Nahbetrachtung

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00:00:02: Angst vor Demos, Sorge um Benzinpreise und Unwetterwarnungen.

00:00:05: Die Deutschen sind angeblich sehr gut darin, Angst zu haben.

00:00:08: Man könnte sogar sagen in Panik zu verfallen!

00:00:11: Ja und es gibt sogar einen weltweit bekannten Begriff dafür die German-Angst – sie ist natürlich ein beliebtes Instrument.

00:00:18: Denn damit bekommt man die Nutzer in sozialen Medien fast immer.

00:00:21: Gelassenheit zielt halt einfach nicht.

00:00:23: Wie man trotzdem Germanangst durch die Nachrichtenlage kommt und realistisch bleiben kann darum geht's in dieser Folge der Nahbetrachtung

00:00:30: Mit Diplompsychologin Maria Cristina MC Nimmerfro.

00:00:34: Und Medien- und Kommunikationstrainer Tom Buschardt.

00:00:46: Ja, nach der aktuellen Medienlage und Gefühlslage würde ich mal sagen die größten Ängste der Deutschen sind im Herbst XXVI vor all dem Angst vor Verlust also Wohlstandrente Sicherheit gesellschaftlicher Status Die Angst vor veränderung bei der Neugestaltung der Heizung, bei Migrationen und Bewerbpflicht.

00:01:04: Aber natürlich auch die Angst vor dem einund dreißigsten Oktober, der uns ja inzwischen nicht nur in Social Media sondern auch im klassischen Medien als Aktionstag der Gewalt verkauft wird so dass gewissermaßen flächendeckend in ich glaube mindestens neun Städten MC die Geschäfte geplündert werden sollen blockaden brennen.

00:01:29: ist das so typisch deutsch oder bin ich dazu entspannt?

00:01:31: Ja, also das tatsächlich etwas zu überhöhen.

00:01:34: Das ist eher typisch deutsch.

00:01:36: Da sagt man anderen Kulturen nach sie wären da gelassener.

00:01:40: Das kann man auch messen im weltweiten Vergleich.

00:01:42: Da sind wir tatsächlich was so besorgnis angeht schon ziemlich weit vorne dabei.

00:01:47: Es gibt jedes Jahr in Deutschland eine Studie zu dem Messen der aktuellen Ängste und es ist ja auch spannend.

00:01:54: Auch wenn ich jetzt selber nicht besonders ängstlich bin halt das für ein wahnsinnig wichtiges Thema.

00:01:58: Und dann haben wir auf den vorderen Plätzen Natürlich die steigenden Lebenshaltungskosten.

00:02:03: Wir haben Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen, also zum Beispiel im Gesundheitsbereich eine sehr große Sorge.

00:02:11: dann Integration von Geflüchteten oder Überforderungen des Staates durchgeflüchtete Menschen.

00:02:17: Die allgemeine Wirtschaftslage wird als sehr problematisch angesehen.

00:02:20: und auch unter den ersten fünf Plätzen das Thema Wohnen.

00:02:24: Aber da ist natürlich jetzt die Frage Das was du hier aufgezählt hast sind der Prinzip.

00:02:27: Dinge damit beschäftigen sich die Menschen in anderen Ländern natürlich auch.

00:02:31: Was ist daran jetzt so typisch Deutsch?

00:02:34: Also das typische Deutsche, daran ist wahrscheinlich die Überhöhung dieser Themen also dieses Rheinschwappen unabhängig davon wie sehr man gerade umdelbar damit belastet ist.

00:02:46: Also wenn man jetzt beim Thema Wohnen ist und sagt, man möchte oder muss aufgrund des Berufes in eine andere Stadt ziehen hat aber mit der aktuellen Wohnungslage keine Chance irgendwie einen halbwegs preisgünstigen Wohnraum zu finden dann ist das eine aktuelle Angst.

00:03:00: wie kann ich da hin?

00:03:01: Wie kann ich meinen Arbeitsweg gestalten?

00:03:03: Kann ich auch vernünftig arbeiten wenn ich dahin ziehen muss etc.

00:03:08: Angst ist aus psychologischer Sicht die Erwartung eines schlechten Ereignisses.

00:03:13: wir kennen das mit der Angst vorm Zahn wo man vielleicht nachher sagt, na ja so schlimm war es gar nicht.

00:03:17: Aber die Nacht vor habe ich quasi gar nicht geschlafen weil ich mir Sorge gemacht habe dass da jemand was an meinen Zähnen macht.

00:03:23: und Angst ist eben die Erwartung das etwas Schlimmes passiert.

00:03:27: Nicht Dass Es Faktisch Eintritt Und Was Man In Deutschen Immer So Nachsagt Vielleicht Auch Nicht Ganz Falsch Ist Das Die Realistische Einschätzung dieser Angst Manchmal Nicht Ganz Adäquates.

00:03:37: also Du Hast Vorhin Den ein Dreißigsten Oktober genannt diesen deutschlandweiten Protest tag der sich Anschließen soll in an die Proteste in Frankreich.

00:03:46: Wir wissen nicht, was da passiert.

00:03:47: Es gibt Demonstrationsaufrufe und Demonstrationen-Anmeldungen.

00:03:52: Und mittlerweile auch schon viele sagen, oh Gott das wird jetzt wie in Frankreichen.

00:03:55: Die Bilder haben wir gesehen und es gibt keine realistische Sicht darauf dass man sagt, wenn wir Deutschland ein anderes Protest verhalten?

00:04:02: Wir haben eine andere Form der Vorberatung, wir haben andere Initiatoren.

00:04:07: muss man jetzt vielleicht nicht gleich das ganz dramatisieren und sagen, ich sage jetzt alle Termine fünf Tage vor.

00:04:13: Und später habe ich übertreibt es jetzt mal.

00:04:15: Ja gut auf der anderen Seite kann man natürlich sagen wir kennen das ja aus Frankreich dass gewissermaßen brennende Straßenblockaden bei einer Demonstration das ist ja gewissermassen für die Franzosen eher so eine Art Brauchtum.

00:04:26: und wenn man sich jetzt die Aufrufe in Social Media anschaut dann findet man dort vor allen Dingen drei Flaggen nämlich die deutsche die französische Palästinensische.

00:04:38: Und ist das etwas, wo wir schon mitgetriggert werden sollen?

00:04:41: Dass wir Gleiches erleben werden wie beispielsweise auch in Frankreich, wo ein Rathaus angezündet wurde was dann anschließend zusammengebrochen ist?

00:04:49: Ich glaube dass es einen ganz wichtiger Punkt.

00:04:52: ich bezeichne das in Deutschland als Angstinduktion.

