut, alles was ich jetzt an der Stelle sage kann gegen mich verwendet werden.
01:03:10: Konrad eine Sache wir geben noch einmal sozusagen nach Berlin.
01:03:13: Wir sind ja hier live zusammengeschaltet.
01:03:15: Du hast dieses Thema für diesen Podcast eingebracht.
01:03:18: dann schlage ich mal vor moderieren uns doch mal ab.
01:03:22: gut das ist sehr fies von dir dass du mir das zu rüber spielst weil ich mir dazu nichts notiert habe.
01:03:26: Wie
01:03:27: gab es dazu kein Absprachen?
01:03:27: Wir reden frei.
01:03:29: Ich hätte mir tatsächlich auch über verschiedene andere Tendenzen bei Interviews gesprochen hatten, dass sie hofft das es da wieder echter und wahrhaftiger wird.
01:03:39: Ich glaube das gedruckte oder das gesetzte Interview ist noch nicht tot weil ich nämlich zum Beispiel in einem österreichischen Medium ein Interview mit Tony Polster dem Ex-Fußballstar des ersten FC Tom Westin kennengelernt
01:03:49: war uns Toni.
01:03:52: Das wurde grafisch aufgemacht im Sinne eines WhatsApp Gesprächs.
01:03:56: Da gab's dann links eine Sprechblase und rechts eine gleichzeitig sehr ungewohnt und sehr gewohnt, aber am Ende mit der Konsequenz das ich durchgelesen habe und dran geblieben bin.
01:04:08: Also insofern glaube ich wir sind in einem Formatfasching mittlerweile unterwegs.
01:04:14: Der ist aber auch erlaubt die vielleicht totgesagten Formate doch noch ein bisschen länger leben zu lassen.
01:04:19: Also ich gebe zu WhatsApp Gesprächen sicherlich nochmal einen schöner Hingucker, also dem gebe ich Zukunft.
01:04:27: Definitiv!
01:04:28: Das war die Nahbetrachtung zum Thema Autorisierung von Interviews.
01:04:31: der Fluch und der Segen mit Diplompsychologin Maria-Kristina Nimmerfroh
01:04:35: Und Diplo... Nein.
01:04:38: Nee?
01:04:38: Nee das war anders Und Million-Kommunikationstrainer Tom Busch hat.
01:04:43: Ich bin deswegen aus dem Dritt gekommen, weil ich nicht wusste wen von beiden!
01:04:46: Weil wir keine Absparer hatten, wer zuerst genannt wäre.
01:04:48: Wir machen das hier live
01:04:50: und
01:04:51: Konrad Göke, Chefredakteur
01:04:53: Von Poli... Nee, da muss ich das jetzt selber sagen.
01:04:55: Also ich hab's
01:04:56: vergeigend und ich war es!
01:04:58: So,
01:04:58: das lassen wir so stehen.
01:05:00: Wir werden das jetzt nochmal machen, so wie es eigentlich hätte sein sollen.
01:05:04: Wir behaupten ja immer, wir schneiden unsere Podcast nicht und das ist jetzt hier sozusagen der Beweis MC.
01:05:09: Du hast das Wort?
01:05:10: Das war die Nahbetrachtung zum Thema Autosierisierung von Interviews mit dem Chefredakteur von Politik & Kommunikation Konrad Göke
01:05:19: Und dem Medien- und Kameradrenner Tom Buschardt.
01:05:24: Das war's von der Nahbetrachtung.
01:05:25: Sie können uns schreiben an podcastetnahbetrachten.de.
01:05:29: Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen und wir hören uns wieder!