00:04:54: also angst.

00:04:55: induktion bedeutet fachlich dass sich gezielt jemanden in einem angstzustand versetze wodurch auch immer Und in der Regel weiß man, was Leuten Angst macht.

00:05:06: Die Angst vor irgendeiner Art von körperlichem Angriff ist eine große und sehr valide Angst.

00:05:12: Dann kann ich Leute in Furcht versetzen durch irgendwie schreckliche Darstellungen die dann kleine Traumate auslösen.

00:05:18: Das ist jetzt der theoretische Teil.

00:05:19: faktisch und das ist jetzt mein persönliches Urteil erleben wir gerade im sozialen Medien in den letzten Jahren ständige Angstinduktion.

00:05:27: D.h.,

00:05:27: es gibt ja zwei Möglichkeiten wie bei einer staatlichen Unwärterwarnung dass ich sage sagen Sie vorsichtig mit Orkanböen zu rechnen, richten sie ihre Wege darauf ein.

00:05:37: Da ist ja vielleicht der Waldspaziergang an dem Abend nicht ganz angezeigt und das ist auch ein wichtiger Hinweis.

00:05:43: Und auf der anderen Seite erleben wir Menschen die diese Angst induzieren um ein anderes Ziel zu erreichen.

00:05:50: Also wenn ich jetzt in Deutschland extrem davor warne und sage, wir haben Bürgerkriegsähnliche Unruhen.

00:05:55: Unsere Großstädte werden aussehen wie einige Städte in Frankreich an dem einreißigsten Oktober dann verfolgen diese Menschen die das besonders deutlich äußeren Einzielen nämlich dass es wieder das Ziel der Destabilisierung.

00:06:07: Der deutsche Staat kriegt es nicht hin.

00:06:09: ja der wird destabilisieren den deutschen Staat indem wir eben die Vorausschau machen, das wird in der großen Katastrophe ändern.

00:06:17: Also du sagst es wird nicht in der grossen Katastrofe ändern?

00:06:20: Natürlich!

00:06:21: Meine Glaskugel ist gut geputzt als Psychologin.

00:06:23: wir sind im Verhaltensvorhersage geübt aber es ist immer noch eine Glaskogel und ich meine persönliche Vermutung ist dass es natürlich Demonstration geben wird, dass sie deutlich kleiner ausfallen werden als in Frankreich und das ist nur sehr wenige Momente.

00:06:38: vielleicht Zwei, drei vier Großstädten gibt wo es vielleicht vereinzelt gefährliche Situationen gibt auch auseinandersetzung mit der Polizei.

00:06:46: Ich rechne nicht mit der extrem großen Anzahl an Demonstrierenden und auch nicht mit flächendeckend Sachbeschädigung ähnlichem.

00:06:53: Aber das ist meine Glasschool!

00:06:55: Achtung fachlicher Karlauer hast du keine Angst mit dieser Vorhersage schief zu liegen?

00:07:02: Es gibt Angst, hat zwei Komponenten.

00:07:06: Ein Verhaltensaspekt und ein Persönlichkeitsaspekt.

00:07:09: Der Persönlichkeit-aspekt ist relativ stabil.

00:07:12: Da gibt es Menschen, die sehr leicht zur Ängstlichkeit neigen oder sehr wenig.

00:07:18: Wir kennen das von männlichen Teenagern, die z.B.

00:07:20: sehr wenig Angst im Bezug auf körperliche Risiken haben.

00:07:23: Und sie bestimmte Sachen auch schlicht nicht machen.

00:07:27: Ich bin jemand, der das sicherlich auch mit meinem Beruf zu tun und mit dem Training in der Psychologie sage ich nehme für mich auch in Anspruch falsch zu liegen ja?

00:07:37: Ich habe meine Evidenzen, ich hab meine Formen der Vorhersage.

00:07:40: Ich treffe Wahrscheinlichkeitsaussagen.

00:07:42: Das ist Teil meines Berufes.

00:07:48: Falschliege, dass ich mich korrigieren muss.

00:07:52: Das ist das Problem von Verhaltensvorhersagen.

00:07:54: Auf der anderen Seite beduppe ich damit meine Psyche selbst.

00:07:57: Dadurch werden meinen Vorhersag besser.

00:07:59: Ich stehe auch dafür gerade, wenn es sich im Nachhinein als falscher rausstellt.

00:08:03: Die Menschen, die das nicht tun und wir kennen alle sagen, ich habe's doch gleich gewusst.

00:08:09: Dieses Ich hab doch gleich Gewusstsein beduppt, das sei der eigenen Verstandes.

00:08:17: Du hast eben gesagt, die Angst ist eine Erwartung auf ein Ereignis was noch bevorsteht.

00:08:24: Und wenn dieses Eregnis dann aber nicht eintritt oder wenn dieses Ergebnis nicht ganz so stark eintritt wie befürchtet lernen wieder raus oder wendet der Deutsche sich dann wieder den nächsten Angst zu?

00:08:37: Aus emotionalen Erfahrungen kann man relativ schlecht lernen.

00:08:39: Das funktioniert tatsächlich nicht gut, weil Emotionen – das kann man auch reichlich messen und wahrnehmen – nicht ganz adäquat sind.

00:08:50: Ich nehme mal ein Beispiel wenn ich jetzt große Angst vom Zahnarzt habe wo in einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit außer dass Schmerzen habe und die halbe Stunde, in der man da ist sehr unangenehm wird passiert erst mal nichts.

00:09:01: Aber man denkt am Tag vorher oh Gott!

00:09:02: Die Welt geht unter.

00:09:03: ich muss morgen zum Zahnarzt.

00:09:05: Das heißt unsere Emotion ist nicht adäquat zu dem Ereignis.

00:09:09: das gilt übrigens auch für sehr positive Sachen.

00:09:11: Ich kann es an mich erinnern.

00:09:12: Ich hab sehr hart oder sehr begeistert für meinen Studienabschluss gearbeitet und dann war der endlich da Und nach dem Tag war es doch nicht mehr so toll.

00:09:21: Also das war jetzt nicht so, als wäre ich drei Wochen auf Wolken geschwebt, weil ich wirklich jahrelang für dieses wichtige Ereignis gearbeitet habe.

00:09:27: Worauf ich hinaus möchte?

00:09:29: Unsere Emotionen sind keine Eins-zu-eins Beziehung sondern richten sich... Wir sind immer eine Mixtur aus dem was wir so erleben.

00:09:38: und das um deine Frage dann auch wirklich zu beantworten.

00:09:40: Nein, wir lernen nicht daraus!

00:09:42: Was glaubst du denn inwiefern wir uns da von anderen Ländern unterscheiden?

00:09:46: weil ich weigere mich so ein bisschen zu glauben, dass es wirklich diese German-Angst als typisch deutsches gibt.

00:09:55: Also ich kann mir vorstellen deutsche Gründlichkeit, deutsche Penebligkeit...

00:10:00: Ja also wir wissen aus internationalen Studien, da es gibt ja Persönlichkeitseigenschaften wie Der Neurotizismus ist der Hang zur Ängstlichkeit als Persönlichkeits-Eigenschaft oder eben auch die Gründlichkeit, die du angesprochen hast.

00:10:16: Und da sind wir schon recht oben dabei.

00:10:18: Wir sind bei allen Staaten so um den Platz dreizig was angesichts von so und so viel hunderten Staaten auf der Welt schon relativ weit vorne ist.

00:10:29: Das kann man tatsächlich messen.

00:10:32: Es hat eine Folge, die wir im Alltag merken nämlich ein sehr hohes Sicherheitsbedürfnis, also wenn man sich das anguckt wie wir mit Fahrzeugen umgehen oder wie wir technischen Maschinen umgehen.

00:10:44: Wie wir insgesamt mit dem ganzen Versicherungsmarkt umgehen Das ist ja jetzt nicht irgendwas was von außen uns aufgedrückt wird wo Unternehmen hinter uns herlaufen und sagen macht mehr davon sondern die Deutschen wenn ich jetzt mal so platt sagen darf nehmen dass auch begeistert auf und sagen hey super Ich kann mein Leben noch noch sicherer gestalten Und es ist kein kein kein schlechtes moment.

00:11:05: Wir wissen das in anderen Ländern, wenn da Naturkatastrophen passieren und dann irgendwie so halb Landstriche nicht mehr bewohnbar sind.

00:11:13: Wo wir in Deutschland andere Sicherheitsmechanismen haben.

00:11:17: Das macht schon einen großen Unterschied und hat auch eine wichtige Bedeutung.

00:11:20: also das wäre für mich das Korrelat von dieser grundsätzlichen Wunsch nach Sicherheit der auch eine kulturelle Verankerung hat.

00:11:28: Da müsste Deutschland ja der absolute Top-Start sein für jegliche Formen von Versicherungsleistungen.

00:11:34: Also dazu habe ich jetzt keine Studie, das habe ich im Vorfeld nicht nachgeguckt.

00:11:37: Aber ich gebe mal davon aus wir sind da recht weit fort mit dabei.

00:11:41: Aber

00:11:41: dann ist es doch schon irgendwie kein Zufall mehr dass die Angststudie, die am ersten Oktober an der Art des Erschienens ausreichend von der R&V Versicherung gemacht wurde oder?

00:11:53: Doch das hat sicherlich viel damit zu tun.

00:11:55: Also Versicherungen oder Unternehmen, die sagen wir geben eine große Studie einen Auftrag jetzt muss man die A und V-Versicherung zugutehalten.

00:12:01: Das machen sie schon seit vielen Jahren und Sie machen es fachlich auch sehr solide.

00:12:05: aber letztendlich ist es natürlich ein Geschäftsvolk mit dem Sie auch zu tun haben.

00:12:09: Haben Sie schon daran gedacht?

00:12:10: Wie soll sich versichern gegen ABC?

00:12:13: Das hat natürlich was miteinander zu tun.

00:12:15: als Wissenschaftlerin bin ich natürlich dankbar wenn jemand so eine große studie finanziert, die ich wirklich in dem Fall für fachliche Soliderhalte.

00:12:23: Okay, dann schnoch ich mal für unsere Nahbetrachtungsfans ein wenig psychologische Fachkompetenz.

00:12:29: Was kann man denn selber tun?

00:12:30: Wenn man merkt, man ist in bestimmten Situationen übervorsichtig zu ängstlich oder man merke doch das die eigene Angst zu einer Belastung wird.

00:12:38: Was empfiehlt es uns da?

00:12:39: Also erst einmal gucken wie dramatisch ist die Lage.

00:12:43: Ich habe das selbst im Verwandtenkreis erlebt und in der Psychologie geht man davon aus... Alles was, ich mach's mal sehr platt.

00:12:51: Alles was nicht alltags beeinträchtigend ist normal.

00:12:55: Wenn ich jetzt also abends nochmal zehnmal auf die Straße laufe und gucke ob mein Auto abgeschlossen ist oder ob mein auto noch da ist oder bis aufgebrochen wurde dann ist das nicht mehr normal, ne?

00:13:05: Wenn ich abends vom Sofa-Zimmer aufstehe dass... Also das ist alltagsbeeinträchigend.

00:13:09: Dann muss ich mich damit beschäftigen.

00:13:10: Und dann wäre es auch gut wenn das Umfeld sagt und dann... Da müssen wir jetzt mal drüber sprechen.

00:13:15: Das ist jetzt wirklich eindeutig darüber!

00:13:19: was einfach dazu führt, dass er sagt also ich bin auch sehr viel unterwegs und aus dem militärischen Bereich habe ich das wenn ich ein technisches Werkzeug einmal habe es ist kein mal weil das kann liegen bleiben das kann vergessen werden bei mir wenn das klassischerweise kabel und adapter Und da sehe ich immer aus, als würde ich irgendwie gleich einen Elektronikfachhandel aufmachen.

00:13:40: Weil ein Kabel ist kein Kabel und dann braucht man eben eine gewisse Auswahl.

00:13:44: das heißt dass sind Sicherheitsmechanismen die fachlich begründet sind.

00:13:47: also auf jeden Fall würde ich mal auf mich gucken.

00:13:50: beschäftigt mich das über Gebühr?

00:13:52: oder kann ich das abschließen und sagen, ich habe meine persönlichen Sicherheitsmechanismen eingeführt, so als der Satzschlüssel oder irgendwelche anderen Sachen.

00:14:00: Und dann ist es für mich gut oder beschäftige ich mich auch weiterhin damit?

00:14:04: Dann ist es nicht gut!

00:14:05: Und dann die Frage der Alltagsbeeinträchtigung.

00:14:07: ja also wenn ich Sachen überhaupt nicht machen kann weil ich so große Sorge habe.

00:14:12: Ich kann nicht durch einen Hauptbahnhof gehen an einer Großstadt, weil ich Angst hab beklaut zu werden.

00:14:16: Also Vermeidungsverhalten zeigen uns auf jeden Fall was nicht in Ordnung wo man auf jeden Fall mal drauf

00:14:21: ist.

00:14:21: Aber es könnte ja nun durchaus sein, dass du dann... Es gilt ja nicht für jeden Bahnhof an jeder Großstadt, das man dauernd entsprechend gefährdet ist.

00:14:29: aber es könnte natürlich auch sein,

00:14:34: Jeder trifft eine persönliche Risikoentscheidung.

00:14:36: Es gibt Leute, die fahren Motorrad und extra nicht, weil sie sagen da kann so viel passieren.

00:14:41: Letztendlich ist das eine individuelle Abwägung.

00:14:44: Und deine Frage zielt ja dahin wann.

00:14:46: es ist nicht adäquat?

00:14:47: Wenn Menschen entscheiden sich nicht Motorrad zu fahren, ist das keine Überängstlichkeit.

00:14:51: Sondern die sagen das ist aber nix für mich.

00:14:52: Das fühl ich mich wohl.

00:14:54: Da hab' ich Sorge auf dem motorisierten Zweirad.

00:14:57: Finde ich völlig in Ordnung wird keiner das als merkwürdig empfinden.

00:15:01: D.h.,

00:15:02: die Frage ist was ist noch normal drüber.

00:15:05: Was auf jeden Fall drüber ist, wenn man sich zu sehr von Nachrichten von Außen beeinflussen lässt.

00:15:13: Da ist jetzt eine Drohne über Polen gesichtet worden und ich mache mir Sorge dass der Krieg gleich in Westdeutschland in Nordrhein-Westfalen ankommt.

00:15:23: Das wäre sicherlich nicht adäquat und da erlebe ich heute, da werde ich wirklich tatsächlich vorsichtig.

00:15:30: Es gibt zwei Arten von Bedrohungen.

00:15:31: die einen, die mit meinem Lebensraum zu tun haben.

00:15:34: Ich könnte meinen Job verlieren wir können das Auto geklaut werden, ich könnte erkranken solche Sachen.

00:15:38: Und wir erleben immer mehr dass nicht beeinflussbare und auch nicht berechenbare Risiken plötzlich zum persönlichen Risiko werden wie der Angst vor Krieg oder die Angst vor Naturkatastrophen.

00:15:53: Wo man sagt, na die Wahrscheinlichkeit ist jetzt in Deutschland nun wirklich nicht so wahnsinnig groß.

00:15:57: aber sobald da eine Meldung kommt bin ich da extrem aufmerksam.

00:16:02: das halte ich für psychisch auch extrem riskant weil ich den Bereich überhaupt nicht kontrollieren kann.

00:16:07: ja dann begebe ich mich ja vollständig in die Hände der Nachrichten sonst habe ich ja keinen Zugang dazu.

00:16:13: Ja, auf die Nachrichten kommen wir gleich ohnehin noch mal zu sprechen.

00:16:16: Weil da gibt es auch Menschen, die nachlichen auch meine Zeit lang bewusst meiden.

00:16:19: aber aus psychologischer Sicht und aus Studienlage gibt's ja Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

00:16:25: du hast zwar eben männliche Teenager angesprochen habe.

00:16:28: ich glaube sie sind so oder so nicht repräsentativ.

00:16:30: Aber wenn wir jetzt mal generell auf das Geschlecht schauen Mann Frau Mein Vorurteil würde sagen Frauen sind ängstlicher als Männer.

00:16:40: Das ist auch tatsächlich so, dass durch die Studienlage gedeckt.

00:16:46: Gibt dafür einen ganz simplen Grund.

00:16:47: das ist der die Physiologie.

00:16:50: Frauen sind im Schnitt Männern körperlich unterlegen das heißt haben eine ganz andere Beziehung zum Thema körperliche Bedrohungen weil die das Risiko in einer körperlichen Auseinandersetzung zu unterliegen für Frauen um ein Vielfaches höher ist.

00:17:07: Das ist einfach so.

00:17:08: Und natürlich auch durch Verantwortung für Kinder, die ja oft dann in der Nähe der Mütter sind... Also das ist sehr archaisch angelegt!

00:17:16: Natürlich hat nicht jeder Kinder und wird nicht jeden Tag bedroht aber dass Also quasi diese archaische Angst führt im Ergebnis dazu, dass Frauen in der Regel höher ängstlich sind.

00:17:29: Aber nehmen wir mal eine Angst die wie ich finde zwischen Mann und Frau nicht wirklich einen Unterschied macht.

00:17:36: Nehmen wir an Angst von einer neuen Software, die einer Firma eingeführt wird.

00:17:40: Gibt es da weiterhin Geschlechterunterschied oder ist das dann egal?

00:17:43: Weil er bei Software die körperliche Beschaffenheit keinen Unterschied macht weil Gehirn ist Gehirnt.

00:17:49: Ja, Gehirn ist Gehirnt.

00:17:50: Es ist richtig aber unser Gehirnen das was mit Angst und Emotionen zu tun hat ist im sogenannten alten Teil des Gehirns also unser Geirn.

00:17:57: wenn man sich das so anguckt man kennt es ja so von Bildern hat sich von innen nach außen entwickelt dass die höheren kognitiven Funktionen sitzen auf der Außenseite das heißt innen sitzen die Niederin wie Angst Fluchtverhalten etc.

00:18:11: Und das war so ansprichs Das kennen wir sicherlich aus dem Alltag, dass Frauen in bestimmten Situationen weniger Risikobewusstsein zeigen.

00:18:21: Dann kann ich auf die Knappe drücken passiert da irgendwas?

00:18:26: Weil es hat tatsächlich auch noch mal den Grund aus diesem archaischen Gehirnentwicklungsverhalten.

00:18:33: Das Frauen, wir denken mal ganz weit zurück, Bedrohung waren Mammuts und feindliche Stämme, waren Frauen immer gefährdeter in die Kinder an der Backe und konnten nicht so schnell rennen und war eigentlich so kräftig und nicht geübt um Kampf usw.. Die waren einfach unterlegen, ohne dass das schützende Umfeld der anderen Taler war da nichts.

00:18:57: Das so bescheuert, das klingt hat sich auf dem Bereich der Ängstlichkeit oder der emotionalen Entwicklung weiter sofort gesetzt und das ist auch dass wir heute noch erleben.

00:19:07: Wir müssen allerdings da kann man auch dagegen was machen.

00:19:11: also ich bin jetzt nicht Opfer meiner archaischen Emotionsregulation Ich habe schon überhaupt keine Angst vor Technik Also kein bisschen.

00:19:18: Da müssen wir in Sozialisation dann müssen wir den Leuten auch sagen hier das tut nichts passiert auch nix anstatt das auch noch in irgendeiner Form zu befeuern Da kann man was machen.

00:19:27: Ja, also ich kann es den Hörern und Hörer nur bestätigen wenn hier in meinem Büro irgendwas mit Technik so nicht richtig läuft dann ist MC gewissermaßen mein schweizer Taschenmesser die immer irgendwo eine Lösung hat oder ein Adapter oder sonst irgendetwas.

00:19:41: Und dann läuft es wieder.

00:19:42: Jetzt hast du einige Punkte beschrieben, wo man sagen kann ja ist nachvollziehbar auch wenn man sozusagen psychologischer Laie ist.

00:19:51: aber was hat das jetzt wieder mit Deutsch zu tun?

00:19:54: Was ist daran wieder speziell deutsch?

00:19:55: spezifisch ist es einfach nur ja extremer als bei anderen Ländern.

00:20:01: Das Sicherheitsverhalten, das Sicherheitsbedürfnis ist auf jeden Fall größer.

00:20:06: Und ich hatte schon angesprochen dieser Neurotizismus.

00:20:09: Es ist so ... Das Fachwort vor, ich nenne es mal Hank zur Ängstlichkeit, Hank zu Nervosität.

00:20:15: Das ist fest verankert.

00:20:16: Wir kennen das aus dem Alter.

00:20:17: Gibt Leute die sehr schnell in Angst geraten für die Nervosität und drucken Wahnsinns Thema sind da total entspannt.

00:20:26: also es ist normal verteilt.

00:20:28: In Deutschland ist diese Normalverteilung halt in die eine Richtung geschubst.

00:20:32: Das heißt, wir liegen da im Schnitt höher als andere Länder.

00:20:36: Natürlich ist es problematisch das ja in irgendeiner Form zu erklären.

00:20:38: Wenn's einer sagt, wo er kommt, das lässt sich jetzt relativ schlecht machen.

00:20:44: was wir aber auch wissen zum Beispiel ist dass sich sowas auch verändern kann.

00:20:48: also es gibt eine sehr große Studie die mal nachgeguckt hat wie sich die Zeit des Zweiten Weltkriegs die sicher in Deutschland sehr unterschiedlich ausgewirkt hat Landunterschied, wir kennen das auch wenn noch Verwandter hat.

00:21:02: Die Kind im zweiten Weltkrieg waren und in Großstädten lebten die ständige Angst ne?

00:21:07: Die Bombenangriffe immer in den Keller und solche Sachen.

00:21:10: Das kannten die Bewohnerinnen auf... auf dem Land einfach nicht.

00:21:14: Also das ist ein extremer Unterschied.

00:21:15: Ja, aber es ist ja nicht so dass in anderen Ländern keine Bombe geworfen wurden also auch so dass die Deutschen schließlich auch Städte bombardiert haben.

00:21:25: Kann man da wirklich festmachen?

00:21:26: Es liegt jetzt an den Bombardements aus im zweiten Weltkrieg.

00:21:29: ich meine... Wer ist noch da aus dieser Zeit?

00:21:32: Das kann man doch nicht sagen, dass das jetzt noch sozusagen von Generation zu Generation weiter vererbt

00:21:38: wird.

00:21:38: Oh, durchaus!

00:21:39: Das ist der Bereich der Epigenetik, der zum Beispiel auch in Israel sehr stark erforscht wird wo solche Sachen Trauma-Erfahrungen die ihr unbestrittenen Weltkrieg mit sich bringt, die die im Fall von Israel die Shoah mit sich gebracht hat auf die anderen Generation weitergegeben wird.

00:22:00: Ich will aber kurz zu dem Unterschied von Deutschland was sagen.

00:22:03: Es hat tatsächlich dazu geführt, dass man halt mal geguckt hat wie weit gibt es da heute noch Auswirkungen?

00:22:08: Also heute im Sinne von in den Zehner Jahren und man hat festgestellt auch gegen die ursprüngliche Hypothese das ich mach's mal platt diejenigen die aus einem großstädtischen Milieu stammten weniger ängstlich waren, also dass diese Erfahrung ich bin im Keller gewesen.

00:22:27: Ich bin wieder rausgekommen.

00:22:29: wir haben diese Zeit extrem unter extremen Belastungen.

00:22:32: Wir haben das geschafft Resilienter und weniger äengstlich sind als diejenigen wie gesagt sehr platt gemacht Die aus dem ländlichen Raum kamen die diese Erfahrungen in den familien nicht gemacht haben.

00:22:47: Es ist schwierig das zurückzuführen an der stelle.

00:22:49: deswegen guckt man sich einmal so extreme situationen an wie die Deutschen im Zweiten Weltkrieg, wie die israelischen Bürgerinnen und Bürger von den sehr viele aus Familie von Holocaust überlebenden Stammen oder auch aus Situationen sehen sie aus ihren Heimatländern vertrieben wurden.

00:23:07: Natürlich haben wir keine weltweiten Studien dazu ja also da sind ein bisschen knapp an der Stelle aber ich würde den Faktor nicht unterschätzen.

00:23:15: Ich habe mal bei der Recherche zum Thema Angst bin ich auf dem Begriff Osteffekt gestoßen, bin da aber nicht wirklich schlau draus geworden.

00:23:26: Sie sehen schon, MC lächelt weise.

00:23:29: Okay, hau raus!

00:23:30: Was hat's mit dem Osteffektaufsicht?

00:23:32: Ja wir haben... wenn wir aktuell Untersuchungen machen zum Thema Angst also nicht wie im Sinne von ich bin dabei sondern andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gibt es natürlich mal die klassischen Fragen.

00:23:42: Wir kennen das von allen möglichen Meinungsumfragen Wie verhält es sich mit Frauen und Männern Und wie verhältes sich mit Ost- und Westdeutschland?

00:23:49: Und da gibt´s natürlich entsprechende Unterschiede Die auch heute noch sichtbar sind.

00:23:56: Ich halte sie auch ein Stück weit für erklärbar.

00:23:59: Also bei den Ängsten zum Beispiel, wenn es um Angstthemen geht in Zusammenhang mit Zuwanderung über Forderungen des Staates durch geflüchtete Personen.

00:24:07: Diese Angst ist in Ostdeutschland trotz des geringeren Ausländeranteils größer.

00:24:13: Interessanterweise beim Wohnen ist es umgekehrt, dass die Angst im Zusammenhalt wohnen das nicht mehr bezahlen zu können oder nicht umziehen zu können und solche Sachen.

00:24:23: Dies in Westdeutschen größer weil auch einfach der Wohnungsmarkt ein anderer ist und der Vertrauensverlust der Politik also die Angst davor, dass Politikerinnen und Politiker überfordert sind durch die Lage is in OstDeutschLand auch größer?

00:24:37: Unterschiede, die man messen kann.

00:24:40: Die wenn ich mir das so angucke absolut erwartungs treu sind.

00:24:45: Es gibt es ja Menschen, wir haben eben kurz Nachrichten angesprochen.

00:24:49: Die sagen ich gucke keine Nachrichten mehr oder ich lese keine Nachichten für einen bestimmten Zeitraum oder sogar generell nicht mehr weil mir das alles so viel Sorge macht.

00:24:57: dass ist immer so negativ und das belastet mich zu sehr.

00:25:01: Ich muss zugeben ich habe einige Jahre lang auch in verschiedenen Nachrichten redaktionen gearbeitet oder Redaktion wo das politische Tagesgeschäft in vierundzwanzig Stunden gewissermaßen unsere Arbeit bestimmt hat.

00:25:12: Es fällt mir schwer, dass sozusagen aufgrund meiner journalistischen Sozialisierung irgendwie nachvollziehen zu können.

00:25:21: Dass jemand sagt ich konsumiere keine Nachrichten mehr.

00:25:23: Hast du dann eine Erklärung für warum das helfen soll?

00:25:26: Weil die die Nachrichtenlage oder die Welt wird ja nicht besser dadurch, dass ich gewissermaßen die Augen davor verschließe Und dass man dann sagt, ja wir warten jetzt mal hier mit dem Bomber-Demos weil wir haben es gerade in Paderborn.

00:25:38: Zwei Leute machen gerade Nachrichtenpause die kommen sonst nicht mehr mit.

00:25:42: also die Weltpolitik verändert sich ja nichts dadurch.

00:25:47: Wir haben hier mehrere Effekte.

00:25:48: Der eine Effekt ist natürlich, dass die Weltnachrichtenlage und die Schlagzeit der Nachrichten immer weiter zunimmt.

00:25:55: Wir erfahren auch Sachen, die wir früher nicht erfahren hätten, was einfach mehr Nachrichten gibt.

00:25:59: Ja es gibt ... Wir haben nicht nur Tagesseitungen und irgendwie ein paar Mal am Tag Nachrichten im Radio- und Fernsehen sondern eine kontinuierliche, kantelnegeliche...

00:26:09: Redaktionsschluss.

00:26:10: das war mal ne gute, ne gute Regelung!

00:26:14: Echt?

00:26:14: Da war am sechzehn Uhr, neunzehnt Uhr war Redaktionsschluss und dann ... Am nächsten Morgen um zehn Uhr ging's dann weiter.

00:26:20: Ja, das kann man sich heute irgendwie nicht mehr so richtig vorstellen.

00:26:23: Und es führt natürlich auch zu einer Größe und Fülle an Informationen auch über Gebiete die wo man früher in der Nachrichtenredaktion fiel.

00:26:30: Das können wir jetzt nicht mitnehmen weil da ist einfach kein Raum mehr dafür da und die Lage hat sich verändert.

00:26:36: und zum anderen... Dafür gibt's tatsächlich interessante Untersuchungen.

00:26:39: Es ist eine Wechselwirkung.

00:26:41: also es gibt Menschen denen das überhaupt nichts ausmacht die sagt okay ich merke mir dass oder ich merkt mir das nicht oder ich gebe Themen die mich interessieren und es gibt Leute die leiden richtig darunter.

00:26:50: Also für die es wirklich auch angezeigt wäre, das Ding mal auszumachen oder die Nachrichtenfrequenz zu verringern.

00:26:57: Das hat auch was damit zu tun inwieweit man das auf sich bezieht.

00:26:59: ich kann ja Nachrichten hören.

00:27:01: Ich hatte vorhin das erfundene Beispiel Drohne russische Drohnen über Polen abgeschossen.

00:27:06: Das kann ich zur Kenntnis nehmen und sagen oh da tut sich eine ganze Menge beschäftige mich mit dieser weltpolitischen Lage dass sofort auf mich beziehen und sagen Gott wie weit bin ich denn davon weg, wo passiert das als nächstes?

00:27:23: Und was hat das mit mir zu tun.

00:27:25: Es hat nicht alles was mit jemandem zu tun aber dieser Reflex... Ich beziehe das auf mich und auf meine Lebenssituationen.

00:27:32: vielleicht sind meine Kinder gefährdet oder was auch immer der lässt sich kognitiv nur sehr schwer unterdrücken.

00:27:38: und jemand der das hat also der sehr stark durch die Welt läuft Das ist alles, was mich auch bedroht.

00:27:43: Da zum Verkehrsunfall auf meinem Arbeitsweg gewesen.

00:27:45: Vielleicht erwischt es mich da ja auch, wo ich als Statistikerin sagen würde, genau wahrscheinlich deswegen nicht weil jetzt das gerade passiert und dass die Wahrscheinlichkeit bleibt immer gleich niedrig egal wie oft man lang fährt.

00:28:01: Nein, das stimmt nicht ganz.

00:28:02: also wenn man hoffentlich lange fährt wird sich natürlich die Wahrscheinlichkeit aber man fährt ja nicht öfter zur Arbeit oder weniger auf zur Arbeit war dann verkehrsunfallbar so kurve zurück.

00:28:11: Die Situation ist.

00:28:14: inwieweit bezieht das auf mich.

00:28:16: Diese Ich-Bezogenheit lässt sich nicht einfach an und ausstellen, also mir geht es bei einigen Leuten auch auf den Keks.

00:28:21: wenn man irgendwas erzählt kommt sofort immer ja aber bei mir.

00:28:24: Da wollte ich mir gar nicht drüber unterhalten weil ich mich über Weltpolitik über die Zukunft der NATO bin ich auch ein bisschen anders interessiert als andere wo ich denke ich muss jetzt nicht von jedem sofort wissen welcher Vorfahrt einmal irgendwo in der Armee gedient hat.

00:28:39: Das lässt ihr aber nicht einfach ausstellen.

00:28:40: Also, wenn mir das auf den Keks geht... ...aber das ist natürlich ein Zeichen von Vulnerabilität,... ...dann kommt das so richtig nach.

00:28:47: Dann ist es sofort in meiner Familie und immer im

00:28:48: Umfeld.".

00:28:49: Bekämpfst du denn mit statistischer Wahrscheinlichkeit Ängste die du selber auch hast?

00:28:53: Ja, ich habe das mal ganz aktiv.

00:28:56: Ich kann mich an eine Sütte als ein Schlüsselerlebnis.

00:28:58: Vor mir liegt schon viele Jahre zurück.

00:29:00: Ich war sehr spät abends unterwegs in einer Großstadt mit dem Fahrrad und ich hatte die Möglichkeit zwei Wege nach Hause zu fahren einmal durch den Innenstadtbereich beleuchtet mit allem Tra-la-la oder durch einen Parkbereich der etwas ruhiger gewesen wäre mit weniger Anteilen.

00:29:14: Und ich seh mich echt noch, da stehen immer her.

00:29:16: Fährst du jetzt durch den sicheren Bereich?

00:29:18: Durch den Innenstadtbereich der so ein bisschen nerviger ist mit mehr Ampeln und mehr Verkehr oder fährst ihr jetzt durch ... durch den Parkberei?

00:29:25: Also in dem Fall waren das Wall-Anlagen.

00:29:28: Ich sehe mich heute auch noch stehen und dann hab' ich gedacht okay A bin ich Psychologin B war ich Gerichtsreporterin die das Risiko dass man vom Fahrrad geholt wird Auch als Frau is im normalen Umfeld extrem gering.

00:29:41: Ja also... Ist einfach so, lässt sich auch berechnen.

00:29:45: Weil die meisten Verbrechen an Frauen passieren im familiären Umfeld und habe ich mich hingestellt und hab gesagt ach!

00:29:52: Scheiß auf die Angst.

00:29:53: Ich fahre jetzt durch die Wallanlagen, das ist einfach netter ungefähr gleiche Zeit aber auf jeden Fall angenehmer zu fahren.

00:29:58: Offensichtlich bin ich auch ohne Probleme angekommen und dann hat sich für mich... Und dann habe ich genau den Psychotrick angewandt der überall steht.

00:30:06: Ich bin dadurch resilienter geworden.

00:30:08: Ich hab mir in Überlegungen angestellt.

00:30:09: Ich habe eine Entscheidung getroffen.

00:30:10: Ich war gut mit dieser Entscheidung gefahren im wahrsten Sinne des Wortes und konnte darauf weiteres Verhalten dann entwickelt.

00:30:20: Jetzt kommt natürlich wieder jemand und sagt, du musst aber vorsichtig sein.

00:30:24: Und wer weiß was noch alles passiert?

00:30:25: Genau ich weiß es nämlich nicht!

00:30:27: Ich bin tatsächlich für mich, ich bin A- niedrig ängstlich und B der Wahrscheinlichkeitsrechnung sehr stark verhaftet.

00:30:34: und dann komme ich für mich zu diesen Ergebnissen.

00:30:36: wenn mir andere sagen, ich fahre nachts nicht alleine Fahrrad als Frau oder ich meide bestimmte Wege weil ich mir Sorgen mache ist das völlig fein notwendig.

00:30:45: Hätte sich das denn verändert, wenn du im Vorfeld in der Nachrichtenlage gelesen hättest, dass auf dieser Strecke was als ich in den letzten drei Wochen zwei schwere Sachen passiert sind?

00:30:55: Ja bei zwei Sachen in drei Wochen.

00:30:56: Das ist schon eine erhöhte Wahrscheinlichkeit.

00:30:58: Wenn sie den Mann mit der Regelung sind ja dann Männer schon gekriegt hat, super!

00:31:02: Das ist jetzt ne wahnsinnigere Streckel.

00:31:05: Also er hätte da tatsächlich nach Faktenlage entschieden.

00:31:08: aber wirklich ganz wichtig ist es ist eine individuelle Entscheidung worüber Ich mir Sorgen mache.

00:31:14: Und nur weil ich viele Sorgen nicht teile, weil ich eine andere herangehensweise.

00:31:18: Aber heißt das nicht dass andere Sorgen unbegründet sind oder ich das Verhalten kritisiere?

00:31:23: Risikoentscheidungen sind individuelle Entscheidungen.

00:31:26: Jetzt kann Angst ja auch zu einem Rückzug führen also sowohl zum inneren Rückzug als auch zum generellen gesellschaftlichen Rückzug.

00:31:34: wie holt man Menschen da wieder raus wenn man so was beobachtet?

00:31:37: Also erst mal gucken, ist es relevant.

00:31:39: Wenn jemand sagt ich gehe ungern abends durch eine Großstadt.

00:31:42: Ich nehme lieber ein Taxi ist das völlig fein.

00:31:45: Das stört wirklich keinen großen Geist, also es muss niemanden nachts Straßenbahn fahren um sich selbst oder anderen irgendwas zu beweisen.

00:31:52: Das tut nicht not.

00:31:53: Wenn das aber wirklich dazu führt dass man sagt ich kann keine Konzerte mehr besuchen weil die üblicherweise in Großstädten stattfinden und nach einem Ruch der Dunkelheit traue ich mich da nicht mehr hin dann würde ich sagen was können wir denn da tun?

00:32:04: ins Gespräch gehen gemeinsam gehen überlegen, was man vielleicht andere Sachen machen kann.

00:32:11: Weil das kann sich dann fortsetzen und dann geht man nicht mehr abends in die Großstadt.

00:32:14: Dann geht man aber vielleicht auch in der Dämmerung nicht mehr in den Supermarkt im eigenen Ort.

00:32:19: Das fände ich sehr bedenklich.

00:32:21: also dann würde ich als Umfeld etwas auf jeden Fall hilft ist eben gemeinsam und am Verhalten arbeiten auf Leute einreden oft wirkungslos.

00:32:31: Also dieses berühmte stelle ich doch nicht so an, ist nicht zu empfehlen.

00:32:35: Nein auf gar keinen Fall.

00:32:36: das erhöht nur die Belastung.

00:32:37: Jetzt

00:32:37: haben wir ja darüber gesprochen dass Ängste auch dazu führen können, dass Versicherung gute Geschäfte machen können.

00:32:42: aber Ängsten können natürlich auch dazu führen, dass Politik erfolgreich Politik machen kann.

00:32:47: was beobachtest du da?

00:32:48: Was gibt die Studienlage her?

00:32:50: Wir wissen, dass Angst ein sehr starker Motor ist für politische Einflussnahme nämlich wenn das passiert dann... passiert dieses schlimme Ereignis.

00:33:00: Aber

00:33:00: es muss nicht unbedingt bei extremistischen Parteien sein, das funktioniert gerne.

00:33:04: Gut jetzt ist ja kein Staatsgeheimnis dass gerade die AfD über sehr lange Jahre mittlerweile haben sich ein bisschen geändert mit dem Angst vor bestimmten Themen tatsächlich politische Erfolge eingefahren hat.

00:33:18: andere Parteien machen das in deutlich geringere Maße.

00:33:20: Natürlich ist Angst ein extrem starker Motor.

00:33:23: Ja

00:33:23: gut, auf der anderen Seite könnte man sagen wenn niemand Angst vor der Sicherheitslage auf der Welt hätte dann wäre es auch schwieriger beispielsweise Gelder für die Bundeswehr locker zu machen.

00:33:33: In der Verteidigungslage... Das ist übrigens ein extrem gutes Beispiel weil das eine Angst oder eine Situation der Sorge ist, die überhaupt nicht greifbar ist.

00:33:41: Wenn ich Angst vor der inneren Sicherheit habe, dann kann ich aus dem Fenster gucken und ich kann beim Auto durch die Stadt fahren und sagen, es geht mir hier eigentlich ab.

00:33:48: Und ich kann meine Angst verifizieren!

00:33:50: Wenn mir ein Militärvertreter sagt, das Risiko eines Angriffs Russlands auf den NATO ist so und so hoch... Ich hab keine Chance, das irgendwie rauszufinden.

00:34:00: Also da bin ich als Bürger absolut verloren.

00:34:03: Und das macht es dann auch so schwierig greifbar und man kann nicht darüber sprechen, also diese beiden großen Ängste, Angstbereiche, mein unmittelbarer Einflussbereich da kann ich hingehen, da kann nachgucken, kann ich drüber sprechen und den Bereich auf dem ich nun überhaupt keinen Einfluß habe.

00:34:20: Das ist natürlich mit dem... Da kann ich den Leuten alles erzählen!

00:34:23: Also da geht alles.

00:34:25: Kommen wir zum Schluss noch zu einem Punkt, den ich gerne mal auch aus psychologischer Sicht von dir beleuchtet sehen würde.

00:34:33: Gibt es gute Angst?

00:34:35: Gibt das gute German Angst wo wir sagen da profitieren wir von.

00:34:39: Also nach dem Motiv, wir machen aus dem Buckingfeature.

00:34:41: Ja also das sind alles die Aspekte, die später mit Sicherheitsregeln auch zu tun haben.

00:34:46: Ich habe in der Familie jemanden, der eine Ausbildung bei der Deutschen Bahn macht und der sich für andere europäische Zugsysteme interessiert und sagt, boah in Deutschland, wir haben viel mehr Sicherheitsmechanismen.

00:34:55: Der sagte dann kürzlich von einem Unfall in einem anderen Land gelesen in Europa und gesagt es kann in Deutschland gar nicht sein weil... Mir das dann erklärt, die und die Sicherheitsmechanismen.

00:35:05: Und wir haben in Deutschland können auch – und das habe ich auch ein sehr großes Vertrauen eben in technische Anlagen, in Verkehrsinfrastruktur.

00:35:13: Wenn ich in Deutschland in den Fahrstuhl steigen muss ich mir keine Gedanken darüber machen dass der abstürzt oder ...

00:35:19: Hat dich jetzt im Hotel in Hamburg?

00:35:21: Ja

00:35:22: aber dadurch dass du mir gegenüber sitzt scheint es ja offensichtlich...

00:35:25: Die Sicherheitssysteme haben gehalten war man merkwürdiges Gefühl.

00:35:28: also wenn man damals so einen halben Stock weg durchsagt ist nicht zu empfehlen.

00:35:32: Nein, es ist kein schönes Lebensgefühl aber da gibt's dann eben noch die So-und-So-Sicherung das dann der nicht in den Keller rauscht sondern nach dem halben Stockwerk stockt.

00:35:40: Grüße gehen raus ans deutsche Ingenieurswesen und deutschen Dienormen.

00:35:45: Genau!

00:35:45: Und auf der anderen Seite wenn wir auch über katastrophale Situation gerade in Großstädten... Ich behalte mich ja sehr gerne in Großstädten aus, was so brennende angeht und solche Sachen.

00:35:55: Ey super Deutschland!

00:35:56: Da bimmelt sofort und geht Licht an und wir müssen irgendwas unternehmen.

00:36:01: Und da gehe ich auch einmal mehr raus auf den Rasen, wenn es ein Fehlalarm ist, weil ich weiß ja, wenn der echte Alarm kommt dann ist rechtzeitig die Feuerwehr da und kümmert sich.

00:36:10: Wir haben einmal die große Kurve gefahren über Ängste der Deutschen und wie sehr man sich in Angst versetzen lassen kann.

00:36:19: Und wie man auch Angst induzieren kann, und wir haben hier am Tisch sicher eher Vertreter die nicht ganz auf dem Angsttrip sind sondern auch mit der berühmten Zuversicht durch das Leben gehen.

00:36:34: Der frühere israelische Staatspräsident Israel war heute schon Thema!

00:36:37: Das ist ja auch ein Land was... Wo Sicherheit eine ganz andere Komponente hat als in Deutschland.

00:36:42: Und der Simon Peres, der nicht nur israelischer Staatspräsident war, sondern auch für Jens Nobelpreisträger, hat ganz oft gesagt, Pessimismus ist Zeitverschwendung!

00:36:52: Tja und trotzdem kommen wir aus der Nummer mit der Angst nicht so richtig raus.

00:36:55: und am besten ist es wahrscheinlich auch, Angst und Sorge in konkretes Handeln umzuleiten.

00:37:00: Ich denke da haben wir auch von MC einige kreative Dinge gehört.

00:37:04: Ja, was kann ich tun um anderen Sicherheit zu geben?

00:37:08: Um mir Sicherheit zu gehen in den Situationen die mich beschäftigen.

00:37:11: Es hilft auf jeden Fall darüber zu sprechen nicht in der Oberlehrer Haften hat.

00:37:16: stelle dich nicht so an.

00:37:17: das ist nicht sachgerecht und funktioniert auch nicht.

00:37:21: Und ganz wichtig ist aber sich nicht gegenseitig hochzuschaukeln in so einer Angst.

00:37:24: Ich glaube jeder hat das schon mal in einer Gruppe erlebt und ich kenne dass auch von früher und es kostet ein bisschen Überwindung Diejenige zu sein, die sagt, lass uns mal vorsichtig sein drose und dramatisch.

00:37:37: Ist die Lage möglicherweise nicht?

00:37:39: Das ist eine echte Aufgabe!

00:37:41: Und wir möchten sie ermuntern tun Sie es.

00:37:43: Ja das war die Folge German Angst der Nahbetrachtung.

00:37:47: Sie können uns schreiben an podcast at nabetrachtungen.de.

00:37:50: Podcastatnabetrachten.de.

00:37:52: Am Mikrofon für Sie waren Diplompsychologin Maria Cristina Nimmerfrundt

00:37:56: und Medienkommunikationstrainer Tom Buschard.